• Warum ist die Ackerwinde so unbeliebt?
  • Wie soll die Pflanze gegen Krebs helfen?
  • Hilft die Ackerwinde auch bei anderen Krankheiten?

Die Ackerwinde (Convolvulus arvensis) ist eine in Deutschland heimische Pflanze und wächst vor allem auf trockenen, warmen Böden. Man findet sie oft auf Acker- oder Brachflächen, aber auch in einigen Gärten. Obwohl die Ackerwinde wunderschöne rosafarbene Blüten besitzt und sich auch nicht vor anderen Pflanzen zu verstecken braucht, ist sie nicht gerne im Garten gesehen. Das liegt einerseits an dem schnellen und wuchernden Wachstum der Ackerwinde und andererseits an ihrer Übergriffigkeit auf andere Pflanzen. Sie windet sich an nahestehenden Pflanzen hoch und kann so deren Wachstum und Entwicklung stark einschränken. Daher wird die Ackerwinde bei den meisten Gärtner*innen als Unkraut angesehen, das möglichst schnell entfernt werden muss. Doch die Ackerwinde hat einiges mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht.

Wie soll die Pflanze gegen Krebs helfen?

Trotz ihres schlechten Rufes als Unkraut erhält die Ackerwinde in der Medizin Aufmerksamkeit. Inzwischen gibt es mehrere Studien, die sich mit der heilenden Wirkung der Pflanze gezielt auseinandersetzen. Eine Studie aus Puerto Rico aus dem Jahr 2004 untersuchte beispielsweise die Auswirkungen von Ackerwindenextrakt auf Mäuse mit Tumoren. Der Extrakt schien das Wachstum der Tumore deutlich zu hemmen.

Neben dieser Studie gab es auch weitere Untersuchungen, die der Ackerwinde eine antioxidative Wirkung zuschrieben. Da Antioxidantien die Oxidation von Stoffen im Organismus aufhalten, können Prozesse gebremst werden, welche die DNA verändern und die Entwicklung unserer Zellen beschädigen. Dies könnte dafür sorgen, dass bestimmten Krebsformen vorgebeugt werden kann.

Die verschiedenen Studien verdeutlichen, dass es in Zukunft durchaus Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel aus Ackerwinde geben könnte. Allerdings ist die krebshemmende Wirkung noch nicht intensiv genug erforscht worden, um eine eindeutige Aussage bezüglich der Wirkung gegen Krebs zu treffen. Auch die Wirkung der in der Pflanze enthaltenen Glykoside (organische chemische Verbindungen) sind nicht ausreichend untersucht. Sie sollen die Kontraktionskraft des Herzens erhöhen, sodass es mehr Blut auf einmal pumpen kann. Dies würde vielen Herzkranken in einer geeigneten Therapie helfen.

Hilft die Ackerwinde auch bei anderen Krankheiten?

In der Volksmedizin wurde die Ackerwinde insbesondere bei Verstopfung und anderen Magenbeschwerden eingesetzt. Dafür kochte man aus den Blättern der Pflanze einen Tee. Zudem war die Ackerwinde auch unter dem Namen "Frauenkraut" bekannt, da sie verwendet wurde, um die Regelblutung abzuschwächen oder den Zyklus einer Frau zu stabilisieren. Auch bei Fieber und Gallenschwäche soll die Ackerwinde den Körper unterstützen.

Dennoch wird in der Regel lieber auf andere Kräuter und Teemischungen zurückgegriffen, da die Ackerwinde eine leicht toxische Wirkung hat. Bei einer Überdosierung kann es daher zu Vergiftungssympthomen wie Durchfall oder starker Übelkeit kommen. Eine Anwendung ist außerdem nur in strenger Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt sinnvoll. Die Ackerwinde enthält mit den psychotropen Alkaloiden unter anderem einen Stoff, der leicht halluzinogen wirkt und zu Rauschzuständen führen kann.

Bereits bei den Atzteken wurden Pflanzen mit psychotropen Wirkstoffen als Droge und Narkotikum zur Betäubung verwendet. Daher gilt die Ackerwinde allgemein als nicht essbar. Speziell Kinder sollten unter gar keinen Umständen Ackerwinde zu sich nehmen oder Tee von den Blättern oder Wurzeln trinken, da sie viel stärker auf die Inhaltsstoffe reagieren.

Fazit

Was weitere Studien in Bezug auf die gesundheitliche Wirkung der Ackerwinde ergeben, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Bis dahin sollte aber von einem Verzehr der Ackerwinde abgeraten werden.