Vor allem in den dunklen Wintermonaten leiden viele Menschen unter einem Mangel an Vitamin D. Das Vitamin wird hauptsächlich vom Körper selbst mithilfe von Sonnenlicht gebildet, kann aber auch über die Nahrung aufgenommen werden. Vitamin-D-Lieferanten sind zum Beispiel Seefische wie Lachs und Hering oder Eier.

"Vitamin-D-Pilze" bei Kaufland: Ist das sinnvoll?

Seit einigen Wochen verkauft die Einzelhandelskette Kaufland "Vitamin-D-Pilze" - braune Champignons, die durch die Bestrahlung mit UVB-Licht den 30-fachen Vitamin-D-Gehalt im Vergleich zu herkömmlichen Zuchtchampignons haben. "Die Steinchampignons sind insbesondere für Vegetarier und Veganer eine ideale Möglichkeit, ihren Vitamin-D-Bedarf einfach und geschmackvoll zu decken", sagt Ernährungswissenschaftler Dr. Paul Urbain vom Universitätsklinikum Freiburg, der das Bestrahlungsverfahren entwickelte, in einer Pressemitteilung.

Vitamin-D-Gehalt geht weit auseinander

Die Stiftung Warentest hat die "Vitamin-D-Pilze" genauer unter die Lupe genommen. Während gewöhnliche Champignons etwa 0,3 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm enthalten, schwanken die Vitamin-D-Gehalte der bestrahlten Pilze zwischen 5,3 und 15,1 Mikrogramm. Bezogen auf den Durchschnittswert der sieben getesteten Packungen - 9,6 Mikrogramm - stimmt das Versprechen des Herstellers, dass die behandelten Pilze 30-mal mehr Vitamin D enthalten.

Der höchste gemessene Wert überschreitet allerdings den von der EU für neuartige Lebensmittel festgesetzten Höchstgehalt an Vitamin D. Eine Überdosis muss man trotzdem nicht befürchten. Laut Stiftung Warentest ist auch der Verzehr von mehreren Packungen pro Tag unbedenklich.

Die wenigsten leiden an schwerem Vitamin-D-Mangel

Nicht jeder braucht jedoch unbedingt die "Vitamin-D-Pilze". Laut Robert-Koch-Institutsind zwar nur rund 44 Prozent der Erwachsenen ausreichend mit Vitamin D versorgt, bei lediglich 15 Prozent ist der Mangel so groß, dass eine Gefahr für Knochenkrankheiten wie Osteoporose besteht.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) steht den bestrahlten Champignons prinzipiell positiv gegenüber. "Bei gesunden Erwachsenen können sie den Vitamin-D-Status signifikant verbessern", sagt eine DGE-Sprecherin der Stiftung Warentest. Schon mit 50 Gramm der "Vitamin-D-Pilze" lässt sich der Tagesbedarf an Vitamin D decken. Risikogruppen, die kein körpereigenes Vitamin D bilden können, würden 200 Gramm der Pilze benötigen.

Fazit: Vitamin-D-Pilze sind gefahrlos essbar

Das Fazit von Stiftung Warentest: Wer im Winter zusätzliches Vitamin D aufnehmen möchte, kann die Pilze ohne Probleme essen. Personen, bei denen ein besonderes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel besteht, wie beispielsweise Senioren, Dunkelhäutige oder Menschen, die sich selten im Freien aufhalten, sollten sich nicht allein auf die Pilze verlassen, sondern zusätzlich Rücksprache mit dem Arzt halten.

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