Selten wird in so vielen Bereichen über Hygienemaßnahmen gesprochen, wie aktuell. Um die Menschen vor dem Coronavirus zu schützen, werden vielfältige regionale, landes- und bundesweite Maßnahmen getroffen. Von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren hin zu abgesagten Veranstaltungen, eine diskutierte Einkaufswagenpflicht in Supermärkten bis zu den alltäglichen Dingen des Lebens.

Davon bleibt auch der Bart nicht verschont. Als Zeichen der Männlichkeit, Mode, Statussymbol oder einfach aus einer persönlichen Vorliebe genießt das Thema Bart für viele Männer hohes Ansehen. Doch wie gefährlich ist das Tragen eines Bartes in Zeiten der Corona-Pandemie? 

Tröpfchen bleiben leichter im Bart hängen

Dafür ist die Bartform und die Dichte der Haare mitentscheidend:  So bietet ein Vollbart wesentlich mehr Angriffsfläche als ein Dreitagebart. Das bedeutet in der Theorie, dass Viren in Form von Tröpfchen leichter das Gesicht erreichen und in den Barthaaren hängenbleiben können.

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Derzeit ist es wichtig, sich möglichst wenig mit den Händen ins Gesicht zu fassen: Gerade Bartträger stehen hier vor einer wahren Herausforderung, denn schnell und automatisch wandern die Finger regelmäßig in den Bart. Dennoch sollte der Griff ins Gesicht oder in den Bart vermieden werden, denn von dort aus können sie über die Hand schnell zum Mund oder in die Schleimhäute der Nase gelangen. 

Wissenschaftliche Belege dafür, dass Bartträger stärker gefährdet sind, gibt es allerdings nicht. In diesem Zusammenhang wird oft auf eine Studie verwiesen, in der untersucht wurde, wo sich mehr Bakterien, Mikroben und ähnliches befinden: im Fell eines Hundes oder im Bart eines Mannes? Das Ergebnis viel zu zuungunsten der Männer aus: Ein Bart enthält deutlich mehr Bakterien, als ein Hundefell. Ob das auch für Viren gilt, ist dabei ungeklärt. 

Eingeschränkte Wirkung von Schutzmasken 

Bereits Ende Februar hat die US-Bundesbehörde für medizinisches Personal eine Grafik erstellt, die vor allem auf Twitter Aufmerksamkeit erlangte. Darin wird gezeigt, wie sich die Bartform auf eine Gesichtsmaske auswirkt und welcher Barttyp vermieden werden sollte. 

Die Idee, den Bart abzurasieren, wurde bereits in England diskutiert. Dort sind Ärzte und Pfleger dazu angehalten, sich den Bart zu rasieren, damit die Maske besser an der Haut anliegt. Ähnliches schreibt auch das Robert-Koch-Institut in einem veröffentlichen Dokument über Hygienemaßnahmen - hier allerdings für "nicht-medizinische Einsatzkräfte." Dort heißt es: "Bartwuchs beeinflusst die Abdichtung der Maske." 

Fazit: Wer eine  Gesichtsmaske effizient tragen möchte, sollte auf den "richtigen" Barttyp achten und seinen Bart stutzen - komplett abrasiert werden muss der Bart allerdings nicht. Für den Alltag kann ein Bart eine erhöhte Gefahr für Tröpfcheninfektion darstellen - wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings noch nicht.