Grippeviren können sich schnell verändern und mutieren, deswegen musste der Impfstoff gegen die Influenza-Viren bisher jedes Jahr neu angepasst werden. Das könnte sich nun ändern, denn Forscher des Instituts für biomedizinische Forschung der Università della Svizzera Italiana in Bellinzona (Schweiz) haben nun ein Molekül entdeckt, das den genauen Typ des Virus erkennen soll. Mit den in dem Fachmagazin "Nature Microbiology" veröffentlichten Ergebnissen könnten möglicherweise Alternativen zur Grippeimpfung entwickelt werden.

Grippeerkrankung: Das sind die Symptome

Vor allem in den Monaten zwischen Oktober und Mai hat sie Saison: Die Grippe, auch Influenza genannt. Typische Beschwerden sind laut dem Bundesministerium für Gesundheithohes Fieber, schwere Kopf- und Gliederschmerzen und Reizhusten. Durch die Symptome, die den ganzen Körper betreffen, sei die Viruserkrankung von einer Erkältung zu unterscheiden.

Impfempfehlung für besonders gefährdete Personen

Zwar ließen die oft starken Beschwerden meist innerhalb einer Woche nach, besonders gefährdete Personen wie Schwangere, ältere Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranke oder Angestellte in Gesundheitsberufen sollten sich laut einer Empfehlung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dennoch unbedingt impfen lassen.

Starke Grippewelle im Jahr 2017 und 2018, Rückgang in letzter Saison

Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge habe es allein im Grippe-Jahr 2009 bis zu 400.000 Todesfälle durch den Virus gegeben. Auch die Grippewelle zwischen 2017 und 2018 sei laut dem Saisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza ungewöhnlich stark gewesen.

In Franken ist die Zahl der an Grippe Erkrankten in der letzten Saison aber wieder zurückgegangen.

Impfung gegen das Influenza-Virus: Jährliche Anpassung des Wirkstoffs

Allerdings ist die Grippeimpfung auch relativ aufwendig, da jedes Jahr eine Auffrischung der Impfung notwendig ist. Da sich die Influenza-Viren schnell verändern können, muss der Wirkstoff kontinuierlich angepasst werden. Die WHO bestimmt auf Grundlage der Daten von Referenzzentren, wie in Deutschland dem Robert-Koch-Institut, jährlich neu die Zusammensetzung des Impfstoffs.

Inzwischen läuft die Forschung für einen universellen Impfstoffauf Hochtouren.

Neue Forschungsergebnisse: Molekül kann Immunantwort steuern

Durch das von den Tessiner Forschern neu entdeckte Molekül namens SIGN-R1 könnte es aber sogar schon bald Alternativen zur Impfung geben. Das Molekül erkennt verschiedene Varianten des Virus und kann so die Reaktion des Immunsystems steuern, um die Erreger zu zerstören. Die Atomverbindung kann sich laut den Forschern auch an andere Viren der Atemwege binden und somit möglicherweise auch andere Virustypen erkennen.

Basierend auf Molekülen der gleichen Familie, könnten somit Alternativen zur Impfung gefunden werden. Dadurch könnte bei bereits infizierten Personen und Personen, bei denen die Impfung nicht wirksam ist, die Behandlung verbessert werden.