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Bier

Ist Bier gesund? Erlanger Forscher bestätigen entzündungshemmende Wirkung

Bier als Medizin für eine geschädigte Leber? Was zunächst absurd klingt, ist nun tatsächlich von einer Forschungsgruppe der FAU Erlangen-Nürnberg bestätigt worden. Bier-Liebhaber sollten dennoch nicht sofort in Euphorie verfallen - denn Bier ist nicht grundsätzlich gesund.
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Ist Bier gesund? Ja! Zumindest bestimmte Inhaltsstoffe in (alkoholfreiem) Bier haben laut Forschern der Uni Erlangen eine positive Wirkung auf die Gesundheit.  Symbolbild: MabelAmber/Pixabay
Ist Bier gesund? Ja! Zumindest bestimmte Inhaltsstoffe in (alkoholfreiem) Bier haben laut Forschern der Uni Erlangen eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Symbolbild: MabelAmber/Pixabay

Wir Franken wussten es ja schon immer: Bier taugt als Medizin! Das haben jetzt auch Forscher der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg bestätigt - zumindest teilweise. In einem Projekt fand ein Team um Professor Claus Hellerbrand vom Institut für Biochemie heraus, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Bier entzündungshemmende Wirkung haben. Es gibt allerdings eine wichtige Einschränkung.

Bier-Inhaltstoffe gut für die Leber

Verantwortlich für die entzündungshemmende Wirkung ist ein Stoff, der hauptsächlich im Hopfen zu finden ist: Xanthohumol. Dieser Stoff sowie beim Brauen entstehende Iso-Alphasäuren könnten Leberverfettung verhindern und Leberkrebszellen abbauen, heißt es in einer Mitteilung der mittelfränkischen Hochschule vom Montag (08.10.2018). Laut Studien der Arbeitsgruppe von Hellerbrand hemmt Xanthohumol die durch Übergewicht und Fehlernährung hervorgerufene Leberverfettung und verhindert, dass die Leber vernarbt. Zudem tötet es Leberkrebszellen ab und verhindert bei Überernährung die Gewichtszunahme. Ob auch noch weitere Krankheitsmechanismen wie Diabetes oder Krebs durch die Kombination der beiden Substanzen effektiver bekämpft werden können, solle in dem nun geförderten Forschungsprojekt weiter untersucht werden.

Bier als Medizin? Alkohol ist ein Problem

Ist Bier also doch eine gute Medizin? Nein, lautet die - sicherlich für den ein oder anderen enttäuschende - Antwort. Knackpunkt ist laut den Forschern der Alkohol. "Es ist jedoch denkbar, dass durch den Konsum von alkoholfreiem Bier oder anderen hopfenhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken wie Hopfenlimonade oder Hopfentee eine positive Wirkung zu erzielen ist", stellte Hellerbrand fest. Gerade zur Behandlung oder Prävention von Leberschädigung durch Fettleibigkeit scheine dies vielversprechend. Insofern steckt in dem italienischen Sprichwort: "Wer Bier trinkt, lebt hundert Jahre", zumindest in Teilen ein Stückchen Wahrheit.

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Für ihre Forschungen erhalten die Erlanger Wissenschaftler laut Mitteilung nun den mit 60.000 Euro dotierten Forschungspreis der "European Foundation for Alcohol Research" und der "European Brewery Convention".

Was ist Xanthohumol?

Xanthohumol gehört zu den Pflanzenpolyphenolen - den aromatischen Verbindungen, die für Farbe und Geschmack der Pflanzen sorgen. Der Stoff ist ausschließlich im Hopfen zu finden und für den gelben Farbton der Hopfenblüten verantwortlich. Hopfen spielt eine wichtige Rolle beim Brauen von Bier, bei dem Xanthohumol jedoch in großen Teilen abgebaut wird. Im Bier selbst liegt nur ein geringer Anteil des Stoffes vor. Ein weiterer Inhaltsstoff des Hopfens sind die Bittersäuren, die den typischen Biergeschmack hervorrufen. Eine Gruppe von ihnen sind die alpha-Säuren, die durch die Erhitzung beim Brauprozess in Iso-Alphasäuren umgewandelt werden.



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