Schon länger ist bekannt, dass Diabetes -Erkrankte ein erhöhtes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf haben. Jetzt deuten einige Studien jedoch auch daraufhin, dass es einen weiteren Zusammenhang zwischen den Erkrankungen gibt: Offenbar kann eine Covid-19-Erkrankung auch Auslöser der Zuckerkrankheit sein, wie t-online berichtet.

In Singapur war vor einiger Zeit dieser Fall aufgetreten. Ein Patient ohne chronische Erkrankungen war mit dem Coronavirus eingeliefert worden. Die Mediziner aus Singapur berichteten, dass sich während der Covid-19-Infektion Diabetes entwickelt habe. Zuvor hatte es keine Anzeichen auf Diabetes gegeben.

Veränderte Werte bei Covid-19 Patienten auffällig hoch

Ein Team von Endokrinologen warnte im Fachblatt "New England Journal of Medicine"(NEJM), dass die Folgen des Coronavirus noch dramatischer ausfallen können. Bei Menschen mit Diabetes kann es zu schweren Stoffwechselentgleisungen kommen bis hin zur tödlichen Ketoazidose. Bei einer Stoffwechselentgleisung ist der Organismus nicht mehr in der Lage, eine Stoffwechselstörung auszugleichen. Dadurch reichern sich bestimmte schädliche Stoffwechselprodukte im Körper an. Besonders schwerwiegend ist eine Ketoazidose, sie kann bei schwerem Insulinmangel lebensgefährlich sein und muss intensivmedizinisch behandelt werden.

Schwere Virusinfektionen bringen für gewöhnlich Stoffwechselentgleisungen mit sich. Das kommt durch den vom Virus ausgelösten Stress, der dazu führt, dass mehr des Stresshormons Cortisol ausgestoßen wird. Das lässt den Blutzuckerspiegel steigen. Im aktuellen Fall der Corona-Pandemie gibt es eine auffällige Häufung dieser Fälle. Forscher der Universität in Wuhan berichteten dies in dem Fachjournal "Cardiovascular Diabetology. "Die Wissenschaftler schreiben, dass bestimmte Werte, die ein Hinweis auf eine Insulinresistenz sind, bei zahlreichen Covid-19-Patienten auffällig erhöht sind. Das lässt das Sterberisiko ansteigen. 

Bereits nach der SARS-Pandemie 2002/2003 stellten chinesische Forscher eine Vermutung auf, warum es im Zuge einer Coronavirus-Erkrankung bei einigen Patienten zu Veränderungen des Zuckerstoffwechsels kam. Die Infektion mit dem Coronavirus schädigt bestimmte Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin produzieren und ins Blut ausschütten. Dies könnte erklären, warum bei Covid-19 ebenfalls eine Veränderung eintritt. 

Bleibt die Zuckererkrankung nach der Genesung?

Ob die Veränderung des Stoffwechsels bestehen bleibt oder wieder geht, ist bisher unklar. Ein Forscherteam möchte sich dessen aber annehmen. So soll herausgefunden werden, ob es sich bei den Stoffwechselveränderungen durch das Virus SARS-CoV-2 um Typ-1- oder Typ-2-Diabetes handelt. Es könnte aber auch eine neue Art der Erkrankung sein.