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Gürtelrose: Das sind die ersten Symptome - diese Mittel helfen

Die Gürtelrose ist eine Infektionskrankheit, die nur bei bestimmten Menschen aufritt. Häufig sind Menschen jenseits der 50 betroffen. Wenn Symptome frühzeitig erkannt werden und der Virus schnellstmöglich behandelt wird, können Spätfolgen vermieden werden.
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Eine Gürtelrose kann so Monate oder Jahre später noch zu Schmerzen führen. Symbolbild: Friso Gentsch/dpa
Eine Gürtelrose kann so Monate oder Jahre später noch zu Schmerzen führen. Symbolbild: Friso Gentsch/dpa

Etwa 400.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Gürtelrose. Nur diejenigen, die bereits einmal die Windpocken hatten, erkranken daran. Ausgelöst wird die Infektionskrankheit durch den Virus "Herpes Zoster" (Varicella-Zoster-Virus, VZV). Die Krankheitserreger überdauern in Rückenmarksnerven. Bei einem geschwächten Immunsystem können sie sich wieder vermehren und die Gürtelrose auslösen. Prof. Claudia Sommer von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin erklärt, dass die Schmerzen brennend-bohrend, intensiv und andauernd oder kurz-einschießend sein können. An den Stellen, an denen sich die befallenen Nerven befinden, sind die Betroffenen außerdem manchmal äußerst berührungsempfindlich.

Gürtelrose: So zeigen sich die ersten Symptome

Die Gürtelrose beginnt sehr unspezifisch mit Abgeschlagenheit, allgemeinem Krankheitsgefühl, dann bilden sich auf der Haut rote Flecken, später Bläschen, die in Gruppen angeordnet sind. Außerdem verspürt der Patient häufig einen stark brennenden, stechenden und ziehenden Schmerz. Der Hautausschlag breitet sich gürtelförmig - daher der Name Gürtelrose - von der Wirbelsäule zur Vorderseite des Körpers aus. In Fällen, in denen das Gesicht betroffen ist, werden oft schwere Verläufe beobachtet.

Der Hautausschlag einer Gürtelrose heilt typischerweise nach zwei bis vier Wochen aus, die Schmerzen hingegen können noch deutlich länger bestehen.

Bei Gürtelrose ist eine schnelle Therapie nötig

Gürtelrose tritt häufig bei älteren Menschen jenseits des fünften Lebensjahrzehnts und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem auf. Etwa 99,5 Prozent der über 50-Jährigen sind mit dem Windpocken-Virus, dem Varizella-Zoster-Virus, infiziert und tragen den Erreger inaktiv im Nervensystem.

Wichtig ist es, die Gürtelrose schnell zu behandeln. So können Patienten Langzeitfolgen wie die Post-Zoster-Neuralgie (PZN) vermeiden, teilt der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit. Am besten beginnt die Behandlung mit antiviralen Medikamenten innerhalb der ersten beiden Tagen nach Auftreten der für Gürtelrose typischen Bläschen auf der Haut. Wird die Therapie zu lange hinausgezögert, drohen Spätfolgen wie die Post-Zoster-Neuralgie oder postherpetische Neuralgie bezeichnet, erläutert Prof. Claudia Sommer von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin. Hierbei entstehen Nervenschmerzen durch Nervenschäden. Diese sind irreversibel, Patienten haben ein Leben lang darunter zu leiden.

Diese Mittel helfen gegen Schmerzen bei Gürtelrose

Eine Gürtelrose kann so Monate oder Jahre später noch zu Schmerzen führen, auch wenn der damit verbundene Hautausschlag längst abgeheilt ist. Ein rezeptfreies Schmerzmittel helfe in diesem Fall nur selten. Besser geeignet seien verschreibungspflichtige Medikamente aus der Gruppe der Antiepileptika oder Antidepressiva, die unter anderem die Schmerzweiterleitung zum Gehirn hemmen, sowie opioidhaltige Arzneimittel.

Auch wenn die Schmerzen, die durch eine Gürtelrose ausgelöst werden, enorm sein können, so trifft es doch nicht zu, dass Menschen an der Gürtelrose sterben. Laut Medizinern gibt es keinen belegten Todesfall. Höchste Vorsicht ist aber bei Schwangeren geboten: Hier besteht ein hohes Infektionsrisiko für das ungeborene Kind. Dieses erkrankt durch eine Infektion mit Herpes Zoster an Windpocken, was zu schweren Entwicklungsstörungen führen kann.

Windpocken und Gürtelrose: Impfung gegen Herpes Zoster

Gegen die Gürtelrose existiert eine Schutzimpfung. Diese bietet keinen hundertprozentigen Schutz, jedoch kann sie das Risiko schwerer Krankheitsverläufe deutlich verringern, so das Robert-Koch-Institut. "Vor der allgemeinen Impfempfehlung waren in Deutschland durchschnittlich etwa 750.000 Erkrankungen pro Jahr zu erwarten, die vor allem während saisonaler Häufungen im Winter und Frühjahr auftraten. (...) Nach Einführung der allgemeinen Impfempfehlung im Jahr 2004 wurde bereits in den ersten 8 Jahren ein Rückgang der Erkrankungshäufigkeit um insgesamt etwa 85% beobachtet."

Ein neuer in allen Altersklassen hochwirksamer Impfstoff gegen Gürtelrose ist nun in Europa für Erwachsene ab 50 Jahren zugelassen, berichtete das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline im August 2018.

Bildnachweis: Friso Gentsch



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