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Covid-19

Studie überrascht: Coronavirus befällt auch das Herz

Das Coronavirus befällt auch das Herz. Das ist das überraschende Ergebnis einer neuen medizinischen Studie. Sars-CoV-2 kann Herzzellen infizieren und sich sogar in ihnen vermehren.
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Neue Studie mit überraschendem Ergebnis: Coronavirus befällt auch das Herz. Das Coronavirus kann auch Herzzellen infizieren und sich in ihnen vermehren. Darüber hinaus ist der Erreger in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern.

Dies geht aus einer aktuellen Studie aus der Klinik für Kardiologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hervor. Für die Erforschung wurden 39 verstorbene Herzpatienten untersucht, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatten.

Sars-CoV-2 kann Herzzellen infizieren und sich vermehren

Das Coronavirus kann der Studie zufolge auch das Herz befallen. Sars-CoV-2 könne Herzzellen infizieren und sich darin vermehren, sagte der Leiter der Studie, Prof. Dirk Westermann, aus dem Herz- und Gefäßzentrum des UKE am Freitag (10. Juli 2020). Bei rund zwei Drittel der untersuchten Patienten (24 von 39) hätten die Forscher im Herzgewebe den Erreger SARS-CoV-2 nachweisen können.

"Bisher wusste man nicht, in wie vielen Fällen SARS-CoV-2 auch das Herz befällt und – wenn es das tut – ob es sich in Herzzellen vermehren und dort krankhafte Veränderungen hervorrufen kann. Mit den nun vorliegenden Untersuchungsergebnissen haben wir deutlich mehr Klarheit“, betonte Prof. Westermann.

Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass das Virus in der Lage sei, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Allerdings ließe sich noch nicht abschließend klären, ob dies Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf von Herzpatienten habe, hieß es in einer Mitteilung. Die veränderte Genaktivität in den Herzzellen könnte Langzeitfolgen für die Gesundheit von Betroffenen haben. Künftig seien Reihenuntersuchungen an lebenden Covid-19-Patienten notwendig.

Keine Anzeichen für Herzmuskelentzündung gefunden

Typischen Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung in Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung seien gleichwohl keine entdeckt worden. "Unsere Ergebnisse unterstützen die bisherige Beobachtung, dass eine Herzmuskelentzündung im Zusammenhang mit Covid-19 nur sehr selten auftritt", erklärte Prof. Westermann.

Für die Studie wurden laut UKE 39 gestorbene Herzpatienten untersucht, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Sie waren im Mittel 85 Jahre alt. Nach ihrem Tod wurden sie alle gerichtsmedizinisch untersucht. Dabei wurden die für die späteren genetischen Untersuchungen notwendigen Gewebeproben entnommen.

"Die Patienten repräsentieren mit ihren altersgerechten Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und koronare Herzerkrankung die typischen Covid-19-Patienten in Deutschland", erläuterte Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Co-Autor der Studie und Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

Bei zwei Dritteln Coronavirus im Herzgewebe nachweisbar

Bei rund zwei Dritteln ihrer Patienten konnten die Forscher das Virus im Herzgewebe nachweisen, wie das UKE weiter mitteilte. In 16 Fällen fanden sie den Angaben zufolge das Virus in Mengen, die klinische Auswirkungen hätten haben können.

"Eine Limitation unserer Studie ist allerdings, dass wir bislang nur Verstorbene untersuchen konnten." Wichtig werde nun sein, diese Erkenntnisse in Zukunft an Überlebenden der Erkrankung zu validieren.

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(rw/dpa)