Alle Informationen zur Grippe-Saison 2019 im News-Ticker: Die letztjährige Grippewelle war laut Experten die schlimmste seit 2001 - und sorgte in Deutschland für den höchsten Krankenstand aller Zeiten. Seit Mitte Januar hat laut Robert-Koch-Institut die Grippesaison 2019 so richtig begonnen: Seitdem steigt die Zahl der Influenza-Fälle stark.

Dabei ist es eigentlich schon zu spät, wenn die ersten Symptome einer Grippe auftreten: Schüttelfrost, Fieber, Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit sind die körperlichen Anzeichen einer Grippe. Diese sind dieses Jahr wohl besonders stark ausgeprägt: Der Bayerische Hausärzteverband spricht von einem aggressiven Krankheitsverlauf in diesem Jahr.

Ist eine Impfung sinnvoll? Wie ist der aktuelle Stand der Forschung? Welche aktuellen Zahlen liefert die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert-Koch-Instituts zur Grippe 2018/2019? Wie viele Infektionen gibt es aktuell in Deutschland? In unserem Grippe-Ticker halten wir Sie auf dem Laufenden.

Update 16.02.2019, 18:45 Uhr: RS-Virus zirkuliert in Franken - Babys in großer Gefahr

Aktuell ist besondere Vorsicht geboten. In mehreren Kliniken in Franken zirkuliert das RS-Virus. Besonders für Säuglinge kann das Virus sehr gefährlich werden. Die Symptome ähneln zunächst der einer Grippe: Gefahr besonders für Säuglinge - RS-Virus erreicht Franken

Update 15.02.2019, 7:55 Uhr: Grippe-Symptome erkennen - Ansteckung vorbeugen

Eine Grippe von einer Erkältung zu unterscheiden, fällt vor allem im Anfangsstadium nicht leicht. Typische Symptome einer Influenza sind Schleim in der Nase, hohes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Husten kann auftreten. "Eine Influenza beginnt sehr plötzlich", so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer-Krankenkasse. Innerhalb weniger Stunden fühlten sich die Betroffenen in der Regel deutlich kränker als bei einer Erkältung und litten häufig unter trockenem Husten, starken Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie hohem Fieber - auch über 40 Grad.

Verbreitet kommt es bei Grippe zu Appetitlosigkeit und großer Müdigkeit. Bei Babys und kleinen Kindern kommen oft noch Magen-Darm-Beschwerden hinzu."Es kommt auf das Immunsystem an, wie stark man auf eine Influenza reagiert. Daher kann es auch vorkommen, dass sich die Symptome von einer Erkältung kaum unterscheiden. Im Zweifelsfall sollte man immer zum Arzt gehen."

Grippewelle: So vermeiden Sie eine Ansteckung

Das Grippevirus verbreitet sich vor allem durch Husten und Niesen, die sogenannte Tröpfcheninfektion. Daher ist es ratsam, von Erkrankten möglichst Abstand zu halten - eineinhalb bis zwei Meter seien in der regel ausreichend. Um eine indirekte Übertragung zu vermeiden, raten Experten zu regelmäßigem Händewaschen. Auch solle man sich möglichst wenig ins Gesicht fassen. Denn oft finden sich Viren auf den Händen: Wenn man beispielsweise eine erkrankte Person mit Handschlag begrüßt oder einen Gegenstand berührt, den diese zuvor angefasst hat. "Regelmäßiges Händewaschen ist zur Vermeidung einer Influenza auch deshalb so wichtig, weil eine Person bereits dann ansteckend sein kann, wenn sie noch keine Symptome zeigt", so Dr. Marschall.

Erkältung oder Grippe?

Im Gegensatz zur Grippe sind die Symptome bei einer Erkältung oder dem berühmten "grippalen Infekt" (Rhino-Viren) deutlich weniger stark ausgeprägt. Das Fieber ist ind er Regel niedriger, oft müssten betroffene niesen, das Krankheitsgefühl sei weniger schlimm. Insgesamt beschränken sich die Krankheitssymptome meist auf den Nasen-Rachen-Raum. Das in der betreffenden Situation allerdings selbst richtig einzuschätzen, fällt vielen Betroffenen schwer. Im Zweifelsfall ist deshalb immer der Gang zum Arzt angeraten.

Update 13.02.2019, 06:13 Uhr: Warum Grippe-Kranke dieses Jahr besonders leiden

Die Grippeverläuft nach Auskunft des Bayerischen Hausärzteverbandesin diesem Jahr besonders schwer. Die Patienten seien "richtig krank", sagte der Münchner Hausarzt Wolfgang Ritter aus dem Landesvorstand des Verbandes. Sie kämen mit 40 Grad Fieber und brennendem Husten in die Praxis und seien wirklich todmüde.

Bei rund 20 Prozent der Erkältungskrankheiten handele es sich um die echte Influenza. Weit verbreitet ist laut Ritter in diesem Jahr das Influenza-Virus vom Typ A. Es sei recht aggressiv, führe häufiger zu Komplikationen und die Kranken fühlten sich extrem schlecht.

Das merken auch die Krankenhäuser, etwa die Notaufnahme des Klinikums der Universität München. Bis vor kurzem behandelten die Ärzte dort zwei bis drei Grippefälle pro Woche. Aktuell seien es mitunter drei bis vier Patienten am Tag, berichtete ein Sprecher. Doch nicht nur die Grippeviren gehen um. Auch normale Erkältungskrankheiten sorgen derzeit nach Angaben der Hausärzte für volle Praxen.

Mehr als 5800 Influenza-Fälle in Bayern registrierte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zwischen Oktober 2018 und dem 4. Februar 2019. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits fast 12 000 Fälle. Mindestens fünf Menschen starben in dieser Saison bereits an den Folgen der Krankheit.

Wie sich die aktuelle Grippewelle entwickelt und ob sie so schlimm wird wie 2017, lässt sich nach Auskunft der Hausärzte noch nicht abschätzen. Derzeit lasse sich nur feststellen: "Es nimmt stetig zu", berichtete Ritter. Eine Impfung lohne sich deshalb noch. Vergangenes Jahr dauerte die Grippesaison bis in den April.

Update 08.02.2019, 17:22 Uhr: Zahl der Grippe-Infektionen in Bayern stark gesunken

Die Zahl der Grippefälle in Bayern ist in diesem Winter bislang deutlich gesunken. 5838 Menschen seien im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 3. Februar an Grippe erkrankt, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Freitag mit. Ein Jahr zuvor waren es mit 11.957 mehr als doppelt so viele Betroffene. Die Werte für die beiden Jahre beruhen auf einer neuen Grippe-Definition des Robert-Koch-Instituts (RKI), die seit diesem Jahr gilt. Den Angaben zufolge starben in der Saison 2018/2019 fünf Menschen an den Folgen der Erkrankung. Im selben Zeitraum kamen ein Jahr zuvor 21 Menschen deswegen ums Leben.

Wie das LGL mitteilte, ist in der aktuellen Grippesaison die Nachfrage nach Grippe-Impfungen gestiegen. Auch zum jetzigen Zeitpunkt kann eine Grippe-Impfung noch sinnvoll sein, teilte ein Sprecher mit. Dies gelte vor allem für Menschen über 60 Jahre oder Schwangere.

Anfang des Jahres änderte das Robert-Koch-Institut (RKI) die Falldefinition für Influenza. Nach der neuen Definition reicht eine Labordiagnose für die Erfassung. Auf diese Weise soll unter anderem der Ermittlungsaufwand bei den Gesundheitsämtern erleichtert werden.

Update 25.01.2019: Grippewelle rollt durch Thüringen

Die Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem Influenza-Virus in unserem nördlichen Nachbarland Thüringen ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von der ersten auf die vierte Januarwoche um rund 40 Fälle gestiegen - die Zahl der gemeldeten Erkrankungen lag im Freistaat damit zuletzt bei etwa 45 Fällen. Eine Sprecherin sagte, dass sich der Anstieg in den kommenden Wochen weiter fortsetzen werde.

Die Auswertung umfasst jedoch nur einen kleinen Ausschnitt des Krankheitsgeschehens. Denn lediglich ausgewählte Praxen schicken Proben ein und nicht jeder Grippekranke geht zum Arzt. Die realen Fallzahlen liegen deshalb wahrscheinlich weitaus höher als die bisher gemeldeten. Die Statistik gilt dennoch als guter Gradmesser für die Grippe-Entwicklung.

Update 24.01.2019: Grippewelle macht sich breit

Durch Deutschland rollt die Grippewelle. In der dritten Januarwoche wurden rund 2.200 bestätigte Krankheitsfälle an das Robert-Koch-Institut gemeldet, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit. Das war mit Abstand der höchste Wert dieser Saison, die offiziell im Oktober begann und Anfang Dezember langsam an Fahrt aufnahm. Nach der Definition der AGI hat die Grippewelle Mitte Januar begonnen. Es dominieren zur Zeit Viren des Typs A.

Die Auswertung umfasst aber nur einen kleinen Ausschnitt des Krankheitsgeschehens. Denn lediglich ausgewählte Praxen schicken Proben ein und nicht jeder Grippekranke geht zum Arzt. Die realen Fallzahlen liegen deshalb wahrscheinlich weitaus höher als die bisher gemeldeten 6334 bestätigten Grippefälle in dieser Saison. Die Statistik gilt dennoch als guter Gradmesser für die Grippe-Entwicklung. Bisher gab es in Deutschland 20 gemeldete Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza.

In der vergangenen schweren Grippesaison waren rund neun Millionen Menschen wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gegangen. Vermutlich starben mehr als 20 000 Menschen durch Grippe, vor allem Ältere mit Vorerkrankungen. Für diese Saison standen in Deutschland rund 15,7 Millionen Impfdosen bereit. Es wurde noch weiterer Impfstoff aus anderen EU-Ländern zugekauft, weil das nicht ausreichte.

Update vom 18.01.2019: Grippewelle steht kurz bevor

Experten rechnen mit dem baldigen Beginn einer Grippewelle in Deutschland. In der zweiten Januarwoche seien bislang rund 1260 bestätigte Grippefälle an da Robert-Koch-Institut gemeldet worden, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Das war mit Abstand der höchste Wert dieser Saison, die offiziell im Oktober begann und Anfang Dezember langsam an Fahrt aufnahm. Bisher gab es in Deutschland elf gemeldete Todesfälle im Zusammenhang mit Grippe.

Die Auswertung umfasst nur einen kleinen Ausschnitt des Krankheitsgeschehens, da lediglich ausgewählte Praxen Proben einschicken und untersuchen lassen. Die realen Fallzahlen liegen deshalb weitaus höher. Die Statistik gilt dennoch als guter Gradmesser für die Grippe-Entwicklung. Bisher wurden in dieser Saison rund 3680 von Laboren bestätigte Influenza-Fälle registriert.

Die Komponenten des diesjährigen Impfstoffs passen gut zu den bislang entdeckten Viren des Typs A. Wer sich jetzt noch impfen lässt, muss allerdings bis zu zwei Wochen warten, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Und es ist nicht sicher, dass jeder Arzt noch Impfstoff bekommt. Mehr als 15 Millionen Dosen sind insgesamt bereits verwendet worden. Mehrere Tausend Dosen wurden bereits aus EU-Ländern importiert, da sich der Bedarf nicht exakt planen lässt.

Update vom 15.01.2019: Deutsches Kreuz rechnet mit Problemen bei Blutspenden

Das Deutsche Kreuz rechnet in der diesjährigen Grippewelle mit Engpässen bei Blutspenden, weil die Spenden nicht lange haltbar sind. Die Engpässe würden vor allem auch dadurch zustande kommen, weil immer weniger Menschen Blutspenden gehen. "Die geburtenstarken Jahrgänge wachsen langsam raus", sagte die Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg und Hessen, Stefanie Fritzsche. "Das merkt man jetzt schon, dürfte uns aber in fünf bis zehn Jahren wirklich hart treffen. Die älteren sind zudem die treuen Spender" - und bräuchten dann im Alter häufiger selbst Blutkonserven.

Nur drei Prozent der Menschen hierzulande spenden Blut. Es könnten nach den Zulassungskriterien deutlich mehr sein. Blut spenden kann jeder Gesunde zwischen 18 und der Vollendung des 73. Lebensjahres.

Update vom 13.01.2019: Überall weniger Grippefälle, außer in Schwaben

Nach der neuen RKI-Definition von Influenza, die seit Anfang des Jahres gültig ist, reicht eine Labordiagnose für die Erfassung. Auf diese Weise soll unter anderem der Ermittlungsaufwand bei den Gesundheitsämtern erleichtert werden. Früher mussten auch die klinischen Symptome ermittelt und angegeben werden.

Während - entsprechend dem landesweiten Trend - in allen anderen Regierungsbezirken die Zahl der Krankheitsfälle heuer geringer ist als 2017/2018, stieg sie in Schwaben gemäß der neuen Definition leicht von 58 auf 62. In Unterfranken war hingegen mit 8 Fällen nur ein Bruchteil im Vergleich zum Vorjahr betroffen, als es 67 Kranke in dem Zeitraum gab. Kräftige Rückgänge verzeichnete das LGL auch in Mittelfranken von 272 auf 80 und in Oberbayern von 714 auf 275.

Doch 2017 war die Grippewelle schon Anfang Dezember losgegangen - statt wie in der Regel erst im Januar. Den Höhepunkt erreicht sie laut LGL meist zwischen Ende Januar und Anfang März. Auch weil die Grippewelle in der vergangenen Saison mit deutschlandweit geschätzt neun Millionen influenza-bedingten Arztbesuchen heftig verlief, ließen sich heuer mehr Menschen als in den Vorjahren gegen Grippe impfen. Dem LGL zufolge gab es eine erhöhte Nachfrage. Im November war es vereinzelt bei der Impfstoff-Lieferung eng geworden.

Wie sich die Zahl der Grippefälle in dieser Saison entwickelt, ist laut LGL nicht vorherzusagen: "Wie stark eine Grippewelle ausfällt, hängt unter anderem vom Wetter, von den aktuell vorkommenden Virustypen sowie von der Immunität in der Bevölkerung ab."

Aktualisierung 12.01.2019: Schon jetzt Hunderte Menschen in Bayern erkrankt

In diesem Winter sind im Freistaat bislang deutlich weniger Menschen an Grippe erkrankt als in der Saison 2017/2018. Bis zum 7. Januar wurden nach einer neuen Falldefinition für Influenza vom Robert Koch-Institut (RKI) 589 Grippefälle gemeldet, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum mit 1362 mehr als doppelt so viele Betroffene.

Nach der neuen RKI-Definition von Influenza, die seit Anfang des Jahres gültig ist, reicht eine Labordiagnose für die Erfassung. Auf diese Weise soll unter anderem der Ermittlungsaufwand bei den Gesundheitsämtern erleichtert werden. Früher mussten auch die klinischen Symptome ermittelt und angegeben werden.

Während - entsprechend dem landesweiten Trend - in allen anderen Regierungsbezirken die Zahl der Krankheitsfälle heuer geringer ist als 2017/2018, stieg sie in Schwaben gemäß der neuen Definition leicht von 58 auf 62. In Unterfranken war hingegen mit 8 Fällen nur ein Bruchteil im Vergleich zum Vorjahr betroffen, als es 67 Kranke in dem Zeitraum gab. Kräftige Rückgänge verzeichnete das LGL auch in Mittelfranken von 272 auf 80 und in Oberbayern von 714 auf 275.

Doch 2017 war die Grippewelle schon Anfang Dezember losgegangen - statt wie in der Regel erst im Januar. Den Höhepunkt erreicht sie laut LGL meist zwischen Ende Januar und Anfang März. Auch weil die Grippewelle in der vergangenen Saison mit deutschlandweit geschätzt neun Millionen influenza-bedingten Arztbesuchen heftig verlief, ließen sich heuer mehr Menschen als in den Vorjahren gegen Grippe impfen. Dem LGL zufolge gab es eine erhöhte Nachfrage. Im November war es vereinzelt bei der Impfstoff-Lieferung eng geworden.

Aktualisierung 09.01.2019 Tausende Dosen Grippe-Impfstoffe nach Deutschland importiert

Deutschland hat wegen des Impfstoffmangels mehrere Tausend Dosen Grippe-Impfstoffe von EU-Ländern importiert. Dennoch gibt es mancherorts noch Engpässe bei der Versorgung. Allein nach Berlin seien 3000 Dosen geordert worden, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales. Das Saarland erhielt nach Auskunft der Landesapothekenkammer "sehr kleine Mengen" von Impfstoffen aus Polen und Frankreich, dennoch sei nun keiner mehr verfügbar.

Apotheken in Schleswig-Holstein hätten Impfstoffe "im vierstelligen Bereich" aus dem Ausland, überwiegend aus Großbritannien bezogen, sagte der Geschäftsführer der Landesapothekenkammer, Frank Jaschkowski. "Damit konnten kleinere Versorgungslücken geschlossen werden." Geschätzt einige Tausend Menschen des Bundeslandes hätten sich wegen des Impfstoffmangels nicht gegen Grippe impfen lassen. In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gibt es nach Behördenangaben keine größeren Probleme mit den Impfstoffen.

Für diese Saison hatte das Paul-Ehrlich-Institut 15,7 Millionen Dosen freigegeben, rund eine Million mehr als in der Vorsaison verimpft worden waren. Nach Engpässen hatte das Bundesgesundheitsministerium im November den Import von Grippe-Impfstoffen erlaubt.

Menschen mit besonderem Risiko sollten sich auch derzeit noch impfen lassen - falls in der Region noch Impfstoff vorhanden sei, sagte die Sprecherin der Robert Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher. Dazu zählen unter anderem chronisch Kranke und Menschen über 60. Es dauert aber bis zu zwei Wochen, bis ein Impfschutz aufgebaut sei.

Die vergangene Grippewelle hatte das RKI bereits als stärkste seit Jahren gewertet. Vermutlich starben daran in Deutschland mehr als 20 000 Menschen, vor allem Ältere. Dies sehen Experten als einen Grund dafür an, dass sich in dieser Saison so viele Menschen impfen ließen. Ein weiterer sei die Einführung des Vierfach-Impfstoffs, der als wirksamer gilt als der mit drei Komponenten.

Wann beginnt eine Grippewelle?

"Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert", schreibt das Robert-Koch-Institut auf seiner Webseite. "Außerhalb dieser Zeit werden nur wenige Fälle beobachtet."

Update vom 13.09.2018: Forscher rufen zum Impfen auf

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts war die vergangene Grippewelle die stärkste seit über 16 Jahren. "Geschätzte neun Millionen Menschen sind wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gegangen", sagte Forscherin Silke Buda am Mittwoch. Die Zahl der Todesfälle liege für die vergangene Grippe-Saison vermutlich wieder über 20.000, wobei es dazu noch keine gesicherten Daten gibt.

Eu-Gesundheitsbehörden halten es für sinnvoll, dass drei Viertel der Bevölkerung gegen Grippe geimpft sind. In Deutschland sind es zu wenige. Besonders bei den über 60 -Jährigen, in deren Gruppe die meisten Todesfälle in Zusammenhang mit einer Grippe-Erkrankung vorkommen, zeigt sich das mit nur knapp einem Drittel geimpfter Personen. "Die Schutzmöglichkeiten müssen besser genutzt werden", betonte RKI-Präsident Lothar Wieler, weil sie die wichtigste Schutzmaßnahme sei. "Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten", betonte er. Die Impfung wird in medizinischen Berufen nicht nur zum eigenen Schutz empfohlen, sondern auch um Ansteckungen von Patienten zu minimieren.

Update vom 04.09.2018: Neuer Impfstoff könnte Durchbruch sein

Seit der letzten Grippewelle zu Beginn des Jahres steht fest, dass die Menschen für die nächste Krankheitssaison besser gewappnet sein müssen. Deshalb haben Forscher aus den USA einen neuen Impfstoff an Mäusen getestet, berichten siein der Fachzeitschrift Nature Communications.Ihre Ergebnisse versprechen einen Durchbruch: Bei einer Weiterentwicklung könnte aus dem Impfstoff eine "Universal-Impfung" entstehen, die die jährliche Grippeimpfung ersetzen könnte. Menschen müssten nur noch wenige Male im Leben eine Spritze bekommen.

Im Test bildeten die Mäuse nach der Impfung viele Antikörper gegenüber Grippeviren. Jetzt hegen die Forscher die Hoffnung, dass der neue "Super-Impfstoff" genauso gut bei Menschen wirkt. Genau das soll im nächsten Schritt der Forschung getestet werden.