Im Vergleich zu Frauen mit normalem Blutdruck haben Frauen mit Bluthochdruck eine um 15 Prozent höhere Gefährdung, in ihrem Leben an Brustkrebs zu erkranken. Dies ist der Medizin schon seit längerem Bekannt. Am Freitag präsentierte die "American Heart Association" (AHA) bei ihrer dreitägigen Hypertension Scientific Session - ein wissenschaftliches Programm, bei der neueste Studien zum Bluthochdruck dar gelegt werden - spannende Ergebnisse zum Zusammenhang von Bluthochdruck und Brustkrebs.

Protein "GRK4" in Brustkrebszellen, jedoch nicht in normalen Brustgewebe gefunden

Das Protein GRK4 (G-Protein-gekoppelte Rezeptorkinase 4) soll laut der AHA in hoher Konzentration Bluthochdruck verursachen. Weiterhin wurde das Protein in untersuchten Brustkrebszellen gefunden, konnte jedoch in normalen Brustzellen nicht nachgewiesen werden.

Bisher konnte der molekulare Mechanismus, welcher beide Krankheiten verbindet, nicht gefunden werden. Die Entdeckung des Proteins, welches eine Verbindung zwischen Brustkrebs und Bluthochdruck aufbaut, scheint die Forscher einen Schritt näher an eine Lösung und somit neue Therapiemethoden zu bringen.

Warum sind wirksame Therapiemethoden so wichtig?

Ab dem 60. Lebensjahr leiden über 60 Prozent der Frauen in Deutschland an Bluthochdruck. Weiterhin ist nach dem 65. Lebensjahr das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken bei Frauen größer, als bei Männern. Hier spielen verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel Schwangerschaften, die Menopause oder hormonelle Verhütung eine Rolle. Unbehandelt kann es zu starken, gesundheitlichen Problemen kommen. Schlaganfälle, Herzerkrankungen und Sehverlust sind nur einige der resultierenden Krankheiten.

Der Brustkrebs ist bei der Frau die am häufigsten diagnostizierte Krebsart und die zweithäufigste Ursache für den Krebstod. Jährlich kommt es in Deutschland zu über 69.000 Neuerkrankungen und zu fast 18.000 Sterbefällen. Fast 30 Prozent der Frauen sind bei der Diagnosestellung noch jünger als 55 Jahre. In diesem Alter spielen die meisten anderen Krebserkrankungen zahlenmäßig noch kaum eine Rolle.

Nicht jede Art von Brustkrebs wird von Studie abgedeckt

Laut Dr. Wei Yue, Leiterin der Studie und Wissenschaftlerin an der University of Virginia, kann das Testergebnis nicht auf jeden Brustkrebstyp angewandt werden. Nicht jeder Tumor ist der gleiche - die Studie suchte speziell in zwei Formen, bekannt als Hormon-Sensitiv und Dreifach-Negativ, nach dem Protein GRK4. Der molekulare Mechanismus kann somit auch nur in diesen zwei Formen für die Suche nach Therapiemethoden genutzt werden.

Neue Form der Behandlung möglich

Da das Protein im Brustgewebe nicht natürlich vorkommt, sondern dort von einem Gen zum Protein gemacht wird, bereitet es Angriffsfläche für mögliche neue Medikamente. "Ein Medikament, welches GRK4 angreift, kann potenziell für die Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck und Brustkrebs genutzt werden", bestätigt Dr. Yue. Die Studie bringt so nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch Hoffnung auf Heilung mit sich.

Gegen den Bluthochdruck kann man auch mit anderen Mitteln vorgehen. Neue Testergebnisse untersuchten den Kürbis als Heilmittel und kamen zu spannenden Ergebnissen.