Auf der Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus werden verschiedenste Mittel diskutiert: So soll etwa Mundspülung die Virenlast im Mund-Rachen-Raum verringern und Aspirin die Schwere des Krankheitsverlaufes reduzieren. Aktuell wird auch über die Wirkung von Melatonin diskutiert. Sogar Donald Trump soll bei seiner Covid-19-Erkrankung im Oktober unter anderem mit Melatonin behandelt worden sein. Eine kürzlich im Fachjournal PLOS Biology publizierte US-amerikanische Studie legt nun nahe, dass Melatonin tatsächlich im Kampf gegen das Coronavirus helfen könnte - doch stimmt das?

Melatonin ist ein menschliches Hormon, welches den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert. Daher bekommen Patienten mit Schlafstörungen oft Arzneien und Medikamente mit Melatonin verschrieben. Nun steht auch eine Anwendung für Covid-19-Patienten im Raum. 

Studie mit hoffnungsvollen Ergebnissen - wissenschaftliche Bestätigung steht aber noch aus

In der Studie suchten die Forscher der Cleveland Clinic nach Gemeinsamkeiten von Covid-19 mit 64 anderen Krankheiten. Mithilfe großer Datensätze fanden sie einige Parallelen zum Atemnotsyndrom, Sepsis - einer Blutvergiftung - und der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) entdeckt. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Atemnotsyndrome und Sepsis die beiden Haupttodesursachen bei Patienten mit Covid-19 sind.

Die Suche nach Gemeinsamkeiten war wichtig für den zweiten Teil der Untersuchung. Nach der Identifizierung der Krankheiten erstellten die Wissenschaftler eine Liste von 34 dazugehörigen zugelassenen Gegenmitteln und Medikamenten. Unter den ermittelten Kandidaten: Melatonin. 

Die Autoren der Studie schreiben von fast 27.000 Personen, die sich auf Covid-19 testen ließen. 8274 seien davon positiv ausgefallen. Ein Merkmal war dabei auffällig: "Wir stellten fest, dass die Verwendung von Melatonin mit einer um 28 Prozent verringerten Wahrscheinlichkeit eines positiven Labortestergebnisses von Sars-CoV-2 einhergeht [...]". 

"Kein Allheilmittel" - Trump mit Melatonin behandelt

Dennoch warnen die Autoren davor, Melatonin ohne Absprache mit dem Arzt einzunehmen. Zwar bezeichnen sie es als potenzielles Gegenmittel und Medikament gegen Covid-19 - eine wissenschaftliche Bestätigung der Studie steht jedoch noch aus.  Außerdem weisen die Autoren darauf hin, dass zunächst noch randomisierte klinische Studien nötig sind, um die Wirkung von Melatonin gegen Covid-19 wissenschaftlich zu bestätigen. 

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Ein prominentes Beispiel für die Einnahme von Melatonin ist Donald Trump. Der kürzlich abgewählte Präsident der USA war Anfang Oktober an Corona erkrankt und erhielt zur Behandlung eine Vielzahl an Medikamenten und Wirkstoffen - auf der Liste soll sich auch Melatonin befunden haben.

Die Virologin Sandra Ciesek äußerte sich kritisch zur Wirkung von Melatonin: Ein Effekt gegen Sars-CoV-2 sei "rein spekulativ", erklärt sie im Coronavirus-Update des NDR.  Zunächst müssen Studien abgewartet werden. Zwar werde Melatonin wohl "kein Allheilmittel" sein, aber dennoch könne es unterstützend gegeben werden. 

 

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