Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland: Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Techniker Krankenkasse (TK) erhalten jährlich 72 von 100.000 Männern die Diagnose "Darmkrebs". Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit dem Alter beträchtlich an und ist während der Zeitspanne vom 80. bis zum 85. Lebensjahr bei Männern am höchsten. Eine Studie aus den USA will nun einen Zusammenhang zwischen dem Risiko einer Darmkrebs-Erkrankung und dem Verzehr von Joghurt festgestellt haben.

Studie: Darmkrebs mit Joghurt bekämpfen

Ein Forscherteam der Washington University School of Medicine in St. Louisist der Frage nachgegangen, ob es einen Verbindung zwischen dem Verzehr von Joghurt und dem Risiko für Darmkrebs gibt.

Für die Untersuchung wurden die Daten von zwei Langzeitstudien verwendet.Unter den untersuchten Personen befanden sich 32.606 Männer und 55.743 Frauen. Jeder Proband unterzog sich im Laufe der Studie einer Darmspiegelung. Zudem mussten alle Teilnehmer im regelmäßigen Abstand von vier Jahren angeben, wie sie sich ernährten. Dabei wurden auch Angaben zum Joghurtkonsum gemacht.

Die Aufzeichnungen zeigten, dass sich im Verlauf der Studie bei den Männern 5.811 Adenome und bei den Frauen 8.116 Adenome gebildet hatten. Adenome sind sogenannte Darmpolypen, also Geschwülste und Vorwölbungen an der Darmwand. Sie sind eine Vorstufe von Krebs und können, sollte man sie nicht behandeln, zu Darmkrebs führen. Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass Personen, welche zwei oder mehr Portionen Joghurt pro Woche verspeisten ein im Schnitt um 19 Prozent verringertes Adenom-Risiko vorwiesen.

Bei Adenomen, welche eine besonders hohe Veranlagung zur Krebsentwicklung hatten, sank das Risiko sogar um 26 Prozent. Besonders signifikant war außerdem der Effekt auf Polypen im Dickdarm. Beim Mastdarm wurde kaum ein Unterschied zwischen Joghurt-Essern und Joghurt-Nicht-Essern festgestellt. Die beobachteten Effekte traten allerdings nur bei Männern auf. Auf Frauen hatte der Verzehr von Joghurt keinen Einfluss.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Darmflora und Joghurt?

Aber wie kausal ist diese festgestellte Verbindung zwischen Joghurt und Darm? Die Studie an sich zeigt nur einen Zusammenhang und liefert keine Erklärung dafür. Es könnte sich also nur um eine Scheinkorrelation halten, also einen scheinbare Wechselwirkung zwischen Darm und Joghurt, welche aber durch andere, unbekannte Variablen beeinflusst wurde. Zum Beispiel könnte es sein, dass sich Männer, die Joghurt essen, generell gesünder ernähren als solche, die keinen Joghurt essen.

Laut den Forschern gäbe es aber auch einige plausible Erklärungen: Beispielsweise könnten typische Bakterien, die in Joghurt enthalten sind (z.B. Lactobacillus bulgaricus oder Streptococcus thermophilus), schädliche Stoffe im Darm abbauen.

Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass zukünftig noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden müsse, um die Forschungsergebnisse zu prüfen und gegebenenfalls zu bestätigen.

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