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Aktiv im Alter

Gut versorgt im Pflegefall

Verschiedene Pflegeangebote erleichtern das Leben von Pflegebedürftigen und Angehörigen
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Foto: Fotolia/Photographee.eu
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Tritt der Fall der Pflegebedürftigkeit ein, so stellt das Betroffene und Angehörige nicht selten vor große Herausforderungen. Neben vielen anderen Fragen stellt sich auch die, welche Pflegeform denn die Passende ist. Ob Kurzzeitpflege, Tages- und Nachtpflege oder Verhinderungspflege - für fast jede Situation gibt es eine passende Pflegemöglichkeit.

Zeitlich begrenzte Dauer

Wird für einen zeitlich begrenzten Zeitraum eine stationäre Pflege notwendig, so spricht man von einer Kurzzeitpflege. Das kann zum Beispiel nach einem Aufenthalt im Krankenhaus der Fall sein. Die Dauer ist auf acht Wochen begrenzt. Die Pflege muss dabei von einer speziell für die Kurzzeitpflege zugelassenen Einrichtung übernommen werden. In Anspruch genommen werden kann diese Leistung von Personen mit den Pflegegraden 2 bis 5.

Am Tag oder in der Nacht

Liegt eine längerfristige Pflegebedürftigkeit vor, so kommt eine Tages- oder Nachtpflege in Frage. Im Rahmen einer Tagespflege wird die pflegebedürftige Person tagsüber in einer Pflegeeinrichtung betreut, die nächtliche Pflege wird in der Regel von Angehörigen übernommen. Vorteil dabei ist, dass ein Pflegebedürftiger weiterhin in seinem gewohnten Umfeld wohnt und dabei professionell betreut wird. Solange es der Gesundheitszustand zulässt, ist es für viele Pflegebedürftige schön, tagsüber das Haus zu verlassen und Kontakt zu anderen Menschen zu pflegen.

Liegt bei einem Pflegebedürftigen eine Erkrankung wie Demenz vor, die dazu führt, dass die Person besonders nachts sehr aktiv ist , so kann eine Nachtpflege die passende Variante sein. Die pflegebedürftige Person wird dabei in der Nacht in eine spezielle Pflegeeinrichtung gebracht sowie entsprechend versorgt und am Tag wieder zuhause betreut und gepflegt. Grundsätzlich ist auch hierbei eine ambulante Pflege möglich.

Je nach Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse die Kosten für diese Form bis zu einer Höhe von maximal knapp 2.000 Euro.

Unterstützung für Angehörige

Wird die Pflege von Angehörigen übernommen, so muss natürlich bedacht werden, dass die Pflege eine tägliche Aufgabe ist. Dennoch kann es vorkommen, dass die pflegende Person selbst kurzzeitig erkrankt oder beruflich stark eingespannt ist. Außerdem brauchen auch pflegende Angehörige von Zeit zu Zeit Erholungsurlaub. Findet sich in solchen Situationen im privaten Umkreis niemand, der die Pflege übernehmen will, so kann die sogenannte Verhinderungspflege in Betracht gezogen werden. Für eine Dauer von insgesamt bis zu sechs Wochen im Jahr kann bei der Pflegekasse Geld beantragt werden, mit der eine Ersatzpflege finanziert wird. In der Regel wird die Pflege in diesem Fall von einem ambulanten Pflegedienst übernommen.

Vollstationäre Pflege

Lässt sich die Pflege zuhause nicht mehr leisten, kann die vollstationäre Pflege in einem Heim genutzt werden. Dabei wird grundsätzlich zwischen den drei Typen Altenwohnheim, Altenheim und Pflegeheim unterschieden. In einem Altenwohnheim haben die Bewohner die Möglichkeit, ein relativ selbstständiges Leben in einer eigenen Wohnung zu führen. Für die Betreuung und Pflege der Bewohner steht geschultes Personal zur Verfügung. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit anderen Bewohnern zum Beispiel bei Mahlzeiten oder Freizeitaktivitäten zusammenzukommen. Ist ein Mensch nicht mehr in der Lage, seinen Haushalt selbst zu führen, so ist das Altenheim eine Option. Auch hier leben die Bewohner meist in kleinen, abgeschlossenen Wohnungen, werden in der Regel jedoch noch intensiver gepflegt und hauswirtschaftlich betreut als in Altenwohnheimen. In Pflegeheimen hingegen leben die Bewohner meist in Zimmern und werden intensiv gepflegt und betreut. Für Sterbende und Schwerstkranke gibt es außerdem noch die Pflegeform der Hospize, die besonders auf palliative Versorgung spezialisiert sind.

Wird eine vollstationäre Pflege in Anspruch genommen, so wird dafür von der Pflegekasse je nach Pflegegrad ein pauschaler Betrag für die Unterbringung, die Betreuung und die Versorgung gezahlt. Dieser beläuft sich beispielsweise beim Pflegegrad 1 auf monatlich 125 Euro. Im höchsten Pflegegrad 5 werden monatlich 2.005 Euro gezahlt. Oft reicht das Geld der Pflegekasse nicht aus, um alle Kosten zu decken. In diesem Fall muss ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil gezahlt werden. Dieser sorgt dafür, dass jeder Bewohner einen einheitlichen Betrag zahlt, der je nach Einrichtung variieren kann.

Finanzielle Unterstützung

Um die Pflege in Anspruch nehmen zu können, muss ein Antrag bei der Pflegeversicherung oder der Krankenkasse gestellt werden. Um die Höhe der finanziellen Unterstützung zu bestimmen, muss der Bedürftige in einen der Pflegegrade eingeordnet werden. Die Kosten, die von der Kasse übernommen werden, sind auf bestimmte gesetzlich geregelte Höchstbeträge begrenzt. Kosten, die darüber hinaus anfallen, müssen aus eigener Tasche gezahlt werden. Anna Traut

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