Oft wird die erholsame Nachtruhe von Schnarchen gestört – vor allem die des Partners. Setzt der Atem dabei allerdings länger aus, ist das für den Schnarcher selbst gefährlich: Obstruktive Schlafapnoe (OSA) nennt sich das Phänomen, wenn die Muskulatur der oberen Atemwege erschlafft und die Atmung während des Schlafens kurz stillsteht. Zwischen zehn Sekunden und einer Minute können diese Aussetzer dauern. Zeitgleich erhöhen sich Herzschlag und Blutdruck und wichtige Tiefschlafphasen des Betroffenen können beeinträchtigt werden. 

Warum eine Maske bei Schlafapnoe nicht jedem hilft

„Manchmal kann es schon helfen, die Schlafposition zu ändern, sein Gewicht zu reduzieren und vor dem Schlafen keinen Alkohol zu trinken. Bei leichten bis mittelgradigen Fällen können zum Beispiel auch Unterkieferschienen zum Einsatz kommen – sie verlagern den Unterkiefer nach vorn und halten so die Atemwege offen. Der Goldstandard in der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe sind aber spezielle Atemmasken“, erklärt PD Dr. Maximilian Traxdorf, geschäftsführender Oberarzt an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen. Diese sogenannten CPAP-Masken (continuous positive airway pressure) erzeugen einen kontinuierlichen leichten Überdruck und halten so die Atemwege frei. Allerdings vertragen sie nicht alle Patienten, außerdem bringen sie nicht immer den gewünschten Erfolg.

Kleiner Eingriff, große Wirkung: Zungenschrittmacher hilft beim Atmen

Bei einer mittelgradigen bis schweren obstruktiven Schlafapnoe mit 15 bis 65 Atemaussetzern pro Stunde kann eine Stimulation des Zungenmuskels Abhilfe schaffen. Dafür sind insgesamt nur drei kleine Schnitte an Hals und Brustkorb notwendig. Ein Schnitt für die Implantation der Stimulationselektrode am Zungennerven, der zweite für den sogenannten Impulsgenerator, ähnlich einem Herzschrittmacher, der in einer kleinen Hauttasche unterhalb des Schlüsselbeins implantiert wird, und ein dritter für den Atemsensor. Dieser misst den Atemrhythmus der Lunge und gibt ein Signal an den Impulsgenerator weiter. Der Generator wiederum aktiviert die Stimulationselektrode am Zungennerv, die daraufhin den Zungenmuskel stimuliert. Dadurch soll verhindert werden, dass die Zunge oder umliegendes Gewebe im Schlaf zurückfallen und die oberen Atemwege blockieren. Ein uneingeschränkter Atemstrom wird somit sichergestellt.

Diese Symptome bei Schlafapnoe werden durch den Zungenschrittmacher reduziert

Der Patient schaltet den Schrittmacher vor dem Zubettgehen mit einer kleinen Fernbedienung ein – und nach dem Aufstehen wieder aus. „Der Zungenschrittmacher reduziert Atemaussetzer oder verhindert sie sogar. Das führt im Ergebnis zu weniger Schnarchen, weniger nächtlichen Wachphasen, mehr Tiefschlaf und weniger Müdigkeit am nächsten Tag“, erklärt Maximilian Traxdorf. Die Ärzte des Schlaflabors bieten den Patienten eine Komplettversorgung aus einer Hand – von der präoperativen Diagnostik über die Implantation bis hin zur notwendigen schlafmedizinischen Nachsorge. „Wir beraten jeden Patienten zu möglichen Therapien und dazu, ob ein Zungenschrittmacher aus schlafmedizinischer Sicht auch für ihn infrage käme“, sagt der HNO-Experte.

Schlafapnoe: Hier finden Sie Hilfe bei Atemstörungen im Schlaf

In der Sprechstunde für schlafbezogene Atmungsstörungen/Schlafapnoe, Schnarchen und Schlaflabor werden Interessierte schlafmedizinisch beraten. Dort erfahren Patienten, welche Therapie sich individuell für sie eignet. Die Sprechstunde findet montags zwischen 13.00 und 16.00 Uhr statt. Um telefonische Anmeldung unter 09131 85-33339 wird gebeten.

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