Smartphones: Wie schädlich ist die Handystrahlung wirklich?

Fachleute streiten über die Schädlichkeit der Handystrahlung. Unterliegt jemand, der viel mit dem Handy telefoniert, einem höheren Risiko, an Krebs zu erkranken? Kurt Straif, Vorsitzender des Monografien-Programms der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), erklärte 2011 zu den Ergebnissen einer Expertengruppe der Agentur: „Es ist im Moment nicht eindeutig belegt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs bei Menschen auslösen kann“. Trotzdem einigten sich die Fachleute darauf, Handystrahlung als „möglicherweise krebserregend“ einzustufen.  Aber Fakt ist: Alle Smartphones geben Strahlung ab (SAR-Wert: "Specific Absorption Rate", auf Deutsch "Spezifische Absorptionsrate"), die Strahlungsintensität schwankt jedoch von Modell zu Modell stark. Techbook  hat nun die aktuellen Messwerte des Bundesamtes für Strahlenschutz für gängige Smartphone-Modelle in einer Tabelle zusammengefasst.

Das sind die Smartphones mit der höchsten Strahlung

Das Allview P7 ist das Smartphone mit der höchsten Strahlung. Gemessen wurde die Strahlung beim Telefonieren mit dem Gerät am Ohr. Das Handy gibt eine Strahlung mit einer Intensität von 1,82 Watt pro Kilogramm auf den menschlichen Körper ab. Auf Rang zwei folgt das Yiaomi Mi A1 mit einer  Strahlung von 1,75 Watt pro Kilogramm, im Jahr 2018 besetzte dieses Handy allerdings noch Platz 1 der strahlungsstärksten Smartphones. Auf dem dritten Platz findet sich wieder ein Modell von Allview, das X4 Soul mit 1,65 Watt pro Kilogramm.

 

Modell
SAR-Wert Ohr (W/Kg)
SAR-Wert Körper (W/Kg)
Allview P7 Pro
1,82
k.A.
Xiaomi Mi A1
1,75
0,76
Allview X4 Soul
1,65
k.A.
Wiko JERRY3
1,61
1,15
Alcatel IDOL 5 (6058X)
1,59
1,59
Allview X4 Soul Lite
1,59
k.A.
Xiaomi Mi Max 3
1,58
1,42
Alcatel A7 (5050Y)
1,57
1,45
Asus ZenFone 6
1,57
0,98
OnePlus 6T
1,55
1,27
BQ Aquaris X2 (Pro)
1,5
1,45
BQ Aquaris C
1,49
1,48
HTC U12 life
1,48
1,6
Gigaset GS195 (LS)
1,46
0,99
Xiaomi Mi Mix 3
1,45
1,57

Kein Gerät überschreitet den obersten Grenzwert

Sind diese Werte bedenklich oder gar gefährlich? Das lässt sich so pauschal nicht sagen, noch fehlen Langzeitstudien. Als strahlungsarm gelten laut Bundesamt für Strahlenschutz Geräte mit einem SAR-Wert von maximal 0,6 Watt pro Kilogramm. Das trifft immerhin auf 58 Prozent der aktuell erhältlichen Smartphones zu. Der oberste empfohlene Grenzwert der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung liegt sogar bei 2 Watt pro Kilogramm - diesen Wert erreichen selbst die strahlungsreichsten Handys nicht. Der Grenzwert wird seit 1998 empfohlen, die Deutsche Strahlenschutzkommission und die EU-Kommission schlossen sich dem 1998 beziehungsweise 1999 an.

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"Beim Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder genutzt, um Sprache oder Daten zu übertragen", schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz auf seiner Webseite. "Wenn man mit dem Handy telefoniert, wird ein Teil der Energie dieser Felder im Kopf aufgenommen. Führt man das Handy zum Beispiel in der Hosen- oder Hemdtasche bei sich und benutzt zum Telefonieren ein Headset, so wird die Energie von dem Körperteil aufgenommen, in dessen Nähe sich das Handy befindet."

Das sind die Smartphones mit der geringsten Strahlung

ModellSAR-Wert Ohr (W/Kg)
SAR-Wert Körper (W/Kg)
ZTE Blade V10
0,13
0,85
Wiko LENNY4
0,15
0,85
Samsung Galaxy Note8
0,17
1,29
TP-LINK Neffos C9
0,17
0,86
ZTE AXON ELITE
0,17
0,49
Wiko UPULSE
0,18
1,18
Archos Oxygen 57
0,18
0,5
Samsung Galaxy Note10+
0,19
1,4
Wiko VIEW PRIME
0,19
1,62
Gigaset 185
0,19
1,11
Silent Circle Blackphone 2
0,2
0,99
Wiko VIEW XL
0,2
1,28
Archos Access 57
0,2
1,81
Samsung Galaxy Note 10
0,21
1,52
Samsung Galaxy A80
0,22
1,43
 

 

Verringert der Flugmodus die Strahlenbelastung?

Kurz gesagt: Ja. Der Flugmodus verringert die Strahlungen deutlich, es bleibt jedoch eine messbare Strahlenbelastung übrig. Smartphones, die einen hohen SAR-Wert haben, also eine hohe Strahlungsintensität, haben auch im Flugmodus eine höhere messbare Strahlung. Den Flugmodus einzuschalten lohnt sich aber trotzdem, wenn man mobile Daten längere Zeit nicht braucht: Beispielsweise beim Sport, beim Schlafen, im Flugzeug oder im Krankenhaus.

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