Washington
Früherkennung

Blick in die Augen genügt: Forschung zu Demenz und Alzheimer zeigt verblüffende Ergebnisse

Alzheimer, die verbreitetste Form der Demenz, ist eine unheilbare Krankheit. Nun hat jedoch ein Team von Wissenschaftler*innen herausgefunden, wie eine Früherkennung über die Augen möglich wäre.
Alzheimer an den Augen erkennen: Studie verblüfft mit unglaublichen Ergebnissen
Blick in die Augen genügt: Forschung zu Demenz und Alzheimer zeigt verblüffende Ergebnisse. Foto: CC0 / Pixabay / Skitterphoto
  • Alzheimer ist in Deutschland die häufigste Form der Demenz
  • Demenz erkennen: Es gibt eine neue Methode zur Früherkennung
  • Wissenschaftler*innen beobachten Pupillenbewegung
  • Studie bringt neue Erkenntnisse: Diese Rolle spielen deine Pupillen

Es ist eine Erkrankung, die die gesamte Familie und das Umfeld des Betroffenen belastet: Alzheimer– auch „Alzheimer-Demenz“ oder „Morbus Alzheimer“ genannt – ist laut der Initiative Alzheimer Forschung die häufigste Form der Demenz. Es handelt sich dabei um eine unheilbare Störung des Gehirns. Nervenzellen im Gehirn sterben ab und die Menschen werden zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos. Auch die Persönlichkeit und das Verhalten ändern sich.

Demenz-Forschung: Wie kommt es zu Alzheimer?

Natürlich gibt es auch etliche Untersuchungen und Studien zu diesem Thema. Bisher konnte jedoch noch nicht gut vorausgesagt werden, ob eine Person Alzheimer bekommt. Doch wie bei vielen Erkrankungen ist auch hier die Früherkennung wichtig. 

Bei der Forschung nach Ursachen von Alzheimer wurde sich bisher auf zwei Faktoren beschränkt, die mit der Abtötung von Neuronen im Hirn in Verbindung gebracht werden. Das führt somit zu einer fortschreitenden kognitiven Dysfunktion. Die Faktoren sind:

  1. die Verklumpung des Proteins Tau im Gehirn
  2. die Ansammlung von Proteinplaques (Amyloid-Beta) im Gehirn

Neue Ergebnisse zur Demenz und Alzheimer: Augen spielen wichtige Rolle

In einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift "Neurobiology of Aging" veröffentlicht wurde, legte das Forschungs-Team die Aufmerksamkeit nicht nur auf die auslösenden Faktoren der Krankheit, sondern auf eine neue Methode, die bei der Früherkennung helfen soll: die Bewegung der Pupillen in Verbindung mit kognitiven Tests, also Denkaufgaben.

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Laut einer neuen Studie der "University of San Diego" in Kalifornien, lässt sich ein erhöhtes genetisches Risiko für Alzheimer durch die Pupillenbewegungen lange vor Eintritt der Symptome erkennen. Denn das Gehirn von Betroffenen verändere sich schon lange vor dem Auftreten der ersten Symptome - und diese Veränderung schlägt sich auch in den Pupillenbewegungen nieder. 

Genauer gesagt: Die Pupillenreaktionen des Menschen werden vom Hirnteil Locus Coeruleus gesteuert (ein Neuronencluster im Hirnstamm). Dieser Teil des Gehirns ist für die Erregung und Regulierung der kognitiven Funktionen zuständig.

Protein "Tau" hängt mit Pupillen und Demenz zusammen 

Das Protein "Tau", das bei einer Erkrankung an Alzheimer verklumpt, ist stark mit der Wahrnehmung verbunden. Während die Testpatienten nun also Aufgaben machen, steuert der Locus Coeruleus (die Hirnregion) den sich ändernden Durchmesser der Pupillen.

Hierbei konnte festgestellt werden, dass Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und somit auch dem verklumpten Protein "Tau", eine größere Pupillenerweiterung und mehr kognitive Anstrengung aufzeigten. Dennoch erzielten beide Testgruppen die gleichen Ergebnisse.

Durch die größere Pupillenerweiterung bei kognitiver Anstrengung erkannten die Forscher*innen also leichte kognitive Beeinträchtigungen frühzeitig, obwohl an den Testergebnissen eigentlich keine Defizite auffielen.

Wie zuverlässig ist die Messung der Pupillenreaktion?

Da die Forscher*innen eine Verknüpfung zwischen der Pupillenreaktion, dem Protein "Tau" und der Arbeit des Locus Coeruleus nachwiesen, kann die Beobachtung der Pupille laut der Forscher*innen als Screening-Methode zur Früherkennung des erhöhten Alzheimerrisikos genutzt werden. Die Methode hilft, das Risiko der Krankheit zu erkennen, bevor Symptome auftreten und erleichtert so eine Behandlung.

Wissenschaftler*innen arbeiten aber nicht nur an der verbesserten Früherkennung der Krankheit, sondern bemühen sich auch seit Jahren um ein Mittel zur Heilung. Nun scheint die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Alzheimer in greifbare Nähe gerückt zu sein.

Deswegen ist die Früherkennung wichtig

Dieses Verfahren, allgemein die Früherkennung von Alzheimer, ist aus verschiedenen Gründen wichtig, wie Professor Dr. Jens Wiltfang, Vorstandsmitglied im Kompetenznetz Demenzen, auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erklärt: Zum einen sei bekannt, dass körperliche Aktivität und Gedächtnistraining die Alzheimer-Erkrankung verlangsamen können - allerdings nur in Frühstadien.  

Zum anderen gibt es Medikamente, die den Krankheitsprozess verzögern. Sie wirken umso effektiver, je früher sie eingenommen werden. Um den Patienten durch Lebensstiländerungen, geistiges Training und Medikamente lange eine gute Lebensqualität zu sichern, muss man die Krankheit also möglichst früh diagnostizieren.

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