Laden...
Franken
Corona-Krise

Mundschutz am Steuer: Muss ich beim Autofahren eine Maske tragen?

In Bayern gilt seit Wochenbeginn die Maskenpflicht in Bus und Bahnen sowie beim Einkaufen. Muss die Maske beim Autofahren abgenommen werden? Und was ist mit Fahrern von Fahrdiensten?
 
Coronavirus · Dresden
Autofahrern, die am Steuer einen Mundschutz tragen, droht eine Strafe. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

In allen deutschen Bundesländern wurde inzwischen eine Maskenpflicht in der Corona-Krise verhängt. In  Bayern gilt diese seit Montag (27. April 2020). In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften, wie Supermärkten, ist die Atemschutzmaske dann also Pflicht. Auch eine gute Frage: Wie viele Menschen dürfen in Corona-Zeiten eigentlich in einem Auto sitzen?

Doch wie sieht es eigentlich beim Autofahren aus? Schließlich muss nach Paragraf 23, Absatz 4, der Straßenverkehrsordnung (StVO), das Gesicht erkennbar sein. Der Paragraf sorgt dementsprechend für Verunsicherung, denn er besagt: "Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist." Deshalb stellt sich jetzt vielen Autofahrern und Fahrern von Fahrdiensten die Frage, wie es mit Corona-Mundschutzen aussieht? Falls Sie einen Mundschutz online bestellen möchten: Hier finden Sie Tipps von uns.

Maskenpflicht: Droht Autofahrern ein Bußgeld?

Wer mit Mundschutz am Steuer von der Polizei angehalten wird, für den kann es teuer werden - könnte man meinen. Denn durch oben genannten Paragrafen der StVO will der Gesetzgeber sicherstellen, dass ein Autofahrer identifiziert werden kann, wenn er beispielsweise geblitzt wird.

Wie die Polizei Unterfranken gegenüber inFranken.de bestätigt, ist in der aktuellen Situation das Tragen eines Mundschutzes beim Autofahren erlaubt - insbesondere dann, wenn aufgrund anderer Mitfahrer der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann. Es handele sich dabei nicht um ein vorsätzliches Verschleiern der Identität, da in der Corona-Krise gesundheitliche Motive im Vordergrund stehen.

Das Bayerische Innenministerium und der "ADAC" haben ebenfalls eine Einschätzung abgegeben: "Wer sich mit einem Mundschutz hinter das Lenkrad eines Kraftfahrzeugs begibt, muss darauf achten, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge im Wesentlichen weiterhin auszumachen sind", sagen die Rechtsexperten. Deshalb gilt es zu beachten, dass dies beispielsweise durch das gleichzeitige Tragen von Mund-Nasen-Schutz und Sonnenbrille nicht mehr gegeben sein könnte. 

Der Verkehrsclub betont, dass dies bei handelsüblichen Masken kein Problem sein dürfte. Selbstgenähte Schutzmasken könnten hingegen zu weit ins Gesicht rutschen. Zudem betont der ADAC: "Wird mit einem Mundschutz eine Ordnungswidrigkeit begangen, läuft das normale Bußgeldverfahren durch. Kann der Fahrer nicht ermittelt werden, droht dem Halter eine Fahrtenbuchauflage. Die Bußgeldbehörden handhaben hier zur Zeit jedoch großzügiger, insbesondere bei gewerblichen Fahrten."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir basierend auf Polizeiinformationen berichtet, dass der Mundschutz bis zum Kinn heruntergezogen werden muss, da sonst ein Bußgeld fällig wird. Das hat das Polizeipräsidium Unterfranken seitdem korrigiert. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

tu/ml/dn