Auch Hunde und Katzen können sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizieren - erst Anfang Dezember wurden neue Fälle bekannt. Bereits seit Juni dieses Jahres gibt es zudem eine Meldepflicht für infizierte Tiere. Seither tauchen in den sozialen Medien des Öfteren Diskussionen darüber auf, ob auch Hunde einen Mundschutz brauchen. Doch ist das wirklich notwendig?

Beim Gassigehen kommt es vor, dass Hunde nicht den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Hunden oder Personen einhalten. Besteht dadurch eine Infektionsgefahr, die Mithilfe eines Masken-Maulkorbs eingedämmt werden kann?

Zu wenig Viruslast: Hunde können Menschen nicht infizieren

Die gute Nachricht: Nach aktuellem Wissensstand wird davon ausgegangen, dass sich Menschen bei Haustieren wie Hunden oder Katzen nicht  anstecken können. "Es gibt derzeit keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Hunde und Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von Sars-CoV-2 auf den Menschen spielen", erklärt die Generaldirektion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommission dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Ein wichtiger Faktor ist in diesem Zusammenhang die Viruslast: Gerade bei Hunden wurde festgestellt, dass sich das Virus nicht stark genug vermehrt, um andere Hunde oder gar einen Menschen zu infizieren. Katzen hingegen können andere Katzen infizieren, jedoch ist auch bei ihnen nicht ausreichend Viruslast vorhanden, um ein Infektionsrisiko für einen Menschen darzustellen.

Stattdessen besteht in der umgekehrten Konstellation ein Infektionsrisiko: Eine mit dem Coronavirus infizierte Person kann verschiedene Haustiere - wie Katzen, Hunde oder Kaninchen - anstecken. Das bestätigen auch die Ergebnisse einer italienischen Studie aus diesem Jahr. 

Fazit: Keine "Maulkorb-Maske" nötig

Weil Hunde nicht genügend Viruslast haben, um einen Menschen infizieren zu können, hält Franz Conrath eine "Maulkorb-Maske" für unnötig: "Das braucht man nicht", meint er im Gespräch mit dem BR. Allerdings rät er auch im Umgang mit Haustieren zur Beachtung der Hygieneregeln: So solle man dem Tier nicht ins Gesicht fassen oder sich das Gesicht abschlecken lassen. 

Auch interessant: Hunde können eine Corona-Infektion erschnüffeln - und so womöglich eine Alternative zum PCR-Test darstellen.