Acht Kinder, die nicht ausreichend gegen Windpocken geimpft sind, dürfen wegen eines Windpocken-Falls in einem Saalfelder Kindergarten die Einrichtung derzeit nicht besuchen. Ein entsprechendes Verbot habe das Gesundheitsamt des Kreises ausgesprochen, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Ungeimpfte Kinder dürfen nicht in den Kindergarten

Die Behörde berief sich dabei auf das Infektionsschutzgesetz. Dem Gesundheitsamt war am Montag vergangener Woche die Windpocken-Erkrankung eines in der Einrichtung betreuten Kindes gemeldet worden. Die vom Besuchsverbot betroffenen Kinder hatten mit ihm Kontakt. Zuvor hatte die "Ostthüringer Zeitung" darüber berichtet. Erst kürzlich ist eine Frau an Masern erkrankt und daran gestorben. Kurz vor ihrem Tod wurde sie gegen Masern geimpft.

Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass an bestimmten ansteckenden Krankheiten erkrankte Kinder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen nicht besuchen dürfen. Das Verbot gilt auch für Kinder, bei denen ein Ansteckungsverdacht besteht - wie beim Kontakt von nicht oder nicht vollständig geimpften Kindern mit Erkrankten. In Saalfeld dürfen die ersten von ihnen an diesem Mittwoch wieder in den Kindergarten gebracht werden, die letzten am 21. August. Abhängig sei dies davon, wann sie mit dem erkrankten Kind Kontakt gehabt hätten.

In Thüringen sind nach Zahlen des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr bislang 230 Windpocken-Fälle registriert worden, im gesamten Jahresverlauf 2018 waren es 450. Der von der Ständigen Impfkommission am RKI empfohlene Impfschutz gegen Windpocken besteht aus zwei Impfungen möglichst im ersten und im zweiten Lebensjahr. Sie können aber auch später nachgeholt werden.

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