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Gesundheit

Wer zu viel arbeitet und Stress hat, bekommt eher eine Glatze: Neue Studie zu Haarausfall

Immer wieder wird vermutet: Lange Arbeitszeiten und Stress sollen für Haarausfall verantwortlich sein. Doch stimmt das wirklich? Eine koreanische Studie liefert Antworten.
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Mit Haaren wird in unserer Gesellschaft so einiges assoziiert - darunter Ästhetik, Schönheit und Jugend. Für viele ist es daher schwer mit anzusehen, wenn die eigene Haarpracht immer dünner und vielleicht sogar die ein oder andere kahle Stelle am Kopf sichtbar wird.

Gerade Männer leiden viel unter kreisrundem Haarausfall. Einer neuen Studie der Sungkyunkwan University School of Medicine in Seoul zufolge, soll Stress und zu lange Arbeitszeiten den Haarausfall noch bekräftigen. Was steckt dahinter?

Psychologische Auswirkungen von Haarausfall

Wenn Männer unter kreisrundem Haarausfall leiden, ist dies zwar unschön, sie müssen sie sich im Regelfall aber trotzdem keine Gedanken über ihre physische Gesundheit machen. Oftmals wird jedoch unterschätzt, was für einen großen Einfluss die Krankheit auf die Psyche der Betroffenen hat.

Eine koreanische Studie hat bereits bestätigt, dass Menschen mit Haarausfall deutlich anfälliger für depressive Phasen und Stress sind, als Personen, die nicht an der Krankheit leiden. Weiterhin wurde ein schlechteres Selbstbild und wenig Selbstbewusstsein beobachtet. Diese Faktoren können das Leben der Betroffenen enorm beeinflussen.

Die Sungkyunkwan University School of Medicine in Seoul hat es sich mit ihrer neuen Studie daher zur Aufgabe gemacht, weitere Auslöser der Krankheit zu untersuchen, um bessere und frühzeitige Vermeidungsstrategien entwickeln zu können.

13.391 Männer über vier Jahre hinweg beobachtet

Über einen Zeitraum von vier Jahren hinweg untersuchten die Forscher knapp 13.400 koreanische Arbeiter. Die Testpersonen wurden in drei Gruppen eingeteilt:

Die erste Gruppe arbeitete wöchentlich weniger als 40 Stunden und wurde daher als Referenz für die normalarbeitende Bevölkerung genommen. Die zweite Gruppe arbeitete zwischen40 und 52 Stunden die Woche. Dies wurde als lange Arbeitszeit angesehen, welche sich jedoch immer noch in der Norm befand. Die Teilnehmer der dritten Gruppe arbeiteten mehr als 52 Stunden die Woche und wurde daher als überdurchschnittlich lang arbeitende Testpersonen angesehen.

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Erschreckende Ergebnisse: Lange Arbeitszeiten verdoppeln den Haarverlust

Bei den Testpersonen, die mehr als 52 Stunden in der Woche arbeiten musste, konnte festgestellt werden, dass sich die Geschwindigkeit des Haarausfalls im Gegensatz zu den Testpersonen, die weniger als 40 Stunden arbeiteten, verdoppelte.

Die Glatzenbildung konnte bei der Referenzgruppe (bis zu 40 Stunden) am Ende der Studie bei circa zwei Prozent der Teilnehmer beobachtet werden. Bei einer Arbeitszeit von bis zu 52 Stunden lag der Wert schon bei drei Prozent und in der Gruppe der Männer mit mehr als 52 Stunden Arbeitszeit pro Woche waren sogar vier Prozent der Teilnehmer betroffen.

Die Forscher und Forscherinnen führten dieses Ergebnis primär auf Stress zurück. Bei mehr als 52 Stunden Arbeit die Woche blieb kaum Zeit für Erholung oder wirkliche Pause. Das Stresslevel und die Belastung der Arbeiter war deutlich höher als das der weniger arbeitenden.

Warum ist Stress schlecht für das Haarwachstum? - Der Haarwachszyklus erklärt

Stress wirkt sich sehr negativ auf den menschlichen Körper aus. Auch das Haarwachstum wird von ihm beeinflusst. Um zu verstehen, wie der Stress sich auf das Haar auswirkt, muss man einen Blick auf die drei Phasen des Haarwachstums werfen:

1. Anagenphase (Wachstumsphase)

In dieser Phase befinden sich rund 85 Prozent der Haare. Hier werden die Haare im Follikel der Kopfhaut gebildet und werden dicker und länger. Die Phase dauert etwa zwei bis sechs Jahre.

2. Katagenphase (Übergangsphase)

In der Übergangsphase kommt es zu einem Umbauprozess des Haares. Die Zellteilung kommt zum Erliegen woraus resultiert, dass die Haarwurzeln nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden und schrumpfen. Am Ende der Phase verhornt die Wurzel und ist dann bereit für die letzte Phase. Circa ein bis drei Prozent der Haarwurzeln der Kopfhaut befinden sich zeitgleich in der Katagenphase, sie dauert etwa zwei Wochen.

3. Telogenphase (Ausfallphase/Ruhephase)

In der letzten Phase des Kreislaufs wird die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels eingestellt - dadurch verkümmert das Haar. Die Haarmatrix bildet dann ein neues Haar, welches das alte aus dem Follikel herausschiebt, sodass dieses letztendlich ausfällt. Der Haarzyklus kehrt darauf hin zur Wachstumsphase zurück. Die Telogenphase dauert ungefähr drei Monate und etwa acht bis 14 Prozent aller Kopfhaare befinden sich zeitlich in der Phase.

Was genau bewirkt nun der Stress bei den Haaren?

Der Stress ist so verheerend für das Haarwachstum, weil er den Hormonspiegel im Körper verändert. Diese Veränderung kann die Wachstumsmuster der Haarfollikel auf der Kopfhaut hemmen. Haarfollikel werden angegriffen und unser Haar gelangt vorzeitig in die Katagenphase (Übergangsphase).

Wenn Haare jedoch bereits in dieser Phase ausfallen, dann können sie nicht wieder neu nachwachsen und es entstehen kahle Stellen. Weiterhin führt der Stress dazu, dass viel mehr Haare in der Telogenphase (Ausfallphase) landen und der Haarausfall allgemein gesteigert wird.

Um Haarausfall zu vermeiden, sollte also nicht nur auf gute Gene gehofft, sondern auch intensiv am eigenen Arbeits- und Lebensstil gearbeitet werden.

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