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Heuschnupfen: Welche Pollen fliegen zur Zeit ? Und was hilft gegen die Allergie?

Niesen, Schnupfen und juckende Augen: Viele Deutsche reagieren allergisch auf verschiedene Pollen. Was können Sie gegen den Heuschnupfen unternehmen?
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Die Heuschnupfensaison hat begonnen. Tipps und Ratschläge für Allergiker. Symbolfoto: dpa/Friso Gentsch
Die Heuschnupfensaison hat begonnen. Tipps und Ratschläge für Allergiker. Symbolfoto: dpa/Friso Gentsch

Die meisten freut das schöne Wetter der vergangenen Tage. Im T-Shirt spazieren gehen, Eis essen und abends lange draußen bleiben. Doch für Allergiker bedeutet das auch: Heuschnupfen! Laut der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst stehen vor allem Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Birke, Buche und Eiche im April in ihrer Hauptblüte.


Heuschnupfen: Was tun bei Pollenflug?


Allergiker kennen es: tränende und geschwollene Augen, ständiges Niesen und Schnupfen. Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach rät dazu Allergiemittel frühzeitig zu Hause zu haben und auf ihr Haltbarkeitsdatum zu überprüfen. Um sich vor der allergenen Belastung zu schützen, sollten Betroffene ihre Wohnräume so frei von Pollen wie möglich halten, empfiehlt Lämmle. Dazu gehört unter anderem, die Lüftungszeiten dem Wohnort anzupassen. In ländlichen Gebieten sind am Morgen am meisten Pollen in der Luft, in der Stadt dagegen am Abend. Daher sollte auf dem Land eher abends und in der Stadt lieber in der Früh gelüftet werden.

Vor dem Schlafengehen ist es außerdem sinnvoll, die Haare zu waschen und die Straßenkleidung nicht erst im Schlafzimmer auszuziehen. Lämmle rät Heuschnupfengeplagten darüber hinaus, regelmäßig die Nase zu spülen, damit sich die Allergene dort nicht festsetzen.

 


Immer häufiger Heuschnupfen: Nehmen Allergien zu?


Der Mannheimer Allergologe Professor Ludger Klimek kennt noch die Regel von früher, dass Pollenallergiker vier bis sechs Wochen im Jahr Beschwerden haben. Heute sei das teilweise umgekehrt. "Die Zahl derjenigen, die auf verschiedene Pollen reagieren, hat dramatisch zugenommen", sagt der Mediziner.

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Wer auf eine Pollenart reagiere, habe tendenziell ein Risiko, das dies auch für weitere Pollen gelte. "Es ist letztlich eine Eigenschaft der Immunreaktion, dass der Körper im Laufe der Zeit auf immer mehr Dinge allergisch reagiert", sagt Klimek. Verschnaufpausen können dadurch kürzer werden.

 

 


Symptome: Drei Phasen des Heuschnupfens


Bei den Patienten, die während der ganzen Blütezeit Beschwerden haben, sieht Klimek drei Phasen: zuerst eine starke Reaktion auf die ersten Pollen. Die Reaktion lässt dann etwas nach, aber es kommt zu Entzündungen in den Schleimhäuten. "Die Betroffenen haben dann zusätzlich Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase, gereizte Schleimhäute, die sich wie wund anfühlen", sagt Klimek.

 

 


Heuschnupfen: Verwenden Sie kein Erkältungs-Nasenspray


Bei Heuschnupfen sollte man nicht einfach zu einem Nasenspray gegen Erkältung greifen: Ein solches Mittel darf nicht länger als sieben Tage genutzt werden - die Allergiebeschwerden dauern aber in der Regel länger an. Darauf weist die Bundesapothekerkammer hin. Besser geeignet sind Nasensprays mit Antihistaminika oder Kortison. Eine ständig laufende Nase sollte man gerade in der Pollensaison nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn dahinter kann sich Heuschnupfen verbergen. Unbehandelt kann er zu allergischem Asthma werden.

 

 


Vorsicht im Straßenverkehr: Bei Heuschnupfen erst einen Arzt aufsuchen


Allergiker sollten sich von einem Facharzt beraten lassen, bevor sie sich hinters Steuer setzen. Geht der Pollenflug mit Hasel und Birke los, drohen akute Hustenanfälle und tränende Augen im Auto, warnt Prof. Thomas Fuchs, Vizepräsident des Ärzteverbands der Allergologen. "Wer sich dann selbst mit Antihistaminika aus der Apotheke versorgt, könnte zudem am Steuer einschlafen." Die frei verkäuflichen Medikamente haben häufig Müdigkeit als Nebenwirkung, sagt der Arzt.

 

 


Behandlungsmöglichkeiten bei Heuschnupfen


Allergologen können Fuchs zufolge dagegen Mittel verschreiben, die normalerweise nicht müde machen. Außerdem sei es in vielen Fällen sinnvoll, die Allergie langfristig zu behandeln - zum Beispiel durch eine spezifische Immuntherapie, früher Desensibilisierung genannt. Dabei wird das Allergen in regelmäßigen Abständen gespritzt, bis der Körper nicht mehr darauf reagiert. "Hält der Patient die Therapie durch, geht es ihm meist nach rund drei Jahren besser", sagt Fuchs.

 

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