In Deutschland leiden ganze zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an einer Erdnussallergie. Durch vermehrten technologischen Einsatz in der Lebensmittelindustrie, steigt die Anzahl von Erdnussallergikern in Deutschland massiv. Bei Betroffenen reicht in manchen Fällen eine einfache Berührung aus, um gefährliche Symptome auszulösen.

Schon Mengen im Mikrogrammbereich sind gefährlich

Viele Allergiker müssen die Erdnuss nur berühren, um einen allergischen Schock zu bekommen. Es reichen Mengen im Mikrogrammbereich, um Symptome wie Atemnot, Erbrechen und Schwellungen im Mund- und Rachenraum auszulösen. Ein anaphylaktischer Schock kann tödlich enden.

Bis heute gibt es keine genehmigte medizinische Form der Behandlung für die Allergie. Betroffene müssen sich an eine strikte Diät halten und bekommen für den Fall eines allergischen Schocks rettende Medikamente, wie Antihistaminikum oder einen Adrenalin-Autoinjektor verschrieben. Nichts wirkte jedoch prophylaktisch.

USA testen erstes prophylaktisches Mittel gegen Erdnussallergie

Forscher aus Amerika haben nun an einem Mittel gearbeitet, das bei Betroffenen für eine Hyposensibilisierung sorgen würde. Dass bedeutet zwar nicht, dass die Allergie verschwinden würde, die Allergiker können dann aber besser mit der Allergie umgehen.

Dadurch würden Betroffene eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität spüren. Die Studie wurde im "New England Jounal of Medicine" veröffentlicht und sagt aus, dass die getesteten Kinder und Jugendliche im Verlauf der Studie bis zu zwei Erdnüsse essen konnte, ohne gefährliche Symptome zu zeigen.

Wenn man bedenkt, dass schon Mengen im Mikrogrammbereich allergische Schocks auslösen können, ist dies ein enormer Fortschritt in der Forschung. Bleibt also nur noch zu hoffen, dass das Medikament soweit entwickelt wird, damit es für Allergiker genehmigt werden und einen neuen Weg in der Allergiebehandlungen darbieten kann.

Für die Kinder, die nicht bereits mit einer Erdnussallergie geboren werden, kann eine erdnusshaltige Nahrung das spätere Erkrankungsrisiko sogar senken. So lautet zumindest die Aussage des National Institute of Allergy and Infectious Diseases.