Weltweit hat etwa ein Viertel der Bevölkerung einen zu hohen Blutdruck. Auch in Deutschland gilt Bluthochdruck als Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Etwa 20 bis 30 Millionen Deutsche leiden unter der Krankheit. Sie ist somit sehr ernst zu nehmen.

Dies dachten sich auch Forscher der "American Heart Association" (AHA), welche zu den größten Organisationen gehört, die sich der Bekämpfung von Herz-Kreislauferkrankungen widmen. Bei der"Hypertension 2019 Scientific Session" - ein dreitägiges, wissenschaftliches Programm für aktuelle Studien zum Thema Bluthochdruck in New Orleans - wurde eine neue Studie vorgestellt, die die Wirkung von Kürbis auf den Blutdruck austestet.

Ratten ab der sechsten Lebenswoche auf Diät gesetzt

Forscher beobachteten die Wirkung des Kürbisverzehrs an Ratten, welche ab der sechsten Lebenswoche auf eine Diät gesetzt wurden. In dieser wurden gezielt vier Prozent der Kalorien von Kürbisfleisch oder Kürbiskernen abgedeckt. Eine weitere Gruppe Ratten bekam eine ähnliche, ebenfalls kontrollierte Diät, jedoch ohne Kürbis. Um den Ratten den Kürbis gut zuführen zu können, wurden die Kerne und das Fleisch des Kürbis gefriergetrocknet, danach in ein Puder zerstampft und dem Essen untergemischt. Acht Wochen lang wurde die Forschung betrieben und regelmäßig der Blutdruck der beiden Gruppen gemessen.

Nach acht Wochen Forschung kommen die Wissenschaftler zu einem Ergebnis: Die Gruppe der Ratten, die täglich Kürbis unter ihre Nahrung gemischt bekam, hatte am Ende einen durchschnittlich wesentlich niedrigeren Blutdruck zu verzeichnen. Ganze 20 Prozent betrug der Unterschied im Vergleich zur Rattengruppe, die keinen Kürbis zu essen bekam.

Erfolg an Ratten keine Garantie für gleichen Erfolg am Menschen

Laut Dr. Soweto Thomas, ein Forscher aus Alabama, der die Kürbisstudie leitet, könne man aber noch nicht genau sagen, wie sich der Kürbiskonsum auf den Menschen auswirkt. Ein Mensch müsste täglich zirka 150 bis 200 Gramm Kürbisfleisch und 30 bis 40 Gramm Kürbiskerne essen, um gleiche Verhältnisse wie bei dem Experiment mit den Ratten entstehen zu lassen.

Die blutdrucksenkende Wirkung vom Kürbis wurde zwar auch schon von anderen Experten entdeckt, man könne jedoch derzeitig nicht garantieren, dass ein täglicher Kürbiskonsum nach Vorbild des Experiments die exakt gleiche Wirkung wie bei den Ratten auch beim Menschen erzeugt. Doch warum wurde die Forschung dann überhaupt mit Kürbissen betrieben?

Kürbis in DASH-Diät empfohlen

Judith Wylie-Rosett, Professorin für Bevölkerungsgesundheit in New York, bestätigt, dass Kürbis als Nahrungsmittel bereits in der DASH-Diät empfohlen wird. Das Kürzel "DASH" steht für "Dietary Approaches to Stop Hypertension", zu Deutsch: "Ansatz für Ernährungsrichtlinien um Bluthochdruck zu stoppen".

Die DASH-Diät wurde entwickelt, um Bluthochdruck natürlich und ohne Medikamente bekämpfen zu können. Kürbis ist reich an Kalium, ein Stoff, der für seine blutdrucksenkende Wirkung bekannt und für die Herzzellen besonders wichtig ist. Kalium stabilisiert die Herzzellen und sorgt so für eine rhythmische Aktivität des Herzens. Dass der Kürbis für die Forschung gewählt wurde, war also keine willkürliche Entscheidung. Weitere Hausmittel gegen Bluthochdruck finden Sie hier.

Kürbisliebhaber - Lassen Sie den Kopf nicht hängen

Auch wenn noch nicht bewiesen werden konnte, dass der tägliche Kürbiskonsum beim Menschen die gleiche, blutdrucksenkende Wirkung erreicht, wie bei den Ratten, müssen Kürbisliebhaber den Kopf nicht hängen lassen. Kürbisfleisch und Kürbiskerne können trotzdem in den Speiseplan eingebaut werden - im Herbst tut eine gute Kürbissuppe nämlich nicht nur etwas für die Gesundheit, sondern auch fürs wohlige Gefühl im Herzen.

Wer sich nicht nur für den Kürbis in seiner natürlichen Form interessiert, sondern die Kerne vielleicht auch als Öl zum Kochen verwenden möchte, der sollte einmal den Landkreis Kronach besuchen. Hier gibt es im Stockheimer Ortsteil Haig nämlich Kürbis in Flaschen.