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Covid-19

Mediziner warnen: Immer mehr junge Menschen haben schwere Corona-Verläufe

Mediziner schlagen aktuell Alarm: Sie fürchten mehr schwere Verläufe bei jungen Menschen. Was ist dran an der Warnung?
 
Immer mehr junge Menschen erkranken schwer an Corona - daher sind Mediziner aktuell in Alarm.
Immer mehr junge Menschen erkranken schwer an Corona - daher sind Mediziner aktuell in Alarm. Foto: Pexels.com/Andrea Piacquadio
  • Corona-Infektionen bei jüngeren Menschen steigen
  • Auch schwere Krankheitsverläufe bei jüngeren Patienten möglich
  • Virus-Mutation für Jüngere gefährlicher?
  • Folgen von Long Covid nicht unterschätzen

Die Impfkampagne geht - wenn auch sehr schleppend - voran: Immerhin knapp 15 Prozent aller Menschen in Deutschland haben mittlerweile zumindest ihre erste Impfdosis erhalten. Vor allem ältere Menschen - besonders gefährdet durch eine Covid-19 Erkrankung - werden bei der Impfstrategie bevorzugt behandelt. Hier ist die Impfquote nochmals deutlich höher. Also Grund für Entspannung? Nein, warnen Mediziner: Aus ihrer Sicht sind es die jüngeren Menschen, die zu den Treibern der Pandemie geworden sind und die mittlerweile einen erheblichen Anteil der Patienten stellen, die mit schweren Verläufen in den Intensivstationen liegen. Wie kommt das? Ist das Virus für Jüngere gefährlicher geworden?

Wie gefährlich sind die neuen Virus-Mutationen für Jüngere?

Vorab: Eine Antwort auf diese Frage ist nicht leicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht durchaus Hinweise darauf, dass die neuen Virusvarianten - unter anderem die in Großbritannien das erste Mal nachgewiesene und in  Deutschland mittlerweile vorherrschende Variante  B.1.1.7. - für jüngere Menschen gefährlicher sein könnte. 

Sicher ist mittlerweile, dass diese Variante ansteckender ist und vor allem jüngere Menschen diese Virusvariante leichter übertragen und sich mit ihr infizieren können. Und genau an dieser Stelle liegt aus Sicht der Mediziner die Gefahr.

Bereits vor einigen Wochen hatten Intensivmediziner davor gewarnt, dass die Belegung der Intensivstationen wieder wachse - und dabei vor allem auch Menschen unter 60 Jahren eingeliefert würden. Dieser Effekt ist beispielsweise auch in Israel beobachtet worden, das in seiner Impfkampagne deutlich weiter ist als die Bundesrepublik. „Wir sehen das jetzt schon auf den Intensivstationen, dass sich die Patienten dort ändern: Die werden jünger“, so RKI-Vizepräsident Lars Schaade bereits Mitte März gegenüber der dpa.

Folgen von Long Covid nicht ignorieren

Auch wenn weiterhin vor allem ältere Menschen das Risiko einer schweren Erkrankung tragen: Bei einer rasant steigenden Infektionszahl wird es auch zahlreiche jüngeren Menschen geben, die schwer erkranken.

Zudem - und das sollte man nicht vergessen - ist die Behandlung auf der Intensivstation oder gar der Tod die schlimmste drohende Konsequenz einer Covid-19-Erkrankung. Aber: Auch ein "leichterer" Verlauf birgt Risiken und Gefahren. 

Betroffene haben nicht nur oft schwere Wochen der Erkrankung zu verkraften, sie haben teils auch über Monate mit erheblichen Einschränkungen und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Dabei sind die Folgen der Krankheit ("long covid") bisher noch nicht genügend analysiert. Die Krankheit auf die leichte Schulter zu nehmen, ist alleine schon deshalb auch für Nicht-Risikopatienten und Menschen unter 60 Jahren nicht sinnvoll.