• Ein Alzheimer-Test der Ruhr-Universität Bochum soll die Krankheit schon Jahre im Voraus erkennen.
  • Entscheidend seien bestimmte Proteine im Blut des Menschen.
  • Die Prognose hatte im Test eine 100 prozentige Treffsicherheit.

Neuer Test zur Alzheimer-Früherkennung entwickelt: Forscher an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben einen Bluttest entwickelt, welcher das persönliche Alzheimer-Risiko errechnen soll. An insgesamt 203 Probanden wurde das Verfahren getestet. Die Studienergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal Alzheimer's Research and Therapy.

Alzheimer-Studie: Proteine im Blut prognostizieren Krankheit

In Kooperation mit der Universitätsklinik Amsterdam wurden mehr als 200 Personen untersucht, die sich selbst als "kognitiv beeinträchtigt" (Subjective Cognitive Declined, SCD) bezeichneten. Jedem Teilnehmer wurde eine Blutprobe entnommen, welche anschließend mit einem speziellen Infrarot-Sensor analysiert wurde.  Dabei sollten die fehlerhafte Amyloid-beta (A-beta)-Peptide erkannt werden. Diese Proteine seien relevant für die Entstehung von Alzheimer, heißt es in der Studie.

Unter den 203 Testpersonen befanden sich 22 Probanden mit "fehlgefalteten"  A-beta-Peptiden. Im Verlauf der Studie stellte sich heraus, dass alle untersuchten Personen mit jenen fehlerhaften Proteinen in den folgenden sechs Jahren auch an Alzheimer erkrankten.

Die Forscher konnten eine Korrelation zwischen der Größe der Fehlfaltung und dem Ausbruch der Krankheit feststellen. Je größer der Fehler, desto schneller wiesen die Patienten Alzheimer-Symptome auf.

Alzheimer-Prognose: Bluttest soll Demenz "sehr präzise vorhersagen"

Der Bluttest könnte in Zukunft eine gute Maßnahme sein, um eine Alzheimer-Erkrankung möglichst präzise zu prognostizieren. "Die Fehlfaltung ist ein sehr präziser prognostischer Biomarker. Wir können jetzt mit einem einfachen Bluttest an symptomfreien Personen mit subjektiven Bedenken das Risiko, in Zukunft an klinischem Alzheimer zu erkranken oder eben nicht, sehr präzise vorhersagen", schildert Dr. Klaus Gewert von der Ruhr-Universität.

Die Alzheimer-Früherkennung wäre in hohem Alter sinnvoll, meint Gewert: "Ebenso sicher können wir aber auch älteren Menschen eine Entwarnung geben, die nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit haben, in den kommenden sechs Jahren an Alzheimer zu erkranken."

Der Bluttest der Universität Bochum ist nur eines von vielen Projekten der Alzheimer-Prognose. Eine Studie aus Amerika geht davon aus, dass es möglich ist, eine bevorstehende Alzheimer-Erkrankung von den Augen abzulesen. Ein weiterer Bluttest soll Demenz schon 20 Jahr vor Ausbruch der Krankheit erkennen.

aa