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Gesundheit

Gesund durch Hund: Vierbeiner steigern Lebenserwartung und senken Todesrisiko nach Herzinfarkt und Schlaganfall

Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Jetzt soll er uns auch noch gesund halten. Neuesten Studien zufolge soll bei Hundehaltern die kardiovaskuläre Gesundheit gestärkt werden und die Lebenserwartung steigen. Wie aber kommt es dazu?
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Der Hund zählt als bester Freund des Menschen und soll uns neuen Studien zufolge nun auch noch gesund halten. Symbolfoto: Vasyl/Adobe Stock
Der Hund zählt als bester Freund des Menschen und soll uns neuen Studien zufolge nun auch noch gesund halten. Symbolfoto: Vasyl/Adobe Stock

Es sprechen viele Gründe dafür, sich einen Hund als Lebensbegleiter zuzulegen. Sie sind süß, heitern einen auf und bringen eine Menge Freude in das Leben des Hundehalters. Studien zu Folge sollen sie aber nicht nur für ein glückliches, sondern auch noch für ein gesundes Leben sorgen. Die "American Heart Association" veröffentlichte in diesem Forschungsbereich neue Ergebnisse.

Zwei aktuelle Studien bestätigen: Hunde wirken sich gut auf die Gesundheit aus

Hundehalter können sich glücklich schätzen - sie werden mit besserer kardiovaskulärer Gesundheit und einem längeren Leben in Verbindung gebracht. Besonders Herzinfarkt- und Schlaganfallüberlebende, die alleine leben, können von dem treuen Begleiter auf vier Beinen profitieren.

Die neuen Studien bauen auf das Wissen vorheriger Studien auf, die 2013 von der "American Heart Association" veröffentlicht wurden. Hier wurde getestet, ob das Halten eines Hundes die Faktoren, welche zu kardiovaskulären Notfällen führen können, minimiert.

Die aktuellen Studien, wovon es sich bei einer der beiden um eine Meta-Studie (eine wissenschaftliche Untersuchung, die mehrere vorhandene Studien auswertet) handelt, bestätigen nun erneut, dass die Gesundheit des Herzens und der Gefäße und die Lebenserwartung bei Hundehaltern, vor allem bei Betroffenen, die vorher einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten, positiv beeinflusst wird.

 

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Analyse der Daten von fast 340.000 Studienteilnehmern

Bei der ersten Studie wurde das "Nationale Schwedische Patienten Register" genutzt, um die Daten von insgesamt fast 340.000 Menschen zu analysieren. Alle Patienten befanden sich im Alter von 40 bis 85 Jahren und wiesen entweder einen akuten Herzinfarkt (181.696 Personen, rund sechs Prozent Hundebesitzer) oder einen Schlaganfall (154.617 Personen, rund fünf Prozent Hundebesitzer) auf.

Der Untersuchungszeitraum der Studie betrug vom 1. Januar 2001 bis zum 31. Dezember 2012. Die Wissenschaftler schauten hier besonders auf die Todesursachen, Hundehalterprozentzahl und Soziodemografie.

Eindeutige, positive Ergebnisse für Hundehalter erkannt

Das Todesrisiko für Hundehalter, die nach einem Herzinfarkt alleine lebten, reduzierte sich um 33 Prozent. Die Patienten, die zusätzlich zu ihrem Hund noch mit einem Kind oder Partner lebten, wiesen ein 15 Prozent niedrigeres Todesrisiko auf.

Das Todesrisiko für Patienten, die nach einem Schlaganfall alleine lebten, reduzierte sich um 27 Prozent, während sich das Risiko für Hundebesitzer mit Partner oder Kind um 12 Prozent reduzierte.

Als mögliche Gründe für diese positive Entwicklung werden körperliche Aktivität und geringere soziale Isolation genannt. Durch die Haltung eines Hundes ist der Besitzer quasi gezwungen, sich zu bewegen, um auch dem Tier den nötigen Auslauf zu gewähren. Bewegung ist in der Rehabilitation und für die psychische Gesundheit nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt ein entscheidender Faktor.

Auch Gesamtmortalität sinkt

In einer weiteren Meta-Studie wurden die Ergebnisse aus zehn separaten Studien und insgesamt über 3,8 Millionen Teilnehmern ausgewertet. Die Studien zogen sich über einen Zeitraum vom Jahr 1950 bis hin zum Mai, 2019.

Es konnte beobachtet werden, dass die Haltung eines Hundes die Gesamtmortalität, im Gegensatz zu der Gesamtmortalität hundeloser Teilnehmer, um 24 Prozent senkte. Wenn die Analyse nur auf den Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen fokussiert wurde, konnte sogar eine 31 prozentige Risikoreduktion für den Tod durch eine kardiovaskuläre Erkrankung festgestellt werden.

Weitere Studien notwendig - zusätzliche Faktoren müssen berücksichtigt werden

"Ein Hund wurde bereits in früheren Studien mit erhöhter körperlicher Aktivität, niedrigerem Blutdruck und besserem Cholesterinprofil in Zusammenhang gebracht", bestätigt Dr. Caroline Kramer von der University of Toronto.

Durch die aktuellen Ergebnisse kann auch darauf geschlossen werden, dass die Haltung eines Hundes zu einem längeren Leben führen kann. Trotzdem müssen weitere Studien durchgeführt werden, da in den aktuellen Studien nicht alle Störfaktoren, wie zum Beispiel ein gesunder Lebensstil, Rauchen oder die allgemeine Fitness der Testpersonen, mit einbezogen wurden.

Die Frage, ob ein Hund als Haustier dabei hilft, ein hohes Alter zu erreichen oder nicht, bleibt derweil unbeantwortet. Fest steht allerdings: Sie bringen Glück, Freude und Action in das Leben ihrer Halter und überzeugen auch aus diesen Gründen schon viele Menschen von sich.

 

 

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