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Vitamin D gegen Asthma und Heuschnupfen: Neue Therapie für Allergiker

Wissenschaftler haben die Auswirkungen von Vitamin D bei Heuschnupfen und Asthma getestet. Daraus entstand eine neue Therapie für Allergiker. Doch wie wirksam ist diese?
 
Vitamin D gegen Asthma und Heuschnupfen
Ein ausgewogener Vitamin-D-Haushalt soll gegen Heuschnupfen und Asthma helfen. Foto: Michele Blackwell/unsplash.com
  • Niesen, tränende Augen, Atemprobleme: Heuschnupfen gehört zu den deutschlandweit am meist verbreiteten Allergien
  • Vitamin D ist laut neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen vielseitig einsetzbar - auch gegen Heuschnupfen
  • Eine neue Studie bestätigt einen positiven Effekt von Vitamin-D bei Allergikern

Vitamin D gilt als absolutes Wundermittel. Das Vitamin, das der menschliche Körper selbst durch Sonnenstrahlen produzieren kann, ist beispielsweise in der Lage Infektions- und Autoimmunerkrankungen zu hemmen. Auch die Gesamtsterblichkeit sinkt erwiesenermaßen mit ausreichend Vitamin D. Außerdem stärkt Vitamin D die Funktion des Immunsystems und Entzündungsreaktionen können gelindert werden. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zeigen zudem einen positiven Einfluss auf allergische Reaktionen. Das wollte ein Forscherteam aber genauer wissen. Sie widmeten sich in einer aktuellen Studie eben diesem positiven Effekt. Kann Vitamin D Heuschnupfen lindern oder gar bekämpfen?  

Vitamin D gegen Allergien: Wie das Vitamin Allergikern helfen kann

Schnupfen kann heftige allergische Reaktionen auslösen. Niesen, tränende Augen, Atemprobleme, Husten, Juckreiz, Hautausschlag, ja sogar Magen-Darm-Beschwerden können durch eine Allergie ausgelöst werden. Zustande kommt dieser Effekt durch eine Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Allergene. Auf der ganzen Welt kann in den letzten Jahren ein Anstieg allergischer Erkrankungen beobachtet werden. Das Robert-Koch-Institut vermeldet alleine in Deutschland mehr als drei Millionen Erwachsene, die an Asthma leiden und mehr als 12 Millionen mit einem allergischen Schnupfen. 

Aus den Daten zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) geht hervor, dass Asthma-Erkrankungen in den letzten Jahren um rund 51 Prozent zugenommen haben. Besonders besorgniserregend: In der Regel kommt zu einer Allergie eine weitere dazu. Bei Heuschnupfen der über viele Jahre besteht ist es beispielsweise möglich, dass die Beschwerden sich auf die unteren Atemwege ausweiten. Das führt über kurz oder lang zur Entstehung von Asthma. Zusätzlich können Allergien auch Neurodermitis begünstigen, wie die Deutsche Apotheker Zeitung bereits 2013 erklärte. Gerade im Frühling kommt es vermehrt zu dem sogenannten "allergischen Schnupfen". Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Nasenschleimhaut, genauer gesagt um eine allergische Reaktion durch Allergene in der Luft. 

In der aktuellen Studie wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D und der Intensität einer Allergie gibt. Dabei verglichen die Forscher 49 Teilnehmer zwischen 18 und 55 Jahren. Außerdem arbeiteten die Wissenschaftler mit einer Kontrollgruppe. Alle Teilnehmer hatten einen unterschiedlichen Vitamin-D-Gehalt im Körper. Und das Ergebnis: Die Kontrollgruppe mit dem höheren Vitamin D Gehalt war signifikant weniger oder weniger stark von Heuschnupfen und Allergien betroffen.

Allergiker: Neue Therapieform möglich  

Dieser positive Effekt ließ sich von den Forschern auch auf mögliche Therapien und Therapieformen übertragen. Allergie-Patienten haben nämlich die Möglichkeit eine subunguale Immuntherapie (SLIT) durchführen zu lassen. Verglichen mit einer herkömmlichen Hyposensibilisierung durch Spritzen ist diese Art besonders für Patienten geeignet, die Angst vor Nadelstichen haben. Denn im Vergleich mit einer Hyposensibilisierung wird bei der SLIT-Therapie lediglich ein Allergenextrakt unter die Zunge gelegt. 

Außerdem wurde geprüft, wie wirksam eine SLIT-Therapie mit und ohne Vitamin-D ist. Verglichen worden sind Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren über einen Zeitraum von fünf Monaten. Und auch hier war der Unterschied deutlich: Bei Kindern, die zusätzlich Vitamin-D bekamen, schlug die Therapie deutlich besser an. Die Kinder klagten signifikant seltener über nasale Beschwerden und Asthmasymptome

Deshalb lässt sich festhalten: Personen mit Vitamin-D-Mangel sind signifikant häufiger von Allergien geplagt. Gleichzeitig zeigt eine Hyposensibilisierung mit Vitamin-D-Einnahme deutlich bessere Ergebnisse als ohne Vitamin-D-Zugabe. Damit konnten die Forscher nachweisen, dass der Gehalt von Vitamin-D im Körper mit dem Schweregrad allergischer Reaktionen zusammenhängt.