Zum Start des neuen Kindergartenjahres hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml für die umstrittene Masern-Impfung und andere Schutzimpfungen geworben.

"Wer geimpft ist, schützt sich und andere", sagte die CSU-Politikerin laut am Sonntag verbreiteter Mitteilung. "Insbesondere müssen sehr kleine Kinder geschützt werden, die noch nicht geimpft werden können."

Huml warnt: Impfquote in Bayern noch nicht erreicht

Die aus Expertensicht zur Elimination der Masern notwendige Quote von zweimal geimpften Kindern von mindestens 95 Prozent sei in Bayern noch nicht erreicht, machte Huml deutlich. Im Schuljahr 2017/2018 lag sie nach Daten der Schuleingangsuntersuchung bei 92,3 Prozent. Im Vergleich zu 2003/2004 war das eine Steigerung um 48,3 Prozentpunkte.

Auch Erwachsene müssen sich nochmals impfen lassen

Weiter sagte Huml: "Wir stellen insbesondere auch bei jungen Erwachsenen große Impflücken in der bayerischen Bevölkerung fest." Bei rund 53 Prozent der gemeldeten Masernfälle in den Jahren 2010 bis 2018 waren die Patienten 15 bis 45 Jahre alt. Alle nach 1970 geborenen Erwachsenen sollten ihren Impfausweis überprüfen lassen. "Denn nur wer in der Kindheit zweimal oder im Erwachsenenalter einmal gegen Masern geimpft ist, besitzt einen vollständigen Schutz."

Ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht hatte das Bundeskabinett im Juli auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern demnach vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Ungeimpfte Kinder dürfen in Kitas nicht aufgenommen werden. Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachsenengruppen wie Tagesmütter, Kita-Personal, Lehrer und Beschäftigte im Medizinbereich. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2500 Euro.

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