• Infektionen mit neuer Corona-Mutation aufgetaucht
  • Variante "B.1.640.2" enthält noch mehr Mutationen als Omikron
  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach tauscht sich mit Spezialisten aus

In Südfrankreich haben sich mehrere Menschen mit einer bislang unbekannten Variante des Coronavirus infiziert. Das geht aus einer vorab veröffentlichten Studie von Fachleuten des Forschungsinstituts IHU Méditerranée Infection in Marseille hervor. Was ist bislang über die neue Corona-Variante bekannt? Mindestens zwölf Menschen in Südfrankreich haben sich mit der unbekannten Variante - vorläufig als B.1.640.2 bezeichnet - infiziert. Die Ansteckung geht den Forschenden zufolge auf eine Person zurück, die von einer Reise aus Kamerun zurückgekehrt war. Bei den Tests der Infizierten wurden "atypische Mutationen-Kombinationen" nachgewiesen.

Neue Corona-Variante B.1.640.2 entdeckt: Das ist bisher bekannt

Insgesamt wurden in der Variante 46 Mutationen identifiziert. Das sind nochmals mehr als bei der Omikron-Variante, die 37 Mutationen aufweist. Mehr Mutationen heißt natürlich nicht automatisch, dass eine Virusvariante auch gefährlicher ist. Jedoch konnte das Forschungsteam einige bereits bekannte Mutationen in der neuen Variante entdecken, die erste Hinweise auf ihre Eigenschaften geben.

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So ist zum Beispiel die Mutation N501Y bekannt dafür, dass sie sich stärker an Zellen bindet und sich dadurch besser verbreiten kann. Diese ist von der Alpha-Variante des Coronavirus bekannt. Es wäre also möglich, dass B.1.640.2 ansteckender ist als das ursprüngliche Coronavirus.

Auch die Mutation E484K ist Wissenschaftler*innen bereits bekannt. Dabei handelt es sich um eine sogenannte "Escape-Mutation", die die Wirksamkeit von Impfstoffen zumindest teilweise umgehen kann. Der britische Experte Paul Hunter von der Universität East Anglia hatte eine derartige Corona-Variante bereits im Sommer als "unausweichlich" bezeichnet.

"Kein Grund, besorgt zu sein": Das sagen Experten über B.1.640.2

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung haben die französischen Forschenden auf dem Preprint-Server "medRxiv" veröffentlicht. Sie wurden also noch nicht von unabhängigen Experten geprüft. Aufgrund der bislang wenigen Fälle sind die Daten zudem noch nicht belastbar. "Es ist zu früh, um über virologische, epidemiologische oder klinische Eigenschaften der neuen Variante zu spekulieren", lautet daher auch das Fazit des französischen Forschungsteams.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach betonte ebenfalls, dass wir noch zu wenig wissen, "um etwas Brauchbares sagen zu können". Er stehe aber bereits mit Spezialisten im Austausch über die neue Variante, sagte er "Merkur.de". 

Der Mediziner Christoph Specht bestätigte diese Einschätzung laut RTL. Es sei noch völlig unklar, wie sich B.1.640.2 in Bezug auf das Infektionsgeschehen, die Verbreitung und Impfung verhalte. "Mutationen stehen an der Tagesordnung. Es ist mehr oder weniger jetzt dem Zufall geschuldet, dass von dieser Mutation berichtet wurde, denn es entstehen andauernd viele weitere Mutationen, von denen man gar nichts mitbekommt", so Specht. Er vermutet, dass die neue Virusvariante so gut wie gar keine Bedeutung haben werden und wieder verschwinden könne.

"Wir sollten diese wie auch andere Varianten beobachten, aber es besteht kein Grund, speziell über diese Variante besorgt zu sein", sagte Richard Neher, Experte für Virusvarianten an der Uni Basel (Schweiz), am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Bislang scheine sich die Variante nicht stark auszubreiten und sei damit "nur 'eine unter vielen', die sich gegen Omikron und Delta zumindest bislang nicht durchsetzt".

mit dpa

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