Welche Wirkung haben Kaffee und Koffein auf unsere Gesundheit? Kaffee zählt neben Tee zu einem der beliebtesten Heißgetränke weltweit. Doch ist Kaffee nun gut oder schlecht für die Gesundheit? Als schneller Muntermacher wirkt Kaffee oft wahre Wunder - Hauptgrund dafür ist das darin enthaltene Koffein. Es gibt seit Langem Bedenken, dass Kaffee und Koffein Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen könnten.

In einer neuen Analyse haben sich Dr. Rob Van Dam von der Universität in Singapur und einige Forscherkollegen den Mythen rund um Kaffee und Koffein angenommen. In ihrer Studie beschreiben die Wissenschaftler den aktuellen Forschungsstand. Welche bisherigen Annahmen sind nun also richtig - und welche falsch?

Kaffee und Koffein wirken unterschiedlich

Wie bereits anfangs erwähnt, wurde Kaffee lange Zeit eine gesundheitsschädigende Wirkung nachgesagt. So galten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Nervenbeschwerden und sogar Krebs als mögliche Folgen von übermäßigem Kaffeekonsum. Wie viele Tassen Kaffee am Tag noch gesund sind, lesen Sie hier.

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Die Wissenschaftler weisen in ihrem Bericht darauf hin, dass zwischen Kaffee und Koffein unterschieden werden müsse, denn es sei nicht dasselbe. Was also auf Kaffee zutrifft, muss nicht zwangsläufig für Koffein gelten - und umgekehrt. Es müsse immer zwischen Kaffee und Koffein differenziert werden, um klare Aussagen treffen zu können.

Kaffee kann aber durchaus gut für die Gesundheit sein. Ein logischer Rückschluss auf die gleiche Wirkung von Koffein sollte hier jedoch nicht gewagt werden. Denn Koffein kann gesundheitliche Probleme hervorrufen - besonders in zu großen Mengen.

Koffein kann tödlich sein: Nebenwirkungen bei hoher Aufnahmemenge

"Bei sehr hohen Aufnahmemengen bringt Koffein Nebenwirkungen wie Angstzustände, Unruhezustände, Nervosität, Dysphorie, Schlaflosigkeit, Erregung, psychomotorische Aufregung mit sich", heißt es vonseiten der Forscher.

Ab einer Dosis von 1,2 Gramm oder mehr kann mit solchen Nebenwirkungen gerechnet werden. Ab zehn bis 14 Gramm besteht akute Lebensgefahr. Zum Vergleich: Eine Tasse Espresso beinhaltet durchschnittlich 63 Milligramm Koffein, ein Energydrink um die 80 Milligramm. Um durch reinen Kaffeekonsum diese Koffein-Grenzwerte zu erreichen, müssten also extrem viele Tassen Kaffee in kürzester Zeit konsumiert werden. Aus Sicht der Forscher ist es daher äußerst unwahrscheinlich, dass auf diese Weise eine tödliche Menge Koffein konsumiert werden kann.

Allerdings weisen Experten immer wieder darauf hin, dass besonders Energy Drinks und Shots gefährlich sein können - vor allem in Kombination mit Alkohol. Kardiovaskuläre, psychische und neurologische Beschwerden sind oftmals reale Beschwerden, mit denen Betroffene zu kämpfen haben. Und das sind vor allem junge Menschen - weil Kinder und Jugendliche zum einen öfter hochdosierte Energydrinks trinken und zum anderen anfälliger für Nebenwirkungen und Komplikationen sind.

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Kann Koffein Müdigkeit reduzieren - und was müssen Schwangere beachten?

Dass Koffein kurzfristig für einen Energieschub sorgt und uns wach hält, steht außer Frage. "Die Hemmung von Adenosin senkt die Müdigkeit und steigert die Leistungsfähigkeit”, erklärt das Team um Van Dam die Wirkungsweise von Koffein. Kurzfristig könne daher die Leistungsfähigkeit erhöht und Müdigkeit bekämpft werden. Das Grundproblem des Schlafmangels kann Koffein allerdings nicht lösen. "Koffein kann den Leistungsabfall nach einem langfristigen Schlafentzug nicht kompensieren", halten die Forscher fest.

Wer Kaffee erst gegen späten Nachmittag oder in den Abendstunden konsumiert, kann zudem an Schlaflosigkeit leiden. Durch das Kaffeetrinken treten Einschlafprobleme auf und die Schlafqualität verschlechtert sich. Das sei aber von Person zu Person unterschiedlich. "Menschen, bei denen diese Effekte auftreten, sollte geraten werden, die Koffeinzufuhr einzuschränken und eine späte Einnahme am Tag zu vermeiden", raten die Forscher.

Die Wirkung von Koffein ist abhängig von den Genvarianten des Adenosin-Rezeptors und davon, wie der individuelle Koffein-Metabolismus abläuft. Anders gesagt: Die Wirkung von Koffein ist individuell. Besonders Schwangere sollten daher vorsichtig sein. Denn durch die Schwangerschaft kann sich der Koffeinmetabolismus verändern, wodurch der Koffeinspiegel stark ansteigen kann. Schwangeren wird daher geraten, maximal 200 Milligramm Koffein pro Tag zu konsumieren.

Fördert Kaffee die Fettverbrennung und hilft somit beim Abnehmen?

Die Inhaltsstoffe des Kaffees aktivieren das sympathische Nervensystem, welches für die Stoffwechselaktivität verantwortlich ist. So kann die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Depotfett gefördert werden.

Das ist eine hervorragende Voraussetzung. Doch der Prozess allein sorgt nicht für die Fettverbrennung, sondern spaltet dieses nur. Um effektiv abzunehmen sollten Sie auf jeden Fall auch Sport treiben!

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Macht Kaffee nüchtern oder sogar süchtig?

Es existiert ein beliebter Kaffee-Mythos im Zusammenhang mit Alkohol. Hat man zu viel getrunken, soll eine Tasse Kaffee schneller wieder nüchtern machen. Diesem Mythos sollte man aber auf keinen Fall Glauben schenken, denn Kaffee hat keinen Einfluss auf den Alkoholabbau im KörperAb wann Alkoholkonsum gefährlich und schädlich wird, erfahren Sie hier. 

Genauso wenig wie Kaffee nüchtern macht, macht Kaffee süchtig. Für viele ist ein Verzicht auf die Tasse Kaffee am Morgen nicht vorstellbar. Das liegt daran, dass sich der Körper an die regelmäßige Koffeinzufuhr gewöhnt hat. Mit einer Sucht hat das im medizinischen Sinne aber nichts zu tun.

Enthalten dunkel geröstete Kaffeebohnen mehr Koffein?

Der Glaube, dunkel geröstete Kaffeebohnen seien stärker und koffeinhaltiger als hell geröstete Bohnen, ist weit verbreitete. Dies ist aber tatsächlich ein Irrglaube, denn je länger Kaffee geröstet wird, desto mehr Koffein wird durch die Hitze aus der Bohne gelöst. Dunkle Kaffeebohnen enthalten also weniger Koffein. 

Auch der Vergleich zwischen Espresso und Filterkaffee wirft immer wieder die Frage auf, was mehr Koffein enthält.

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Espresso für sich enthält zwar etwas mehr Koffein als Filterkaffee – allerdings nur, wenn man den Koffeingehalt pro Milliliter berechnet. Doch bezogen auf die Trinkmenge, stecken in einer kleinen Tasse Espresso 45 Milligramm Koffein und in einer Tasse Filterkaffee 100 Milligramm.

Löst Kaffee Bluthochdruck aus?

Einige Studien behandelten bislang das Thema, ob Kaffee Bluthochdruck auslösen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass regelmäßiges Kaffeetrinken keine Auswirkungen auf den Blutdruck hat. Auch Menschen mit Bluthochdruck müssen daher keine größeren Befürchtungen haben, dass durch den Konsum von Kaffee der Blutdruck weiter steigt.

Die Forscher um Van Dam warnen jedoch: Die Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Bluthochdruck gelten zwar für Kaffee - Vorsicht sei aber bei anderen koffeinhaltigen Getränken geboten. Koffein könne in reiner Form durchaus einen leichten Anstieg des Blutdrucks herbeiführen.

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Warum aber können andere Koffein-Getränke für Bluthochdruck sorgen, Kaffee aber nicht? Das liegt an den weiteren Inhaltsstoffen von Kaffee. "Komponenten wie Chlorogensäure wirken der blutdruckerhöhenden Wirkung von Koffein entgegen", sagen die Forscher.

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Erhöht Kaffee den Cholesterinspiegel?

Ob Kaffee den Cholesterinspiegel erhöhen kann, hängt den Wissenschaftlern zufolge von der Zubereitung des Kaffees ab. Grundsätzlich beeinflusst Filterkaffee den Cholesterinspiegel nicht. Dazu müssten Menschen schon Kaffeebohnen oder Pulverkaffee kauen - in größeren Mengen.

Andere Kaffeevarianten können jedoch möglicherweise den Cholesterinspiegel erhöhen. Denn im Kaffee ist der Stoff Cafestol enthalten. Wird die Substanz konsumiert, kann das die LDL-C-Werte erhöhen. Doch eine hohe Konzentration an Cafestol findet man nur in ungefiltertem Kaffee.

Es lässt sich also festhalten, dass sich die LDL-C-Werte durch den Konsum von Filterkaffee nicht erhöhen. Wird Kaffee allerdings mit French Press oder auf italienische, türkische oder skandinavische Art zubereitet, gilt das nicht mehr. Studien hierzu belegen, dass der Cholesterinspiegel bei Menschen, die viel ungefilterten Kaffee (sechs Tassen pro Tag) trinken, um 17,8 Milligramm pro Deziliter höher ist als bei Menschen, die Filterkaffee trinken. 

Führt Kaffee zu Herzrhythmusstörungen?

Kann Kaffee Herzrhythmusstörungen auslösen? Viele Menschen haben hinsichtlich dieser Frage Bedenken. Geht es nach den Ergebnissen von Van Dam und seinen Kollegen, ist diese Befürchtung jedoch unbegründet. Selbst Personen, die bereits Herzkrank sind, müssen sich demnach keine Gedanken machen.

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Sechs Tassen Filterkaffee pro Tag seien unbedenklich und lösen keine kardiovaskulären Probleme aus. Im Gegenteil: Drei bis fünf Tassen täglich seien sogar gesund für unser Herz. Durch einen gemäßigten Kaffeekonsum könne das Risiko von Herzleiden gesenkt werden. Die Analyse der Wissenschaftler sah sich zudem auch den Einfluss von Kaffee auf Vorhofflimmern an - einen Zusammenhang, dass Kaffee Vorhofflimmern auslöse, konnten sie nicht feststellen.

Trocknet Kaffee den Körper aus?

Dass ein erhöhter Koffein-Konsum zu einer Dehydrierung führt, bleibt ein Mythos. Die Forscher fanden heraus, dass selbst die längere Einnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag keinen Einfluss auf den Wasserhaushalt des Körpers hat. Obwohl die Urinproduktion durch das Kaffeetrinken angeregt wird, trocknet dadurch noch lange nicht der Körper aus. 

Ist Kaffee krebserregend?

"Die Ergebnisse vieler prospektiver Kohortenstudien lieferten starke Evidenz, dass der Konsum von Kaffee mit keinem Anstieg der Krebs-Inzidenz oder einer erhöhten Todesrate durch Krebs assoziiert ist", verdeutlicht die internationale Forschungsgruppe. Der Mythos, Kaffeekonsum könne Krebs auslösen, wird somit widerlegt.

Zudem wird explizit darauf eingegangen, dass Kaffeetrinken sogar vor einer möglichen Krebserkrankung schützen könne. So sollen Melanome, nicht-melanotische Hauttumore, Brust- oder Prostatakrebs durch Kaffeekonsum seltener auftreten. Ein ähnlicher Zusammenhang wird auch für andere Tumorarten vermutet, insbesondere für Endometriumkarzinome und hepatozelluläre Tumore.

Auch für die Leber soll Kaffee gesund sein. Hepatische Fibrosen und Zirrhosen lassen sich wohl durch regelmäßigen Kaffeekonsum vorbeugen.

Koffeinhaltiger Kaffee hat kaum negative Auswirkungen auf die Gesundheit

Einer Untersuchung aus dem Jahr 2005 zufolge hat koffeinhaltiger Kaffee außerdem keine nennenswerten negativen Auswirkungen auf folgende Faktoren: Den Body-Mass-Index, die Pulsfrequenz, Blutzuckerwerte und Blutzuckerspiegel sowie die Insulinmenge. Doch auch hier muss wieder beachtet werden, dass Kaffee und Koffein getrennt voneinander unterschiedliche Wirkungen haben können.

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Wird Koffein isoliert konsumiert, kann dadurch die Insulinsensitivität zumindest kurzfristig reduziert werden. Regelmäßiger Kaffeekonsum scheint eine solche Wirkung nicht zu besitzen. Damit soll sogar ein geringeres Risiko für eine Erkrankung an Diabetes Typ II einhergehen - auch wenn dieses Ergebnis mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden sollte, da es auf einer entsprechenden Dosierung beruht.

Wirkt sich Kaffeetrinken gesundheitsfördernd aus? Die Autoren nennen zwei mögliche Gründe, die dafür sprechen.  Es könne erstens sein, dass sich der menschliche Organismus an den regelmäßigen Konsum von Kaffee gewöhnt und infolgedessen eine höhere Toleranz gegenüber dem Koffein entwickelt hat. Weiterhin sei denkbar, dass andere Inhaltsstoffe des Kaffees negativen Effekten entgegenwirkten. Hierzu müsse aber noch weitere Forschung betrieben werden.

Kaffee und Koffein: Tägliche Höchstmenge nicht überschreiten

Nach aktuellem Stand der Forschung stimmt es nicht, dass ein Verzicht auf Kaffee die Lebenszeit verlängert. Bei einer Einnahme von zwei bis fünf Tassen am Tag könne sich die Lebenserwartung sogar erhöhen, schreiben die Wissenschaftler um Van Dam. Aber Vorsicht: Die positiven Effekte beziehen sich nicht auf Koffein - das wiederum wirkt sich in größeren Mengen negativ auf die Gesundheit aus. 

Im Zusammenspiel mit Koffein können einige Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen. Manche Chinolon-Antibiotika, einige Herzmedikamente, Bronchodilatatoren und Antidepressiva sorgen dafür, dass sich Koffein nur langsam abbaut. Auch eine veränderte Wirkung ist bei manchen Medikamenten im Zusammenhang mit Koffein möglich - hierauf sollte im Einzelfall besonders geachtet werden.

Laut den Autoren der Studie ist die Einnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein am Tag unbedenklich. Sie merken jedoch an, dass die Menge individuell variieren kann und auch andere Faktoren in Kombination einen negativen Effekt haben können. Als Beispiel ist hier das Rauchen zu nennen, denn dadurch wird der Koffeinmetabolismus beschleunigt.

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