Seit dem 27. April gilt in ganz Bayern eine Maskenpflicht. Egal, ob beim Einkaufen, im Zug, in Biergarten, Restaurant oder Café: Überall muss Mundschutz getragen werden. Von vielen Seiten wird gemeckert - und einige fordern schon nach wenigen Wochen die Abschaffung des Maskengebots.

Forscher der "University of Caliornia San Diego" zeigen nun, wie sinnvoll ein Mundschutz im Kampf gegen das Coronavirus wirklich ist - und warum das Aufheben der Maskenpflicht keine gute Idee wäre.

Neue Studie zeigt: Das bringt ein Mundschutz gegen "Sars-CoV-2"

Um festzustellen, ob die Mundschutz-Maßnahme wirklich effektiv gegen die Ausbreitung des Coronavirus hilft, muss man erst einer anderen Frage auf den Grund gehen: Wie steckt man sich mit dem "Sars-CoV-2"-Erreger an und wo ist das Ansteckungspotential am höchsten?

Häufigste Infektionsursache: Aerosole

Bereits durch Virologen wie Christian Drosten belegt, erfolgt eine Ansteckung am häufigsten über eine Tröpfcheninfektion. Daneben bilden sogenannte Aerosole die zweithäufigste Infektionsursache.

Die mikroskopisch kleinen Schwebeteilchen fliegen bereits beim Sprechen oder Atmen durch die Luft und sind deutlich kleiner, leicht und länger in der Luft als Tröpfchen. Durch ihre winzige Größe ist es möglich, die Teilchen einzuatmen und in der Lunge das Covid-19 Virus auszulösen.

Die amerikanischen Forscher vergleichen in ihrem Bericht die Flugdistanz von Aerosole mit dem Rauch einer Zigarette: An der frischen Luft können Sie den Rauch-Geruch aus mehreren Metern Entfernung wahrnehmen. Das Beispiel soll verdeutlichen, dass es auch möglich ist, aus einer solchen Distanz Aerosole einzuatmen und sich zu infizieren.

Einer weiteren Studie zufolge stoßen Patienten des Coronavirus in einer Minute lauten Sprechens zwischen 1000 und 100.000 virenbelastete  Aerosole aus, welche stundenlang in der Luft zirkulieren.

Mundschutz gegen Aerosole: Wie effektiv ist eine Maske?

Die Untersuchungen aus Kalifornien bestätigen das bereits Angenommene: Ein gut sitzender Mundschutz senkt das Risiko, eine andere Person zu infizieren. Masken reduzieren  die Anzahl der ausgestoßenen Aerosole und senken somit die Chancen auf eine Infektion des Gegenübers. Am effektivsten ist eine Maske mit ausreichend Abstand, da die Teilchen dann einen weiteren Weg zurücklegen müssen, um in die Lunge zu gelangen.

Als Beispiel führen die Forscher das Land Taiwan an. Dort wurden direkt zu Beginn der Krise die Produktionen von Mund-Nasen-Bedeckungen hochgefahren, sodass sich jeder Bürger kostengünstig genug Masken zulegen konnte. Seit dem Ausbruch des Virus gibt es dort nur 442 bestätigte Fälle (Stand: 29. Mai 2020, Quelle: Johns Hopkins University).

Mundschutz hilf: Gibt es Alternativen?

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, hat ein Forscherteam der Florida Atlantic University getestet, welche Maskenart wie durchlässig ist, wenn sie Husten oder Niesen ausgesetzt ist. 

Getestet wurden der Studie zufolge ein als Mund-Nasen-Bedeckung verwendetes Halstuch, eine Maske gemacht aus einem Stofftaschentuch, eine genähte doppellagige Maske aus Baumwolle und eine handelsübliche kegelförmige Maske. Die Masken wurden am Kopf einer Art Schaufensterpuppe angebracht. Mittels einer Pumpe wurde Niesen beziehungsweise Husten simuliert. Zusätzlich wurde mit einer Nebelmaschine Dampf in das Modell geleitet, um den Husten-Strahl für die Analyse sichtbar zu machen.

Das Ergebnis: Die gut sitzende, genähte Maske hielt die Nies- und Husten-Tröpfchen am besten zurück. Im Laborversuch flogen die Partikel etwa 6,6 Zentimeter (2,5 Inches) weit. Etwas schlechter war die handelsübliche kegelförmige Maske. Am schlechtesten schnitt das Halstuch ab. Die Partikel erreichten hier eine Weite von circa 1,1 Meter (3 Feet 7 Inches). Zum Vergleich: Beim Husten ohne Mund-Nasen-Bedeckung flogen die Partikel mit rund 2,4 Metern (8 Feet) mehr als doppelt so weit.

Wichtig zu wissen sei, dass keine Maske zu 100 Prozent vor den Erregern schütze, sagte Verma. Daher sei es nötig, zusätzlich etwa Abstand zu halten und Hände zu waschen.

Auch wenn es vielen lästig ist: Die Forschungslage bestätigt, dass das Tragen eines Mundschutzes die Ausbreitung des Coronavirus eindämmt. Nun suchen zahlreiche Menschen nach Alternativen: Eine davon ist  das Schutzvisier. In einem anderen Artikel haben wir die Frage beantwortet, ob ein Schutzvisier einen gleichwertigen Schutz bietet, wie ein Mundschutz.

aa