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Das "Stinknase"-Phänomen: Was hinter der tückischen Krankheit "Ozäna" steckt

Wenn die Nase einen üblen Geruch ausströmt, muss das nicht an fehlender Hygiene liegen, sondern kann Ursache der Krankheit Ozäna sein. Das Tückische an der Erkrankung: Die Betroffenen wissen oft nicht, dass sie selbst darunter leiden.
 
Der aus der Nase dringende Gestank belastet vor allem das Umfeld des Betroffenen.
Der aus der Nase dringende Gestank belastet vor allem das Umfeld des Betroffenen. Symbolbild: Oliver Berg/dpa
  • Ozäna führt zur Rückbildung der Nasenschleimhaut
  • Es wird zwischen primärer und sekundärer Ozäna unterschiedenen
  • Betroffene können Gestank selber nicht riechen

Die Krankheit Ozäna wird im Volksmund auch als "Stinknase" bezeichnet. Hinter der eher komisch klingenden Bezeichnung "Stinknase" verbirgt sich eine unangenehme Erkrankung der Nase. Bei diesem Phänomen treten stinkende Gerüche aus der Nase der Erkrankten aus - ohne das diese es merken. Wer es allerdings merkt: Ihr Umfeld. Und das wird durch Ozäna teils sehr belastet.

Was ist eine Stinknase?

Die Krankheit Ozäna betrifft die Schleimhaut der Nase. Typisch für diese Erkrankung ist der Rückgang von Gewebe der Schleimhaut im Geruchsorgan. Das führt dazu, dass die Nase nicht mehr von alleine feucht gehalten werden kann und somit stark austrocknet. Infolgedessen bildet sich eine perfekte Lebensgrundlage für bakterielle Erreger. Diese siedeln sich im Riechorgan an und führen zu unangenehmen Gerüchen, beschreibt die Website MedLexi.de die Symptome.

Da der Rückgang der Nasenschleimhaut verschiedene Gründe haben kann, unterscheidet die medizinische Wissenschaft zwischen zwei verschiedenen Formen der Ozäna:

  • Primäre Ozäna: Neben der Schleimhaut bilden sich auch Blutgefäße, Drüsen und manchmal sogar der knöcherne Anteil der Nasenhaupthöhle zurück. Bei dieser Form der Rückbildung besteht keine Assoziation zu anderen Krankheiten. Der Website Fitbook zur Folge, erkranken betroffene Personen meist durch genetische Ursachen an Ozäna. Davon sind meist Frauen und jüngere Menschen betroffen.
  • Sekundäre Ozäna: Diese Form tritt bei einer Verletzung oder Austrocknung der Schleimhäute auf. Sie kann aber auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen oder diversen äußerlichen Faktoren, etwa als Folge eines chirurgischen Eingriffs auftreten. Beispielsweise kann die operative Entfernung eines bösartigen Tumors in der Nase entsprechende Hohlräume schaffen, in denen sich Borken, Krusten und Bakterien sammeln können. Auch eine intensive Nutzung von Nasenspray kann zu einer sekundären Ozäna führen. 

Symptome einer Ozäna-Erkrankung

Das Leitsymptom der Krankheit ist ein stark, übelriechender Geruch, der von der erkrankten Nase ausgeht. Dieser ist die Folge der Bakterienablagerung im Geruchsorgan. Durch den Rückgang der Schleimhäute leiden die Betroffenen außerdem an einer trockenen Nasenschleimhaut. Diese Austrocknung führt zu Krusten- und Borkenbildung innerhalb der Nase, die in der Regel gelblich bis schwarz gefärbt sind, wie Website nasen-ratgeber.de berichtet. Sie können unter Umständen auch die Nase verstopfen und sich somit negativ auf die Atmung auswirken. Sobald sich Borken im Inneren der Nase ablösen, kommt es bei den Erkrankten vermehrt zu Nasenblutungen. Für Popeln gibt Prof. Deitmer, Generalsektretär der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, im Gespräch mit Fitbook aber Entwarnung. Selbst intensives Bohren in der Nase würde keine "Stinknase" verursachen. 

Darüber hinaus können auch die Geruchsnerven durch den Rückgang des Schleimhautgewebes beeinträchtigt werden. Ein eingeschränkter Geschmacks- und Geruchssinn ist die Folge. Das Tückische dabei: Durch den verschlechterten Geruchssinn sind die betroffenen Personen nicht in der Lage, den übelriechenden Gestank aus der eigenen Nase zu realisieren. Oftmals leiden auch Personen, die an Ozäna erkranken, unter Kopf- und Nasenschmerzen, sie verspüren einen Druck im Kopf oder ein eitriges Sekret läuft ihnen aus der Nase. Hier lesen Sie was gegen Kopfschmerzen tun können.

Doch nicht immer muss die Diagnose gleich "Stinknase" lauten, wenn es aus der Nase müffelt. Verbunden mit einem schleimigen Sekret kann dahinter auch eine eitrige Nasennebenhöhlen-Entzündung stecken. Andernfalls könnte es auch um die Vereiterung einer Zahnwurzel oder ein Nasenpilzbefall handeln. Pilzbefall gibt es nicht nur in der Nase: Viele Hobbygärtner verzweifeln im Kampf gegen Pilzbefall an Pflanzen.

Wie lässt sich eine "Stinknase" behandeln?

Laut Apotheken Umschau ist Nasenpflege für die Behandlung der Ozäna sehr wichtig. Durch die Nutzung von Nasensalben oder auch Nasenspülungen mit Salzlösungen lassen sich die Krusten und Borken innerhalb der Nase aufweichen, sodass der Arzt den Eiter absaugen und die Krusten ablösen kann. Abhängig von der Stärke der Krustenbildung muss individuell entscheiden werden, wie oft das Reinigungsverfahren nötig ist. Die bakterielle Infektion, die zu dem unangenehmen Nasengeruch führt, lässt sich mit Antibiotika bekämpfen.

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Um eine Austrocknung der Nasenschleimhaut zu verhindern, ist es sehr wichtig, sie feucht zu halten. Dabei hilft neben Nasenöl oder einem Spray mit Mineralsalzen, auch Inhalieren und Spülen mit Salzwasser, um die Schleimhäute zu befeuchten und zu reinigen. Auch alleine durch ausreichend Trinken - zwei bis drei Liter Wasser pro Tag - kann die Nasenschleimhaut feucht gehalten werden. Ozäna-Betroffene können zusätzlich zur normalen Nahrung auch Präparate mit Vitamin A und E und Zink einnehmen, um die Regeneration der Nasenschleimhäute zu fördern. Die Einnahme sollte aber nur unter engen Rücksprache mit dem behandelnden Arzt stattfinden.

Wenn die Nase ungewöhnlich trocken ist, ein unangenehmer Geruch aus der Nase austritt oder gelbliche oder schwarze Verfärbungen im Nasensekret aufzufinden sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der HNO-Arzt kann die Erkrankung anhand der charakteristischen Ausströmungen diagnostizieren und weitere Maßnahmen ergreifen.

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