Die IG Metall drängt darauf, Burn-out-Fälle als Berufskrankheit anzuerkennen. "Wir brauchen eine ernsthafte Debatte über psychische Erkrankung auch im Zusammenhang mit Berufskrankheiten", sagte Hans-Jürgen Urban, der im Vorstand der Gewerkschaft für Sozialpolitik zuständig ist, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" am vergangenen Montag (9. März 2020).

Burn-out sei weit verbreitet, gelte aber in Deutschland immer noch nicht als eigenständige Diagnose. "Selbst die WHO hat Burn-out als arbeitsweltspezifische Erkrankung anerkannt. Warum tun wir uns also so schwer damit?", fragte Urban.

Liste der Berufskrankheiten erweitern

Der Bundestag befasste sich am Donnerstag in erster Lesung mit dem Berufskrankheitenrecht. Die darin enthaltenen Änderungen gehen der IG Metall jedoch nicht weit genug: "Die angestrebte Aktualisierung der Liste von Berufskrankheiten ist auf halbem Weg stehengeblieben", sagte Urban.

Krankheitsbilder aufgrund der Digitalisierung suche man vergeblich auf der Liste. "Dabei wissen wir inzwischen, dass die Arbeit am Bildschirm oder die Verwendung von Datenbrillen erhebliche Belastungen für das Sehvermögen mit sich bringen", sagte der IG-Metaller.