• Die Neurose: Ein Überblick über die psychische Erkrankung
  • Unterschiede zwischen Neurose und Psychose
  • Ursache und Symptome bei einer Neurose
  • Arten der psychischen Erkrankung
  • Häufigkeit 
  • Heilung und Therapie 
  • Verhaltensweisen zur Vorbeugung von Neurosen

Neurosen beschreiben ein bestimmtes Spektrum an Verhaltensstörungen, die psychologisch bedingt sind und die Betroffenen stark belasten. Die Bezeichnung Neurose wird heutzutage nur noch umgangssprachlich verwendet. Ärzte nutzen diesen Begriff kaum noch, denn sie ordnen die psychischen Verhaltensstörungen mittlerweile spezifischer ein.

Neurose oder Psychose: Worin liegen die Unterschiede?

Der Begriff Neurose stammt ursprünglich aus der Neurologie, ist aber inzwischen Bestandteil der Psychiatrie. Die psychischen Störungen wurden von Sigmund Freud in zwei große Bereiche aufgeteilt: die Psychosen und die Neurosen.

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Sie unterscheiden sich dabei in einigen Punkten. Der wohl bedeutendste Unterschied ist, dass sich Neurotiker ihrer Störung bewusst sind und sich Psychotiker für gesund halten. Bei Menschen mit einer Psychose ist die gesamte Persönlichkeit gestört. Bei einer Neurose ist zwar auch die Persönlichkeit gestört, allerdings betrifft dies nur Teilbereiche der Persönlichkeit.

Zudem ist die Neurose eine psychische Erkrankung ohne körperlich erkennbare Ursache. Das ist ebenfalls ein Aspekt, der beide Krankheiten unterscheidet. Bei einer Psychose liegt eine körperliche Ursache vor.

Mögliche Ursachen und Symptome bei einer Neurose

Eine Frau hat Angst und weiß nicht, wovor. Ein Mann hat ständig das Gefühl, er hätte eine schwere Krankheit, dabei ist er vollkommen gesund. Einer weiteren Frau kribbelt es tagelang am ganzen Körper, und es gibt keine Ursache. All das können Symptome einer Neurose sein. 

Die Störungen äußern sich bei Betroffenen individuell verschieden. Manche Patienten haben Schluckbeschwerden, andere sind grundlos traurig, stehen immer wieder vor den gleichen Problemen oder bekommen aus dem Nichts Panikattacken. Angst ist dabei das allgemeinste Symptom.

Genau wie die Symptome sind auch die Ursachen für Neurosen völlig unterschiedlich. Zum einen wird die Krankheit durch nicht verarbeitete Zustände, wie zum Beispiel seelische Konflikte und seelische oder körperliche Traumata, begünstigt. Diese können auch teils bis in die Kindheit zurückreichen. Zum anderen können sozial bedingte Einflüsse Neurosen auslösen. Dazu zählen beispielsweise Probleme mit dem Lebenspartner oder der Familie und Schwierigkeiten im Beruf. Auch über erblich bedingte Veranlagung wird in der Medizin gestritten.

Arten von Neurosen

Neurosen äußern sich, wie die Symptome, in sehr unterschiedlichen seelischen Beschwerdebildern. 

  • Angststörung: Diese Angst ist oft gar nicht auf eine bestimmte Situation begrenzt. Sie kann sich zum Beispiel in einer generalisierten Angststörung oder in einer Panikstörung äußern.
  • Depersonalisations- und Entfremdungssyndrom: Bei dem Depersonalisationssyndrom werden Wahrnehmung von Gefühlen, Körperempfindungen und Gedanken nicht dem Ich zugehörig empfunden. Bei dem Entfremdungssyndrom bezieht sich das auf die Umwelt, die nicht richtig wahrgenommen wird. Dieses Syndrom ist unter anderem ein Begleitsymptom einer Angst- und Zwangsstörung und auch der Dysthymia. Es tritt allerdings auch im Rahmen einer Shizophrenie, Epilepsie oder einer Hirntumorerkrankung auf. Dieses Syndrom benötigt keine spezifische Therapie, sondern eine Behandlung der Grunderkrankung.
  • Dissoziative Störung: Aufgrund von seelischen Konflikten treten körperliche Symptome, wie zum Beispiel Lähmungen, auf. Außerdem sind Wahrnehmungen, Gefühle, Erinnerungen und Vorstellungen nicht an die Realität angepasst. Die Symptome treten hier sehr unterschiedlich auf.
  • Dysthymia: Diese Art äußert sich meist in einer chronisch depressiven Verstimmung, die aber zu leicht ist, um als depressive Störung klassifiziert werden zu können. Es handelt sich dabei um einen wellenförmigen Verlauf aus Phasen mit leichten und Phasen ohne Symptome.
  • Hypochondrische Störung: Die Betroffenen haben bei dieser Erkrankung eine extreme Besorgnis über ihren Gesundheitszustand. Sie verläuft ebenfalls oft chronisch, weil es schwer ist, Betroffene davon zu überzeugen, dass sie gesund sind und nicht an einer schlimmen körperlichen Erkrankung leiden. 
  • Phobien und Zwangsstörungen: Eine Phobie äußert sich in Ängsten vor spezifischen Objekten, wie der Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) oder sozialen Phobien. Die Zwangsstörung geht mit wiederkehrenden Zwangsgedanken einher. Die Betroffenen haben Angst, dass es schlimme Folgen hat, wenn sie ihren Zwangshandlungen nicht nachkommen.

Die Krankheitsverläufe sind in den neurotischen Störungen unterschiedlich und begleiten die Betroffenen oft ein Leben lang.

Häufigkeit von Neurosen

Neurosen sind alles andere als selten. Mittlerweile entwickeln sich diese psychischen Verhaltensstörungen zu Volkskrankheiten. Ungefähr 6-10 Prozent der Menschen sind von neurotischen Störungen betroffen. 

Bei 80-95 Prozent der Menschen treten einmal im Leben neurotische Symptome auf, die sich bei ihnen aber nicht zu einer dauerhaften psychischen Störung entwickeln. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. 

Psychische Störungen stehen an vierter Stelle, wenn es um die Ursache für Arbeitsunfähigkeit geht. Jeder dritte Rentenbeginn erfolgt aus diesem Grund. Behandlungen für Menschen mit neurotischen Störungen übernimmt ein Facharzt für Psychotherapie.

Behandlungsmethoden von Neurosen

Die Überwindung sich Hilfe zu holen ist nach wie vor groß. Viele haben auch heute noch Angst vor dem Stigma und davor, für verrückt erklärt zu werden. In Deutschland findet dazu mittlerweile ein Umdenken statt. In der Regel erfolgt nach der Diagnosefeststellung eine Drei-Säulen-Therapie. Diese ist gegliedert in psychotherapeutische Maßnahmen, medikamentöse Therapie und psychosensorische Verfahren.

Neben diesen Behandlungen kann der Betroffene auch selbst aktiv werden. Dabei ist der erste Schritt, sich mit all den Ängsten und anderen Störungen so anzunehmen, wie man ist. Wichtig ist, offen mit der Neurose umzugehen. Den Mut zu haben, mit Freunden und dem Partner über das zu sprechen, was belastend ist und auch nach Hilfe zu fragen. Außerdem können Yoga, Autogenes Training und Meditation helfen Ruhe einkehren zu lassen und zu sich selbst zu finden.

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Kann man Neurosen vorbeugen?

Einige Verhaltensweisen und Lebensweisen können Neurosen vorbeugen. 

  • Oft neigen Menschen dazu, sich zu viel zuzumuten. Doch man sollte das Leben keiner Dauerbelastung aussetzen. Wichtig ist sich Ausgleichsmöglichkeiten zu suchen um mit schwierigen Erfahrungen besser umgehen zu können. Dazu zählen Sport, das Pflegen sozialer Kontakte, eine gesunde Ernährung und motivierende geistige Aktivität. Das macht die Psyche stabil und den Menschen gegenüber Belastungen widerstandsfähig.
  • Gerade bei Kindern sollte man sensibler mit übermäßigem Druck, übertriebener Erwartung an deren Leistung und Strafandrohungen umgehen. Es ist wichtig, dass Kinder das Gefühl bekommen sie können ihre Sorgen, Gefühle und Verletzungen äußern.
  • Wenn Symptome einer Neurose auftreten kann man rechtzeitig gegensteuern, wenn man diese als solche erkennt. Es ist besser, sich bewusst damit zu befassen und ungewöhnliche Ängste, Wünsche oder Triebe nicht zu verdrängen.

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