Freiburg im Breisgau
Gesundheit

Neues Influenza-Virus entdeckt: Krankheitserreger kann sich schnell anpassen

Mehrere Institute sind auf einen neuen Influenzavirus gestoßen: Der Virus wurde bei Fledermäusen entdeckt und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit, weswegen auch die Möglichkeit einer Übertragung auf den Mensch besteht.
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Forscher konnten in Fledermäusen eine neue Influenza-Art entdecken. Symbolfoto: pixabay.com/Salmar
Forscher konnten in Fledermäusen eine neue Influenza-Art entdecken. Symbolfoto: pixabay.com/Salmar

Neues Influenza-Virus entdeckt: Das Universitätsklinikum Freiburg des Friedrich-Löffler-Instituts sowie der US-amerikanischen Colorado State University und Kansas State University haben vor kurzem eine neue Gattung des Influenzavirus entdeckt.

Influenza-Virus mit hoher Anpassungsfähigkeit in Fledermäusen entdeckt

Einer Pressemitteilung des Freiburger Universitätsklinikums zufolge fanden die Forscher das neue Virus bei der Untersuchung von Fledermäusen. Besonders auffällig sei, dass das Influenza-Virus "H18N11" eine hohe Anpassungsfähigkeit besitze.

"Influenza-Viren besitzen generell eine hohe Mutationsrate", so Prof. Dr. Martin Schwemmle, Studien- und Forschungsgruppenleiter am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg. "Dennoch waren wir überrascht, in wie kurzer Zeit Viren des Typs H18N11 in Zellkultur genetische Veränderungen entwickeln."

Durch die genetische Wandelbarkeit des Virus, steigt auch das potenzielle Infektionsrisiko für den Menschen. So heißt es in der Pressemittelung, dass die Forscher hauptsächlich Veränderungen feststellten, "die die Verbreitung des Virus fördern."

Experten vermuten geringe Ansteckungsgefahr für den Menschen

Das mögliche Ansteckungsrisiko des Influenza-Virustyps "H18N11" für Menschen beurteilt Schwemmle vorsichtig optimistisch: "Frettchen haben sich als Tiermodell für die Übertragungswahrscheinlichkeiten anderer Influenza-Viren auf Menschen bewährt. Wenn das auch für unseren Virus-Typ der Fall ist, gibt es unseres Wissens keine Anzeichen für ein relevantes Infektionsrisiko.

Eine natürliche Übertragung ist aber nicht auszuschließen. Besonders schwierig ist die Risiko-Einschätzung aufgrund der hohen genetischen Anpassungsfähigkeit des Virus. Wie gefährlich das Virus aber wirklich ist und die genaue Funktionsweise der Influenza, wir d von Prof. Dr. Schwemmle derzeit in detaillierten Folgestudien untersucht.

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