• Überraschende Studienergebnisse: Zusammenhang zwischen Parodontitis und Alzheimer
  • Parodontitis ist eine bekannte  Zahnfleischerkrankung
  • Alzheimer: Risiko singt bei Zahnfleischbehandlung

Es klingt unglaublich, aber es gibt wirklich einen Zusammenhang: Zahnfleischerkrankungen können das Risiko für Alzheimer steigern, eine frühe Behandlung kann dagegen helfen. Zu diesem Schluss kam eine neue Studie der Universität Greifswald, die sich mit der weit verbreiteten Krankheit Parodontitis auseinandergesetzt hatte.

Parodontitis und Alzheimer: Forscher stellen Zusammenhang fest

Das Thema ist für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung relevant - denn mit rund 11 Prozent der Weltbevölkerung an Erkrankten gilt Parodontitis laut der Studie als die zweithäufigste Erkrankung im Bereich der Mundhöhle. Doch nicht nur Zahnverlust kann durch die Krankheit herbeigeführt werden - bereits 2019 wurde laut Mitteldeutschem Rundfunk (MDR) in einer amerikanischen Studie ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und dem Alzheimer-Risiko festgestellt.

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Die Forschenden der Universität Greifswald gingen der Fragestellung mithilfe von insgesamt  568 Teilnehmenden für über sieben Jahre nach, darunter waren 177 bereits in ärztlicher Behandlung. Anhand von kürzlich entwickelten statistischen Modellen konnten Ergebnisse für die Studie ermittelt werden. Diese wiesen einen moderaten bis starken Zusammenhang zwischen Parodontitis und einer Alzheimer-Erkrankung nach.

Mittels eines MRT konnte der Verlust von Gehirnsubstanz ermittelt werden, der mit Alzheimer in Verbindung steht. Somit konnte bei den Teilnehmenden festgestellt werden, dass diejenigen, die sich gegen Parodontitis behandeln ließen, auch einen geringeren Verlust von Gehirnsubstanz erlitten. Zudem erstaunt das Alter der Teilnehmenden, denn diese waren zum Zeitpunkt des Studienbeginns unter 60 Jahren alt.

Alzheimer-Erkrankung: Weitere Studien nehmen sich dem Thema an

Zusammengefasst könnte eine gepflegte Mundhöhle den ersten Schritt in Richtung der Prävention von Alzheimer darstellen.

Künftig sollen noch weitere Studien in diesem Bereich folgen, unter anderem in einer amerikanischen Studie, die sich auf die Bekämpfung des durch Parodontitis ins Gehirn eingewanderten Leitkeim, beschäftigt.

„Unser Ansatz liegt klar in der Prävention und rechtzeitigen Behandlung der Zahnfleischerkrankung, die durch eine Vielzahl von Keimen ausgelöst werden kann, um derartige mögliche Folgeschäden im Vornherein zu verhindern“, so Mitautor der Studie Prof. Thomas Kocher, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie, Endodontologie, Kinderzahnheilkunde und Präventive Zahnheilkunde.

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