Die leuchtend rote Himbeerzunge ist eines der typischen Symptome für Scharlach. Scharlach zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten und zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten bei Kindern im Alter zwischen zwei und zehn Jahren. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kommen die Scharlach-Bakterien, die sogenannten A-Streptokokken, weltweit vor und verursachen meist Halsentzündungen und einen roten Hautauschlag.

Nachdem die Kinderkrankheit fast ausgerottet werden konnte, ist aber in den letzten Jahren weltweit ein Anstieg der Infektionsfälle um das fünffache zu beobachten. Den Grund dafür entdeckte ein Forschungsteam der University of Queensland: Der bakterielle Erreger hat sich verändert und ist aggressiver, als je zuvor.

Drastischer Anstieg der Scharlach-Fälle

Bereits in den 1940er Jahren wurde die hochansteckende Infektionskrankheit - dank Antibiotika - fast ausgerottet. Der DAZ.online zufolge konnten bereits 2016 Zahlen beobachtet werden, die einen drastischen Anstieg der Infektionen zeigen.

Im Jahr 2011 wurden vermehrt Scharlach-Fälle in einigen asiatischen Ländern gemeldet, im Jahr 2014 folgte ein Ausbruch in Großbritannien und seither wurden die Erreger nun auch in Australien entdeckt.

Der Leiter des englischen Forschungsteams Dr. Stephan Brouwer betont: „Dieses weltweite Wiederauftreten des Scharlachfiebers hat zu einem Anstieg der Erkrankungsrate um mehr als das Fünffache und zu mehr als 600.000 Fällen auf der ganzen Welt geführt.“ Nun konnten die Forschenden einen neuen Stamm der A-Streptokokken und somit die Ursache für das Wiederaufflammen der Kinderkrankheit entdecken.

Veränderte Scharlach-Bakterien als Ursache

Das internationale Forschungsteam der University of Queensland untersuchte den Scharlach-Erreger "Streptokokkus pyrogenes", der für aktuelle Ausbrüche verantwortlich war. In dem renommierten Fachjournal "Nature Communications" wurden die Studienergebnisse veröffentlicht: Es konnte festgestellt werden, dass sich dieser Stamm des "Streptokokkus pyrogenes" verändert hat, indem er von Viren infiziert wurde.

'GU Quickfinder Kindekrankheiten' direkt auf Amazon bestellen

Die DNA bestimmter Viren wurde in das Erbgut des Bakteriums eingebaut, wodurch es infektiöser und aggressiver wurde. Auch gegen viele gängige Antibiotika-Arten ist das veränderte Bakterium resistenter. Dieses Phänomen tritt mittlerweile bei vielen Keimen auf - es fehlen Mittel gegen resistente Superkeime. 

Sogenannte „Superantigen-Toxine“, die in dem veränderten Erreger enthalten sind, machen diesen gefährlicher. „Wir haben gezeigt, dass die erworbenen Toxine es Streptokokkus pyrogenes ermöglichen, seinen Wirt besser zu besiedeln“, erklärt Studien-Co-Autor Professor Mark Walker. Dies konnte auch in Tiermodellen bestätigt werden: Die Forschenden entfernten die Toxine aus dem Erreger, woraufhin sich dieser nicht mehr so effektiv in den Versuchstieren vermehren konnte.

COVID-19-Pandemie dämpft die Scharlach-Ausbreitung

„Genau wie das Coronavirus SARS-CoV-2, das Covid-19 verursacht, werden Streptococcus pyogenes-Bakterien gewöhnlich durch Husten oder Niesen verbreitet, mit Symptomen wie Halsschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen, geschwollenen Lymphknoten und einem charakteristischen scharlachroten Hautausschlag“, erläutert Studienleiter Brouwer. Durch die gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Kontrolle von Covid-19, konnte in diesem Jahr auch ein Rückgang der Scharlach-Infektionen beobachtet werden. Allerdings ist zu erwarten, dass diese mit Ende der Maßnahmen wieder steigen werden. Deshalb zieht der Professor Mark Walker sein Resümee: „Wir müssen diese Forschung fortsetzen, um die Diagnose zu verbessern und diese Epidemien besser in den Griff zu bekommen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Neuartige Kinderkrankheit auf dem Vormarsch - bereits über 1000 Infizierte weltweit

* Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser – nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis.