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Impfpass verloren: Was nun kommt und wie viel es kostet

Schon als Baby bekommen Menschen in Deutschland einen Impfpass ausgestellt. Er begleitet uns Leben lang und ist ein wichtiges Dokument. Umso ärgerlicher ist es, wenn er verloren geht und sich einfach nicht mehr auffinden lässt - gerade jetzt, zu Zeiten der Corona-Impfung. Wir zeigen Ihnen, was zu tun ist, sollten Sie das gelbe Impfbuch verlegt haben.
 
Impfpass verloren? Das müssen Sie machen Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Neu beantragen, gestohlen melden? Das müssen Sie tun, wenn Sie ihren Impfpass verloren haben. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Im Impfpass stehen alle Impfungen, die Ihnen jemals verabreicht wurden
  • Für die Corona-Impfung brauchen Sie Ihren Impfpass
  • Haben Sie den Impfausweis verloren, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Sie vorgehen können
  • Neuerung: der digitale Impfausweis soll noch vor den Sommerferien kommen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist darauf hin, dass der Impfausweis für gewöhnlich bereits im Säuglingsalter in der Kinderarztpraxis ausgestellt wird. Außerdem ist er auch beim zuständigen Gesundheitsamt oder anderen Arztpraxen erhältlich. Gültig ist das gelbe Heftchen dann ein Leben lang - nicht ungewöhnlich also, dass das Impf-Dokument auch mal verloren gehen kann. Doch wie gehen Sie am besten vor, wenn Sie den  Impfpass einfach nicht mehr finden? Wir erklären Ihnen, wie Sie sich am besten verhalten und weshalb der Impfpass so wichtig ist. 

Impfpass nicht mehr auffindbar: Das müssen Sie jetzt tun

Der Impfausweis begleitet Sie ein Leben lang: Die wohl meisten Impfungen erfolgen im Kindesalter, weshalb Erwachsene das gelbe Heftchen häufig nicht mehr oft in Händen halten. Das führt nicht selten dazu, dass der Impfausweis aus den Augen verloren wird und irgendwann einfach verschwunden zu sein scheint. Das ist ungünstig, jedoch kein Grund zur Verzweiflung.

Die Krankenversicherung Ottonova* rät dazu, im ersten Schritt zum Hausarzt zu gehen. Dieser ist dazu verpflichtet, Ihre Patientenakte zehn Jahre aufzubewahren. In dieser sind all Ihre Behandlungen inklusive der in diesem Zeitraum getätigten Impfungen notiert. Die Daten aus dieser Akte können dann in einen neuen Impfausweis übertragen werden - die Kosten dafür trägt die Krankenversicherung. So weit, so gut: Doch was ist mit den Impfungen, die vor diesem zehn-Jahres-Zeitraum getätigt wurden? 

Impfungen, die länger als zehn Jahre zurückliegen, sind nicht in der Patientenakte des Hausarztes zu finden. Auch wenn Sie häufig den Hausarzt gewechselt haben, kann es schwierig sein, die letzten Impfungen nachzuvollziehen. In diesem Fall ist es hilfreich, eine Blutuntersuchung durchzuführen - im Labor kann nämlich der Status der Antikörper im Blut ermittelt werden. So lässt sich sagen, gegen welche Krankheiten Sie bereits geimpft sind. Komplett zuverlässig sind diese Tests allerdings nicht, da manche Immunisierungen nicht eindeutig im Blut zu erkennen sind. Aus diesem Grund wird diese Leistung auch nicht von allen Krankenversicherungen übernommen. 

Wann ist eine Impf-Auffrischung empfehlenswert?

Sollten Sie vor dem Problem stehen, dass Sie ihre erhaltenen Impfungen weder über Ihren Hausarzt oder durch einen Bluttest nachvollziehen können, bleibt nur noch eine Möglichkeit: Lassen Sie alle bedeutenden Impfungen vorsichtshalber auffrischen. Zu dieser Grundimmunisierung zählen unter anderem Impfungen gegen Tetanus, Masern, Mumps, Röteln, Polio, Pertussis (Keuchhusten) und Diphtherie, die für gewöhnlich bereits im Kindesalter verabreicht wurden. 

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Es stellt sich natürlich die Frage, ob eine solche doppelte Immunisierung schädlich für den Körper ist, was verneint werden kann. Die Grundimmunisierung schadet Ihnen in aller Regel gar nicht, sofern Ihre Gesundheit zum Impf-Zeitpunkt einwandfrei ist. Es kann lediglich zu typischen harmlosen Nebenwirkungen wie leichten Schmerzen um die Einstichstelle oder zu leichten Krankheitssymptomen kommen, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Die Kosten für die Grundimmunisierung werden von Ihrer Krankenkasse getragen und vom Hausarzt durchgeführt. Besonders Frauen mit Kinderwunsch sollten Impfungen dringend auffrischen, falls Unklarheit über den Impfstatus besteht, empfiehlt Vitabook.de. Denn durch die Immunität der Mutter gegen bestimmte Krankheiten wird so auch das ungeborene Kind geschützt. 

Impfungen: Was steht im Impfbuch?

Die Stiftung Gesundheitswissen weist darauf hin, dass der Impfpass auch Impfbuch oder Impfausweis genannt wird, offiziell "internationale Bescheinigung über Impfungen", was darauf hindeutet, dass der Impfpass ein internationales Dokument ist. Deshalb ist der Pass hier in Deutschland sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch und Französisch verfasst. Die Richtlinien des Impfausweises werden von der Weltgesundheitsorganisation vorgegeben.

Im Impfausweis stehen neben Angaben zur Schutzimpfung gegen Gelbfieber auch Informationen zu einer möglichen Pocken-Impfung und Cholera. Außerdem eine Auflistung von Schutzimpfungen, die zum Großteil bereits im Kindesalter verabreicht werden, wie etwa Immunisierungen gegen Polio, Diphtherie und Tetanus. Auch Impfungen gegen Hepatitis B, Tuberkulose und Grippeimpfungen können in dem gelben Heft notiert werden. Zudem ist Platz für weitere Impfungen, beispielsweise gegen FSME (Frühsommer- Meningoenzephalitis).

Sehr praktisch ist der Impfkalender der Ständigen Impfkommission, welcher anzeigt, welche Impfungen in den jeweiligen Lebensjahren idealerweise erfolgen sollten. In diesem Kalender wird übersichtlich angezeigt, welche Immunisierungen im Säuglings- und Kleinkindalter, im Kinder- und Jugendalter und im Erwachsenenalter erfolgen sollten. 

Digitaler Impfpass: Das ist neu

Zusätzlich zum Impfpass in Form des gelben Heftchens wird es zukünftig auch eine digitale Form des Impfausweises geben, verkündet das Bundesgesundheitsministerium. Dieser digitale Impfnachweis resultiert aus einem Beschluss des Europäischen Rats vom 21. Januar 2021. Somit wird es den Bürger*innen ermöglicht, ihre Impfdaten auch in elektronischer Form, in einer App auf dem Smartphone, abrufen zu können - auch die Schutzimpfung gegen Covid-19.

Das gelbe Impf-Heftchen existiert aber natürlich weiterhin, denn es ist jedem frei gestellt, ob die digitale Version des Impfpasses in Anspruch genommen wird oder nicht. Berechtigt ist jeder, egal welche Staatsangehörigkeit sie oder er besitzt. In Deutschland startet der digitale Impfnachweis voraussichtlich Ende des zweiten Quartals 2021, also im Juni.

Die Daten des digitalen Impfnachweises werden in der Hausarztpraxis oder in einem Impfzentrum eingegeben, im Anschluss wird ein 2D-Barcode erstellt, den die Patient*innen entweder vor Ort mit dem Smartphone einscannen können oder diesen in Form eines Papierausdruckes mit nach Hause nehmen. Per Eingabe in die digitale Impfausweis-App wird die Impfung dann erfasst und die Impfbescheinigung wird direkt auf dem Gerät gespeichert. Nachteil: Der 2D-Barcode ist nur einmalig verwendbar und ist an das Smartphone gebunden, mit welchem er eingescannt wird. Bei Wechsel des Geräts ist die Impfbescheinigung dementsprechend verloren.

Gegen diese Krankheiten sollten Sie geimpft sein

Es gibt eine Reihe von Impfungen, die für jeden empfohlen werden, so die Website Impfen-Info.de, welche von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betrieben wird. Für Kinder zwischen null und zwölf Jahren werden diese Schutzimpfungen empfohlen: Diphtherie, FSME, Grippe (Influenza), Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae B), HPV (Humane Papillomaviren), Keuchhusten (Pertussis), Masern, Meningokokken, Mumps, Pneumokokken, Polio (Kinderlähmung), Rotaviren, Röteln, Tetanus und Windpocken. Zudem einige Kombinationsimpfungen, zum Beispiel der Kombinationsimpfstoff gegen Röteln, Masern, Mumps. 

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Damit Jugendliche (im Alter zwischen 12 und 17) rundum geschützt sind, sollten diese Impfungen vorliegen und gegebenenfalls nachgeholt werden: Diphtherie, FSME, Grippe (Influenza), Hepatitis B, HPV, Keuchhusten, Masern, Mumps, Polio, Röteln, Tetanus, Windpocken und zudem Immunisierungen durch Kombinationsimpfstoffe. Es ist wichtig, zu überprüfen, ob im Kindesalter eine Grundimmunisierung erfolgt ist und ob bestimmte Impfungen aufgefrischt werden müssen, beispielsweise die Immunisierung gegen FSME.

Auch Erwachsene sollten regelmäßig den Impfausweis durchblättern und überprüfen, ob Auffrischungen gegen die folgenden Krankheiten nötig sind: Diphtherie (Auffrischung alle zehn Jahre), FSME (Auffrischung alle fünf bzw. drei Jahre), Grippe (Influenza, Auffrischung einmal jährlich), Gürtelrose (für vorerkrankte Personen), Keuchhusten (eine Impfung als Auffrischung genügt), Masern und Mumps (Kombi-Impfung, einmal im Erwachsenenalter), Pneumokokken (ab 60 Jahren, Auffrischung nach sechs Jahren), Polio (eine Auffrischung nach dem 18. Lebensjahr), Röteln (wenn nicht bereits zweimal geimpft wurde) und Tetanus (Auffrischung alle zehn Jahre). Schwangere sollten zudem besonders darauf achten, gegen Grippe und Keuchhusten geimpft zu sein.

Fazit: So gehen Sie vor, wenn Sie Ihren Impfpass verloren haben

Sollten Sie Ihren Impfausweis verloren haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie vorgehen können. Zuerst sollten Sie zu Ihrem Hausarzt gehen, dieser hat in Ihrer Patientenakte alles Behandlungen und Impfungen der letzten zehn Jahre notiert. Für den Nachweis von Impfungen, die länger als zehn Jahre zurückliegen kann eine Blutuntersuchung helfen, da die Immunität gegen viele Krankheitserreger im Blut nachgewiesen werden kann - das ist jedoch nicht unbedingt der Fall.

Die beste Alternative ist, die komplette Grundimmunisierung aufzufrischen, im Falle einiger Erkrankungen wird das ohnehin empfohlen, beispielsweise bei Keuchhusten oder Masern und Mumps. Gefährliche Nebenwirkungen hat diese Auffrischung nicht, sofern Sie grundsätzlich gesund sind.

Neu ist der digitale Impfausweis, in dem Impfungen - zusätzlich zum gelben Impfbuch - notiert werden können. Dieser ist freiwillig und kann unter anderem auch problemlos die Immunisierung gegen Covid-19 dokumentieren. Voraussichtlich wird der digitale Impfausweis in Deutschland im Juni eingeführt. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel mit allen Informationen zum digitalen Impfpass. 

 

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