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Milch-Ersatz

Hafer, Mandel oder Sojamilch: Welche Milchalternative ist die beste?

Soja-, Hafer- oder Mandeldrink: Die pflanzlichen Alternativen zur Milch erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 15 verschiedene Pflanzendrinks unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse erstaunen.
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Das Verbrauchermagazin Öko-Test testet Pflanzendrinks. Symbolfoto: Lukas Schulze/dpa
Das Verbrauchermagazin Öko-Test testet Pflanzendrinks. Symbolfoto: Lukas Schulze/dpa

Ob Klimaschutz, Tierwohl oder Unverträglichkeit: Pflanzenmilch wird bei den Verbrauchern immer beliebter. Mittlerweile gilt sie als eine echte Alternative zur Kuhmilch. Aus einem aktuellen Bericht des Milchindustrie-Verbands Deutschland geht hervor, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Milchprodukten in den letzten Jahren stetig gesunken ist. Ganz anders der Konsum von Pflanzenmilch: Laut dem Marktforschungsinstitut Innova wächst der Absatz von Pflanzendrinks Jahr für Jahr in rasantem Tempo.

Das liegt unter anderem daran, dass sich der Lebensstil der Menschen wandelt: Neben der zunehmenden Zahl an Vegetariern und Veganern, spielt der bewusste Konsum von Lebensmitteln eine immer größere Rolle. So auch bei der Pflanzenmilch: Doch welche der zahlreichen Milchalternativen ist die Beste?

Pflanzenmilch im Öko-Test: So gut sind Mandelmilch, Hafermilch und Sojamilch

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 15 verschiedene Pflanzendrinks, darunter 12 Bio-Produkte, untersucht. Getestet wurden acht Haferdrinks, fünf Sojadrinks und zwei Mandeldrinks. Im Labor wurden die Produkte hinsichtlich möglicher Schadstoffe und Gentechnik untersucht. Darüber hinaus machten die Experten eine Geschmacks- und Geruchsprobe.

Das Ergebnis überrascht: Neun der getesteten Pflanzendrinks erhalten die Note "sehr gut", ein Milchersatzprodukt die Note "gut" und ein Produkt der wohl bekanntesten Marke besteht den Test nicht. Besonders die Haferdrinks überzeugten die Experten.

Haferdrinks: Die wohl ökologischste Wahl

Der Haferdrink hat gegenüber seinen zwei Konkurrenten einen entscheidenden Vorteil: Hafer kann in Deutschland angebaut werden und bedarf keiner langen Transportwege, bis er beim Konsumenten ankommt. Hafermilch hat eine hellbraune Farbe und ist für seinen intensiven Hafergeschmack bekannt. Alle neun getesten Haferdrinks, werden von den Produkttestern empfohlen. Sie weisen keine Probleme mit Gentechnik, Glyphosat oder bedenklichen Schwermetallen auf. Der umweltschonende Anbau ist laut den Experten ein großer Pluspunkt der Hafermilch. Sechs der getesteten Haferdrinks erhielten die Note "sehr gut". Preislich bewegen sich die Produkte zwischen 0,95 € (Aldi Süd) und 2,29 € (Natumi).

Mandelmilch: Die Herkunft ist entscheidend

Auch die Mandeldrinks überzeugten im Öko-Test. Frei von Pestiziden und bedenklichen Inhaltsstoffen schnitten sowohl die Mandelmilch von Aldi Nord, als auch die Mandelmilch von dm mit der Note "sehr gut" ab. Problematisch ist allerdings die Herkunft: Etwa 80 Prozent der verarbeiteten Mandeln kommen aus Kalifornien. Neben dem langen Transportweg, ist auch die Wasserversorgung der Hülsenfrüchte ein Problem: Für ein Kilo Mandeln werden bis zu 15.000 Liter Wasser benötigt. In Sachen Einkaufspreis, sind Mandeldrinks etwas teurer als Haferdrinks.

Sojamilch: Bekannteste Marke fällt durch

Die Sojadrinks schnitten eher mäßig ab. Lediglich ein Produkt, der "Berief Bio Soja Drink Naturell" besteht den Test mit "sehr gut". In der Sojamilch von Alpro stellten die Experten gentechnisch veränderte Soja-DNA fest. Dabei soll es sich um Verunreinigungen handeln. Ein weiterer Kritikpunkt des Labors ist der Nickelgehalt der Sojamilch. Sojabohnen speichern das im Boden vorkommende Schwermetall Nickel und dadurch kann es zu einem überdurchschnittlich hohen Nickelgehalt in den einzelnen Sojadrinks kommen. In den Produkten von Lidl, Edeka, Hofgut Storzeln und Alpro konnte ein hoher Nickelgehalt festgestellt werden.

Als einziger mit der Note "sehr gut" schnitt der Sojadrink der Marke "Berief" ab. Edeka, Lidl und Hofgut Sterzeln erhielten nur ein "befriedigend" und der Sojadrink von Alpro bestand den Test nicht.

Die vollständigen Testergebnisse können Sie kostenpflichtig bei Öko-Test lesen.

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