Etwa drei Monate nach dem ersten Affenpocken-Fall in Deutschland hat es laut Robert Koch-Institut (RKI) erstmals von nachgewiesene Ansteckungen bei Minderjährigen gegeben. Dies geht aus einer Lage-Einschätzung des RKI hervor, die am Dienstag (2. Juli 2022) veröffentlicht wurde. Damit bestätigt das Institut einen Bericht des Spiegel vom Montag. Das Nachrichtenmagazin hatte zuvor von zwei Infizierten im Alter von 15 und 17 Jahren gesprochen.

Wie aus einer RKI-Datenbank hervorgeht, handelt es sich bei den Infizierten um zwei männliche Jugendliche aus Stuttgart und Erfurt. Beide wurden in der ersten Julihälfte positiv auf die Viruserkrankung getestet. Über den Gesundheitszustand und die Schwere des Verlaufs geben die Daten des RKI jedoch keine Auskunft. Bei allen weiteren Infizierten in der Bundesrepublik handelt es sich laut dem Robert-Koch-Institut auch weiterhin um Erwachsene. 

Viruserkrankung: Vor allem Männer von Affenpocken betroffen - Verläufe meist mild

Insgesamt sind dem RKI mittlerweile 2724 Infektionen aus allen Bundesländern übermittelt worden, fast ausschließlich handelt es sich um Männer. "Die Übertragungen erfolgen in diesem Ausbruch nach derzeitigen Erkenntnissen in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten, aktuell insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben", erklärt das RKI.

Demnach seien bislang nur fünf weibliche Fälle in Deutschland übermittelt worden, so das Institut. Mit Abstand am höchsten ist die Inzidenz in Berlin – die meisten Verläufe der Erkrankung sind dem RKI zufolge aber nicht schwer.

Die Mortalitätsrate in den Ländern außerhalb Afrikas bleibe "extrem gering", teilte der Leiter der Ambulanz für Infektiologie und Immunologie am Universitätsklinikum Bonn, Jürgen Rockstroh, auf Anfrage der dpa mit. Zwar sind in den vergangenen Tagen mehrere Affenpocken-Todesfälle in Ländern bekannt geworden, für die die Erkrankung neu ist – zwei davon in Spanien.

Mehr als 20.000 Fälle weltweit

Der Experte sieht hierfür aber mehrere Gründe: So könne etwa das Ausrufen der gesundheitlichen Notlage mit internationaler Tragweite durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einigen Tagen zu einer verbesserten Überwachung geführt haben. Gleichzeitig gebe es nun mehr als 20.000 Fälle weltweit, sodass auch mehr Fälle ausgewertet würden.

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Rockstroh pocht darüber hinaus auf eine konsequente Erfassung von Krankheitsfällen. Dem Experten zufolge können so Faktoren gefunden werden, die das Risiko für Krankenhauseinweisung und Tod erhöhen. Schwere Immunsuppression scheine das Risiko für einen ungünstigen Verlauf zu vergrößern.

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