Franken
Ungesund

Auf Nudeln oder Reis: Gefährliche Keime machen sich breit

Die richtige Portionierung von Nudeln und Reis ist schwierig, oft kocht man viel zu viel davon und isst noch in den folgenden Tagen dasselbe: Warum die Aufbewahrung von Essen problematisch werden kann, erklären bayerische Forscher, die die gesundheitlichen Folgen von Keimen untersucht haben.
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Spaghetti ist die beliebteste Nudelsort: Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes "YouGov" im Jahr 2018. Fusilli hingegen landeten nur auf Platz Drei. Foto: Martin Schutt/dpa
Spaghetti ist die beliebteste Nudelsort: Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes "YouGov" im Jahr 2018. Fusilli hingegen landeten nur auf Platz Drei. Foto: Martin Schutt/dpa

Reis und Nudeln sind beliebte Beilagen. Ob zu Fisch, Fleisch oder Gemüse, die Kohlenhydratlieferanten landen fast immer auf dem Teller. Oftmals werden Nudeln oder Reis in größeren Mengen gekocht, um noch Tage später davon zu essen - möglicherweise in einer anderen Kombination. Doch das ist wider Erwarten keine so gute Idee: Denn bei der Aufbewahrung können sich gefährliche Bakterien breitmachen, die schlimme gesundheitliche Folgen mit sich bringen können.

"Bazillus Cereus" überlebt auf Nudeln und Reis: Das sind die Folgen

Bei "Bazillus Cereus" handelt es sich um sporenbildende Bakterien, die ungünstige Umweltbedingungen ausnutzen, um lange zu überleben. Die Bakterienstämme sind in der Lage, Giftstoffe zu bilden. Gelangen diese Giftstoffe in den Körper, kann das ernste Folgen für den Betroffen haben. Informationen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zufolge wird zwischen zwei Ernstfällen unterschieden:

  • "Emetischer Typ": Die hitzestabilen Toxine bilden sich auf Lebensmitteln. Bereits eine halbe Stunde nach dem Verzehr kann es zu Erbrechen und Übelkeit kommen. Diese Symptome können jedoch auch erst bis zu sechs Stunden später auftreten.
  • "Diarrhönischer Typ": Die Toxine bilden sich erst im Magen-Darm-Trakt aus. Erst sechs bis 15 Stunden nach dem Verzehr kommt es zu Symptomen, wie Bauchkrämpfen oder Durchfall.

Doch nicht nur diese Symptome können die Folge sein, sondern auch schwerwiegende Lebensmittelvergiftungen. Diese können mit sich bringen, dass Organe versagen und ein lebenskritischer Zustand eintritt. Zahlreiche Wissenschaftler haben die Krankheitsbilder untersucht. Ihre Ergebnisse haben sie 2018 im Fachmagazin Nature Microbiology veröffentlicht. Daran beteiligt waren auch die bayerischen Forscher Kristina Schauer und Erwin Märtlbauer, die beide an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München arbeiten.

Sowohl die Wissenschaftler als auch das LGL warnen vor gängigen Fehlern in der Küche: Beispielsweise können "Bazillus Cereus"-Bakterien oftmals auf Lebensmitteln überleben, da sie beim Erhitzen der Mahlzeit nicht abgetötet werden. Einige der Keimstämme können hohe Temperaturen, beispielsweise über 90 Grad Celsius überdauern. Doch nicht nur das Aufwärmen von Lebensmitteln kann problematisch sein, sondern auch das Kühlen. Werden bereits gekochte Mahlzeiten nicht entsprechend kühl gelagert, können sich die Bakterien darauf breit machen. Zusätzlich kann die allgemeine Hygiene in der Küche zum Problem werden. Werden die Arbeitsoberflächen nicht regelmäßig gereinigt und desinfiziert, bieten diese eine optimale Basis für gefährliche Bakterien.

Deshalb lieber auf Nummer sicher gehen: Falls unklar ist, wie lange eine Mahlzeit bereits aufbewahrt wurde, lieber in den Müll schmeißen. Falls allerdings die vom Landesamt und den Forschern erwähnten Tipps beachtet werden, sollten nicht unnötig Lebensmittel weggeworfen werden. Diese fünf Tipps helfen gegen Lebensmittelverschwendung.

Rückrufe: Immer wieder verunreinigte Lebensmittel im Umlauf

Immer wieder werden Produkte aus deutschen Supermärkten und Discountern zurückgerufen: Im Rückruf-Ticker von inFranken.de informieren wir Sie über alle Produktrückrufe. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert zudem über problematische Lebensmittel, die im Umlauf sind.

tu

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