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Low-Carb auf Fränkisch: Das steckt hinter der kohlenhydratarmen Ernährungsart

"Low-Carb"-Rezepte sind nach wie vor sehr beliebt. Ob als Diät oder aus gesundheitlichen Gründen - viele Menschen schwören auf die kohlenhydratarme Ernährungsweise. Doch ist es wirklich besser für die Gesundheit weniger Brot, Kartoffeln, Reis oder Nudeln zu essen?
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Was steckt hinter dem Ernährungstrend "Low-Carb"? inFranken.de erklärt alles wichtige und gibt fränkische Ernährungstipps. Symbolbild: TeroVesalainen/Pixabay
Was steckt hinter dem Ernährungstrend "Low-Carb"? inFranken.de erklärt alles wichtige und gibt fränkische Ernährungstipps. Symbolbild: TeroVesalainen/Pixabay

"Low-Carb-Diät" als Modeerscheinung: Wir alle kennen das. Zum Jahreswechsel beschäftigen wir uns mit guten Vorsätzen. Eine gesündere Ernährung, ein bewusster Lebensstil, mehr Sport. Dabei zählen vor allem Änderungen im Essverhalten zu den Klassikern. Also weniger Fleisch, oder weniger ungesundes zu sich nehmen.

Besonders beliebt: Die sogenannte "Low-Carb-Diät". Bei dieser Diät werden die natürlichen Kohlenhydratlieferanten wie Brot, Nudeln, Reis oder Kartoffeln durch fett- und eiweißreiche Lebensmittel ersetzt. Zusätzlich sind bei der Diät Süßigkeiten, Kuchen und Zucker meist komplett tabu.

"Low-Carb": Wie funktioniert das Konzept?

Der Körper verwendet Kohlenhydrate als primäre Energiequelle. Sogar noch vor Eiweiß oder Fetten. Damit lässt sich mit dieser Art der Diät der natürliche Stoffwechsel unterbrechen. Bekommt der Körper keinen Nachschub an Kohlenhydraten, werden die Fettreserven angegriffen um auf das benötigte Energielevel zu kommen. Dadurch soll eine Gewichtsabnahme erfolgen.

Kohlenhydrate haben aber noch eine andere Funktion: Sie sorgen in der Form von einfachen Zuckern zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Insulin. Dieses wiederum belastet dann dann den Blutzuckerstoffwechsel. Bei einer Diät möchten die Low-Carb-Esser das um jeden Preis vermeiden. Daher werden Kohlenhydrate und der Verzehr von eiweißreicher Nahrung zeitlich voneinander getrennt. Diese Art der Trennung nennt man auch "Insulintrennkost".

Abhängig davon welche Diätform man wählt, ist vor allem abends kohlenhydrathaltiges Essen tabu. Außerdem werden Kohlenhydrate nur in kleinen Mengen, bevorzugt in Form von Vollkornprodukten oder auch Obst und Hülsenfrüchten verzehrt. Außerdem ein Argument Pro "Low-Carb": Eiweißreiche Nahrung sättigt besonders gut. Einige groß angelegte Studien wie die des Sciencemag gehen aus diesem Grund davon aus, dass die Popularität und der Erfolg von "Low-Carb" eher dem höheren Eiweißanteil in der Ernährung zuzuschreiben ist.

Low-Carb: Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten

Kohlenhydrate gehören neben Fett und Eiweiß zu den lebenswichtigen Nährstoffen. Für unseren Körper sind sie wichtige Energielieferanten um Muskel- und Gehirnfunktion zu gewährleisten. Trotzdem sprechen einige Punkte für eine Low Carb-Ernährung. Dafür wurden in mehreren Studien die Low Carb Ernährung und die Low Fat-Ernährung ein Jahr lang bei rund 150 Erwachsenen beobachtet. Das Ergebnis: In der Low-Carb-Gruppe war sowohl der Gewichtsverlust größer als auch der Nährstoffgehalt im Organismus besser, als bei den Low-Fat-Probanten.

Teilnehmer mit Übergewicht konnten durch die Einhaltung der "Low-Carb-Diät" sogar ihre Entzündungswerte verbessern. An Fettstoffwechselstörungen und Diabetes erkrankte Patienten zeigten ebenfalls positive Effekte der veränderten Ernährung. Unter anderem haben sich bei ihnen die Blutzuckerwerte gebessert.Bei Diabetikern Typ 2 hatte die Low-Carb-Ernährung positive Auswirkungen auf Stoffwechselparameter wie Lipidprofil und ebenfalls auf die Blutzuckerwerte.

Darum könnte Low-Carb keine gute Idee sein

Durchhalten ist schwer: Die "Low-Carb-Diät" durchzuhalten kann eine echte Herausforderung sein. Sie wird sogar häufiger als andere Ernährungsformen abgebrochen, insbesondere weil der Kohlenhydratanteil der Ernährung so gering ist.

Die "Low-Carb"-Ernährung mag kurzfristig vielversprechende Erfolge zusichern, allerdings gibt es auf lange Sicht hin keine Unterschiede zu anderen Diäten.

Das Abendbrot ist passé: Im Kulturkreis Deutschland und insbesondere in Franken ist das "Abendbrot" oder die "Brotzeit" weit verbreitet. Genau diese wird aber während einer "Low-Carb"-Ernährung zu einem echten Problem. Klar, es gibt die Spezialprodukte wie Eiweißbrot mit extra wenig Kohlenhydraten. Allerdings gibt eben dieses viel mehr Energie an den Körper ab,

was das Abnehmen wieder schwerer macht. Besonders Allergiker müssen hier vorsichtig sein, denn das enthaltene Soja- oder Lupineneiweiß kann bei einer Allergie ernste Konsequenzen haben.

Weniger Energie durch "Low-Carb": Kohlenhydrate sind für den Energiestoffwechsel wichtig. Deswegen kann bei der "Low-Carb-Diät" die geistige und auch körperliche Leistungsfähigkeit leiden.

Missmutiges Fasten: Da Kohlenhydrate für die Herstellung des Botenstoffes Serotonin wichtig sind und sich damit für gute Laune zuständig zeigen, kann manchen Menschen eine "Low-Carb"-Ernährung auf das Gemüt schlagen. Das geht von Verstimmungen bis hin zu Aggressivität.

Low-Carb-Rezepte auch auf Fränkisch?

Sollte man sich für eine "Low-Carb-Diät" oder eine "Low-Carb"-Ernährung bereit fühlen, steht man als Franke schon vor der nächsten Herausforderung. Was ist mit dem Kloß mit Soß, dem Leberkäs-Brötla oder dem klassischen Käsekuchen? Leider fallen diese Traditionsgerichte aus dem "Low-Carb"-Konzept. Doch man kann auch mit wenigen Kohlenhydraten fränkisch kochen.

Rezept-Ideen: "Low-Carb" und Fränkisch

Da gibt es zum einen den genauso deftigen wie traditionellen Zwiebelkuchen. Der wird schon mit minimalen Anpassungen zum "Low-Carb"-Hit. Dafür braucht es nur Filo-Teig statt Mehl-Teig, Schmand, Frischkäse, Schinken und Ei . Auch für den Sonntag bei Kaffee und Kuchen gibt es alternativen wie den "Low-Carb"-Käsekuchen.

Auch Leckereien sind nicht ganz tabu. Dafür gibt es die "Low-Carb"-Plätzchen.

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