Franken
Gesundheit

Hilft Alkohol gegen Demenz? Studie mit neuen Forschungsergebnissen

Alkohol und Demenz werden häufig miteinander in Verbindung gebracht. Die Studienlage ist allerdings alles andere als eindeutig: Hilf Alkohol nun gegen Demenz, oder schadet er unseren kognitiven Fähigkeiten?
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein neue Studie hat überprüft, ob Alkoholkonsum das Demenzrisiko steigert. Das Ergebnis ist überraschend. Symbolbild: pixabay.com/stevepb
Ein neue Studie hat überprüft, ob Alkoholkonsum das Demenzrisiko steigert. Das Ergebnis ist überraschend. Symbolbild: pixabay.com/stevepb

Das Thema Alkohol wird immer wieder heiß diskutiert: Die einen sehen es als harmloses Genussmittel an, andere sprechen sich komplett gegen jeglichen Konsum aus. Dass Alkohol körperliche Schäden verursachen kann, ist gemeinhin bekannt und belegt. Welchen genauen Einfluss Bier, Wein und Co. auf unsere kognitiven Fähigkeiten hat, ist bisher noch nicht hinreichend erforscht.

Eine neue Studie der University of Washington hat sich nun an das Thema Alkohol und Demenz herangewagt und versucht einen Zusammenhang herzustellen. Im englischsprachigen Fachmagazin "Jama Neurology" veröffentlichten die Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse.

Kohortenstudie: Steigert Alkohol das Demenzrisiko?

Als wissenschaftliche Grundlage nutzen die Forscher die kumulierten Daten von 3069 Studienteilnehmern, welche über einen Zeitraum von sechs Jahren neuropsychiatrisch beobachtet wurden. Alle Probanden waren älter als 76 Jahre und selbstständig für die Angaben zu ihrem Alkoholkonsum zuständig. Unterteil wurden in Testpersonen...

  • ohne Alkoholkonsum (keine Drinks pro Woche)
  • mit geringem Alkoholkonsum (0 bis 1 Drink pro Woche)
  • mit mittlerem Alkoholkonsum (1 bis 7 Drinks pro Woche)
  • mit hohem Alkoholkonsum (7 bis 14 Drinks pro Woche)
  • mit sehr hohem Alkoholkonsum (14 oder mehr Drinks pro Woche)
Ein Drink wurde als Ethanolmenge von 14 Gramm definiert, was etwa 350 ml Bier oder 180 ml Wein entspricht. Als Referenzgruppe wurden die Daten von unabhängigen Probanden mit geringem Alkoholkonsum verwendet.

Außerdem wurden die kognitiven Fähigkeiten und Einschränkungen der Probanden überprüft. Unter den 3069 Teilnehmern befanden sich 473 Personen mit "eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten" (MCI).

In Oberfranken wurde bereits gewählt: Das oberfränkische Wort des Jahres 2019 überzeugte die Jury, weil es "anschaulicher als im Hochdeutschen ist"

Alkohol das Demenzrisiko? - Studie liefert kein eindeutiges Ergebnis

Die Ergebnisse der Studie führten zu einigen widersprüchlichen Ergebnissen. Den Resultaten zufolge wiesen Probanden ohne MCI und mit einem hohen Alkoholkonsum die geringeste Demenzinzidenz vor. Alle anderen Gruppen zeigten keine großen Unterschiede.

Bei den Teilnehmern mit MCI war das Ergebnis anders: Bei der Gruppe mit einem sehr hohen Alkoholkonsum war eine um 72 Prozent erhöhte Demenzinzidenz erkennbar. Personen mit hohem Alkoholkonsum hingegen hatten ein reduziertes Demenzrisiko.

Die gesamte Studie wird von den Wissenschaftlern selbst als nicht signifikant, also nicht aussagekräftig eingestuft. Die widersprüchlichen Ergebnisse sind vermutlich auf die zu geringe Probandenanzahl zurückzuführen. Dadurch sind extreme Schwankungen der Forschungsergebnisse möglich, welche nicht die Gesamtheit und somit die Realität widerspiegeln. Außerdem könnten die Resultate durch unerkannte dritte Faktoren beeinflusst worden sein.

Ein Gläschen am Tag soll dennoch das Demenzrisiko senken

Ganz ohne Erfolg soll die Studie allerdings nicht gewesen sein. Den Forschern zufolge sei die Studie signifikant genug, um einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Konsum von einem Drink pro Tag und einem gesenkten Demenzrisiko nachweisen zu können.

Laut Studie soll also ein Glas Alkohol pro Tag die Anfälligkeit für Demenz um die Hälfte senken, im Vergleich zu Personen, die viel seltener Alkohol konsumieren, dann aber gleich zwei oder mehr Drinks zu sich nehmen.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.