Berlin
Testosteron

Verhütungsgel für den Mann statt Pille für die Frau?

Eine neue Verhütungsmethode soll bald in einer klinischen Studie getestet werden: Männer können dann mittels eines Hormongels zur Familienplanung beitragen.
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Spermien gehören zu den vielfältigsten Zellen überhaupt und unterscheiden sich bei verschiedenen Tierarten erheblich in Form und Größe.  Eva Neuhaus, dpa
Spermien gehören zu den vielfältigsten Zellen überhaupt und unterscheiden sich bei verschiedenen Tierarten erheblich in Form und Größe. Eva Neuhaus, dpa

Wie das Magazin Technology Review berichtet, soll ab dem kommenden April in den USA in einer Großstudie ein Verhütungsgel für Männer getestet werden. Mit dem Gel, das auf Oberarmen und Schulter verrieben wird, sollen Männer ihre Sperma-Produktion unterdrücken können.

An der klinischen Studie, die über vier Jahre laufen soll, nehmen 400 Paare teil. Die Probanden bekommen Pumpflaschen mit dem Verhütungsgel mit nach Hause und müssen es täglich auf Schultern und Oberarmen verreiben. Das Gel enthält zwei synthetische Hormone, Progestin und Testosteron. Progestin verhindert die Testosteron-Produktion in den Hoden, die normalerweise für eine normale Spermien-Produktion sorgt. Das ist dann der Verhütungseffekt: Keine Spermien, keine Schwangerschaft. Um den Testosteron-Haushalt im restlichen Körper auszugleichen, ist im Gel auch Testosteron enthalten.

Die gute Nachricht für Vergessliche: Laut den Wissenschaftlern, die das Gel entwickelt haben, hält die Wirkung 72 Stunden lang an - sollte man an einem Tag vergessen haben, sich einzureiben, gibt es eine gewisse Toleranzzeit. Ob das Mittel dann noch zuverlässig wirkt, ist eine andere Frage.

Erste Studien haben gezeigt, dass das Mittel wirksam ist - allerdings wurden beim damaligen Test noch zwei verschiedene Gels verwendet, die nun zusammengebracht werden. Laut den Forschern klappt das Gel besser als Tabletten, da es von der Haut aufgenommen wird und so länger im Blutkreislauf bleibt.

Nach Abschluss der Tests wird es aber noch eine Weile dauern, bis das Mittel möglicherweise für den allgemeinen Gebrauch verfügbar wird.

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