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Gesundheit

Vorsicht "Kreidezähne": Immer mehr Kinder betroffen - Zahnärzte warnen vor den Folgen

Kreidezähne machen immer mehr Kindern zu schaffen: 30 Prozent der unter Zwölfjährigen sollen von der Krankheit betroffen sein. Bei der Erkrankung reagieren die Zähne sehr empfindlich auf gewisse Reize, werden porös und könnten sich sogar nach und nach auflösen.
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Nicht bei jedem Menschen sieht das Gebiss so geordnet aus. Kinder sind immer häufiger von der Krankheit Kreidezähne betroffen. Dabei können die Zähne im Extremfall einfach "zerbröseln". Symbolbild: pixabay.com/collusor
Nicht bei jedem Menschen sieht das Gebiss so geordnet aus. Kinder sind immer häufiger von der Krankheit Kreidezähne betroffen. Dabei können die Zähne im Extremfall einfach "zerbröseln". Symbolbild: pixabay.com/collusor

Bei Kreidezähnen reagieren Backenzähne, aber auch Frontzähne, empfindlich auf Hitze, Kälte oder chemische Reize. Mittlerweile sind immer mehr Kinder von der Erkrankung betroffen. Zahnärzte warnen vor den Folgen.

Die Zähne haben dabei eine raue Oberfläche und sind zerfurcht - was Karies fördert, berichteten Zahnmediziner. Die Kinder hätten Schmerzen beim Trinken, Essen und Zähneputzen. Ursache seien Störungen in der Mineralisation des Zahnschmelzes, erläuterte die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Wichtig sei ein rascher Zahnarztbesuch.

Neue Volkskrankheit Kreidezähne sogar schon bei Ungeborenen registriert

Nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, Norbert Krämer, leiden im Schnitt etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder an Kreidezähnen. Eine neue Studie habe sogar bei 30 Prozent der unter Zwölfjährigen Kreidezähne nachgewiesen. Kreidezähne müssten daher als neue Volkskrankheit bezeichnet werden, sagte Krämer. Die Krankheit, Molare-Inzisive-Hypomineralisation (MIH), sei erstmals 1987 beschrieben worden.

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Erste Zahnschäden wurden den Ärzteverbänden zufolge schon bei Ungeborenen im achten Schwangerschaftsmonat registriert. Derzeit werden verschiedene Ursachen diskutiert. In Frage kämen Probleme während der Schwangerschaft, Infektionskrankheiten, Antibiotikagaben, Windpocken, Einflüsse durch Dioxine sowie Erkrankungen der oberen Luftwege. In Tierversuchen sei ein Zusammenhang zwischen dem Weichmacher Bisphenol-A und Kreidezähnen nachgewiesen worden. Die präzise Ursache gelte als ungeklärt, schreiben die Verbände.

Das hilft gegen die Krankheit: Zahnarztbesuche und fluoridhaltiger Zahnpasta

Die weiß-gelblich bis gelb-braune Oberfläche sei auf einzelnen Zahnhöckern zu finden oder auf der gesamten Oberfläche des Zahnes. Die Zähne brechen teilweise. Regelmäßige Zahnarztbesuche, das Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta daheim, Fluoridlack-Behandlungen beim Arzt und der Aufbau abgebrochener Zähne könnten helfen, diese zu erhalten, sagte Stefan Zimmer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin.



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