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Grippe-Ticker

Grippe in Deutschland: Krankenstand 2018 durch heftige Grippewelle auf Rekordniveau

Die heftige Grippewelle hatte Deutschland noch im März 2018 fest im Griff. Im April entspannte sich die Lage. Eine Studie zeigt jetzt: Die Grippe brachte den Krankenstand in deutschen Unternehmen auf Rekordniveau. Alle Infos im Grippe-Ticker.
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Fast 1000 Menschen starben während der Grippesaison. Im April entspannte sich die Lage. Eine Studie belegt nun, dass die Grippewelle den Krankenstand in Deutschland auf Rekordniveau brachte. Foto: Jens Büttner/dpa
Fast 1000 Menschen starben während der Grippesaison. Im April entspannte sich die Lage. Eine Studie belegt nun, dass die Grippewelle den Krankenstand in Deutschland auf Rekordniveau brachte. Foto: Jens Büttner/dpa
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Die Symptome sind bekannt: Schüttelfrost, Fieber, Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit - im Winter 2018 litten besonders viele Menschen unter der Grippe. Ende März ist nun langsam eine Entspannung der Lage zu erkennen.

In Deutschland sind in der Grippesaison 2018 laut Robert Koch-Institut weit über 300.000 Menschen an Grippe erkrankt. Die Krankheitsfälle liegen in der Realität jedoch deutlich höher. Denn nicht jeder Grippekranke geht zum Arzt, und nur ausgewählte Praxen schicken Erregerproben ins Labor.

 


Aktualisierung 05.06.2018: Krankenstand durch Grippewelle stark angestiegen
 

Die am Jahresanfang grassierende Grippewelle hat den Krankenstand der Beschäftigten in Deutschland auf einen neuen Höchststand steigen lassen. Im ersten Quartal sei der Anteil der erkrankten Beschäftigten im Schnitt auf 5,5 Prozent gestiegen - das sei die höchste Krankenstandsquote seit 1996, beichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag. Gemessen wurden die Erkrankungen am Monatsersten und anschließend gemittelt.

Der aktuelle Wert übertrifft damit sogar die bereits recht hohe Quote des Vorjahresquartals - und zwar um 0,3 Prozentpunkte, berichtet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit. Im Schnitt waren die 40,1 Millionen Arbeitnehmer in dem Quartal 3,4 Tage krank, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als in den ersten drei Monaten 2017.

Nach Angaben von IAB-Forscher Enzo Weber ist seit Jahren ein leichter Anstieg beim Krankenstand in deutschen Betrieben festzustellen. Dies hänge auch mit dem gestiegenen Durchschnittsalter der Beschäftigten zusammen. Die gute Arbeitsmarktsituation spiele dabei ebenfalls eine gewisse Rolle. "In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit hat sich der eine oder andere Arbeitnehmer noch krank zur Arbeit geschleppt", sagte Weber.

 

 


Aktualisierung 7.4.2017: Nur noch 1.630 neue Grippe-Fälle in Bayern


In der laufenden Grippesaison hat es in Bayern bisher mehr als 40.000 Krankheitsfälle gegeben. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum der vorherigen Saison mit rund 18.000 Influenza-Fällen, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag mitteilte. Doch nun scheint sich die Grippewelle dem Ende zu nähern: Die Zahl der gemeldeten Neuerkrankungen im Freistaat sei zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. In der 13. Meldewoche waren es 1.630 neue Grippefälle, in den drei Meldewochen zuvor 3.161, 5.911 und 6.644 Fälle.

Ministerin Huml appelliert an die Menschen, sich weiter vor einer Ansteckung zu schützen. Dazu zählten die üblichen Hygienemaßnahmen, wie etwa nach Bus- und Bahnfahrten sich die Hände zu waschen. In der laufenden Saison, also seit vergangenem Oktober, sind 96 Menschen in Bayern an der Grippe gestorben. Die meisten Todesfälle gab es in Oberbayern und der Oberpfalz (je 26). Dann folgen Schwaben (13), Oberfranken und Niederbayern (je 10), Mittelfranken (6) und Unterfranken (5). (epd)

 

 


Donnerstag, 29.März 2018: Grippewelle ebbt langsam ab - fast 1000 Tote


Die Grippewelle in Deutschland hat ihren Höhepunkt überschritten. In der zwölften Kalenderwoche (19. bis 25. März) registrierte das Robert Koch-Institut 25 216 bestätigte Influenzafälle. Das waren nur noch rund halb so viele wie zwei Wochen zuvor (54 151), teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Am stärksten betroffen ist noch der Osten Deutschlands, in allen anderen Regionen gingen die Ansteckungszahlen inzwischen zurück.

Bisher sind in dieser Saison nachweislich 971 Patienten durch Influenza-Viren gestorben, die große Mehrheit (87 Prozent) war über 60 Jahre alt. Oft gab es Vorerkrankungen. Auch die Todesfallzahlen können in Wirklichkeit aber deutlich höher liegen, da sich Grippeerreger nicht bei allen Gestorbenen feststellen lassen. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung als Todesursache sind sie zum Beispiel oft nicht mehr nachzuweisen.

Deutschland zählt bei der Grippe neben Dänemark und Finnland in dieser Saison zu den am stärksten betroffenen europäischen Ländern. Nur in Luxemburg waren die Werte noch höher. Dominant waren in dieser Saison mit 70 Prozent Influenza B-Viren.

 

 

 


Montag,, 26. März: Warum ist die diese Grippesaison so schlimm?


Das Problem in diesem Jahr: Zur extremen Häufung der Grippeerkrankungen kam noch der teilweise ernste Verlauf der Krankheit. Abgesehen von Komplikationen durch eine Lungen- oder Herzmuskelentzündung zeigte sich die Intensität des Grippewinters 2018 schon daran, wie lange die vom Virus befallenen Menschen häufig das Bett hüten mussten: "Früher war es oft mit einer Woche getan. Doch heuer waren viele Patienten bis zu drei Wochen außer Gefecht gesetzt."

 

 

 

 


Sonntag, 25. März: Wann ist der Höhepunkt erreicht?


Weiterhin schicken Kliniken und Krankenhäuser Patienten nach Hause, weil die Kapazitäten wegen der vielen Grippefälle nicht mehr ausreichen. Und auch die Wirtschaft leidet. Es gibt derzeit so viele kranke Beschäftige wie seit zehn Jahren nicht mehr.
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Freitag, 23. März 2018: Der schlimmste Grippewinter in Bamberg seit Jahren

Die aktuelle Grippesaison in Bamberg war so heftig wie lange nicht. Zeitweise war sogar die Bettenkapazität im Klinikum erschöpft. Sowohl was die Häufigkeit der Fälle angeht, als auch vom individuellen Verlauf war dieser Winter für Bamberg und die Grippefälle extrem. Auch die Mitarbeiter der Sozialstiftung waren durch die Grippewelle erheblich betroffen. Die Zahl der Krankmeldungen im Krankenhaus am Bruderwald lag zeitweise bei 145.

 

 

 

 


Freitag, 23. März: So viele Beschäftige krank wie seit Jahren nicht


Die Grippewelle lässt Deutschland nicht los. Wegen des heftigen Krankheitsverlaufs in diese Saison sind im Februar so viele Beschäftigte krank ausgefallen wie seit zehn Jahren nicht. Der Krankenstand, also der Anteil Erkrankter an allen Arbeitnehmern, lag im vergangenen Monat bei 6,2 Prozent, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) ergibt. Jeder Dritte davon blieb wegen einer Grippe oder anderer Atemwegsinfekte zuhause.

Im Februar wird hierzulande immer der höchste Krankenstand erreicht. Doch auch im Vergleich zu den vier großen Grippewellen der vergangenen zehn Jahre (2009, 2013, 2015 und 2017) liegt der diesjährige Wert laut den BKK "mit Abstand" an der Spitze.

Die höchsten Krankenstände hatten demnach Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie die ostdeutschen Bundesländer. Am wenigsten von grippalen Infekten betroffen waren Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg. Gründe für die Abweichungen sind die unterschiedliche Altersstruktur in den Ländern sowie die jeweilige Infrastruktur und wirtschaftliche Lage.

 

 

 


Donnerstag, 22. März 2018: Höchster Krankenstand seit zwei Jahrzehnten

Die Zahl der Krankmeldungen in den Betrieben in Thüringen ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK Plus hervor. Demnach lag der Krankenstand 2017 bei 6 Prozent und damit um 0,2 Prozent höher als im Vorjahr; den niedrigsten gab es 2006 mit 4,3 Prozent. Mehr als jede fünfte Krankschreibung betraf Atemwegserkrankungen (22 Prozent), in 15,2 Prozent der Fällen ging es um Muskel- und Skeletterkrankungen. "Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen die meisten Ausfalltage. Im Durchschnitt sind Betroffene zweieinhalb Wochen krankgeschrieben", sagte Heiko Müller, Fachberater im Bereich Gesundheitsförderung bei der AOK Plus.

 

 


Dienstag, 20. März 2018: Klinikum Bayreuth sieht Höhepunkt der Grippewelle überstanden
 

In diesem Jahr hat die Grippe enorme Wellen geschlagen, auch in der Klinikum Bayreuth GmbH. Mit 820 nachgewiesenen Influenza-Fällen bisher suchten mehr als doppelt so viele Patienten wie im Vorjahr Hilfe im Klinikum Bayreuth und der Klinik Hohe Warte. Rund 400 Patienten waren es da. 536 der Patienten mit Influenza mussten bisher stationär aufgenommen werden. Jetzt ebbt die Welle langsam ab.

Vor allem der Typ B, dem man bisher wahrscheinlich zu Unrecht nachsagte, er sei die schwächere Variante der Viruserkrankung, hat den Patienten stark zugesetzt. Circa 80% der im Klinikum Bayreuth nachgewiesenen Erkrankungen gehen auf ihn zurück.

 

 


Ist die Grippewelle endlich überstanden?
 

Jetzt scheint der Höhepunkt der Grippewelle überstanden und es gilt, langsam wieder zurück auf Normalbetrieb zu kommen. "In dieser Woche haben wir erstmals keine Terminverschiebungen mehr vorgenommen und wir fangen nach und nach wieder an, Patienten einzubestellen", sagt Florian Knorr, Leitender Arzt der Notaufnahme im Klinikum Bayreuth. In den vergangenen Wochen hatte man elektive Patienten abbestellt, das heißt geplante Operationen und Untersuchungen verschoben, um eine Notfallversorgung zumindest größtenteils aufrechterhalten zu können.

 

 


Der Höhepunkt der Influenza-Welle


Alleine am 1. und 2. März wurden 54 Patienten positiv auf Influenza getestet. 85 Patienten betreute das Personal zu diesem Zeitpunkt stationär, dazu ein enorm hoher Krankenstand beim pflegerischen Personal. Bemerkenswert war der kollegiale Zusammenhalt. Die Bereitschaft, Urlaube zu verschieben und Überstunden zu leisten, um kranke Kollegen zu vertreten, war und ist groß. Gut durchgehalten habe insbesondere das Personal auf den beiden Influenza-Kohortenstationen selbst. Hier gab es kaum Ausfälle, trotz der extremen Anforderungen. Die meisten der stationären Grippe-Patienten waren sehr schwer erkrankt und bedurften intensiver Betreuung und Pflege.

 

 


Krankenstand hoch: Aber die Lage entspannt sich
 

Auch wenn der Krankenstand im Personal noch immer hoch ist, entspannt sich die Lage langsam. Derzeit werden noch 27 Patienten stationär in der Klinik behandelt, zwei davon in der Klinik Hohe Warte. "Die Zahlen sind seit einigen Tagen rückläufig", bestätigt Dr. Sven Schimanski, Leiter des Instituts für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie. Dennoch bleibt er vorsichtig: "Ein erneuter Anstieg ist immer noch möglich."

Bleibt die Tendenz bestehen, wird es noch rund 14 Tage dauern, bis die Influenza-Kohortenstationen aufgelöst werden können, schätzen Knorr und Schimanski.

 

 


Montag, 19. März 2018: Bahnverkehr mangelt es an Lokführern


In Mittelhessen bremst die Grippewelle den Bahnverkehr aus. Die Lage verbessere sich zwar allmählich, doch der Krankenstand unter den Lokführern in Gießen sei noch immer hoch, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montag. Vereinzelte Ausfälle gibt es demnach vor allem auf der Regionalbahnlinie 49 zwischen Hanau, Friedberg und Gießen. Die S-Bahn-Linien im Rhein-Main-Gebiet seien derzeit nicht betroffen. "Wir versuchen alles, um die Ausfälle zu minimieren", sagte der Sprecher. Der Dienstplan werde ständig angepasst.

 

 



Donnerstag, 16.03.2018, 09:06 Uhr: Schwangere Lehrerinnen müssen zu Hause bleiben


Bis zu den Osterferien sind schwangere Lehrerinnen in Bayern vom Unterricht freigestellt. Damit soll verhindert werden, dass sie sich mit der Grippe anstecken, die zur Zeit kursiert. Das Kultusministerium bezieht sich bei seiner Entscheidung auf arbeitsmedizinische Empfehlungen für die Schulen in Bayern und auf den Verlauf der Influenzafälle. Entsprechendes gilt für schwangere Verwaltungsangestellte. Auch schwangere Schülerinnen sollen bis zum Beginn der Osterfeien den Unterricht nicht mehr besuchen.

Das Ministerium betont aber, dass der Unterricht vor Ort weiterhin sichergestellt ist. Zeitweise kann dafür Mehrarbeit angeordnet werden. Förderlehrkräfte sollen verstärkt im Klassenunterricht eingesetzt werden. Außerdem sollen Lehrkräfte, die den Kontakt zwischen den Grundschulen und weiterführenden Schulen sicherstellen und dafür weniger Unterrichtsverpflichtung haben, für diesen Zeitraum voll im Unterricht an ihrer Stammschule eingesetzt werden können.

 

 

 


Mittwoch, 13.03.2018, 21:00 Uhr: Grippe macht vor Promis nicht Halt - Hartwich "im Delirium"
 

"Let's Dance"-Moderator Daniel Hartwich hat die Grippe erwischt, bei der RTL-Tanzshow wird ihn am Freitag deshalb Oliver Geissen vertreten. Das teilte RTL am Mittwochabend mit. Der Sender zitierte Hartwich mit den Worten: "Grüße aus dem Delirium! Die Grippe hat mich niedergestreckt. Kein Männerschnupfen, sondern die volle Breitseite. Mein Arzt hat mir Kontaktverbot verordnet, damit ich niemanden anstecke." Er freue sich darauf, nächste Woche wieder dabei zu sein. In der neuen Staffel moderiert erstmals Victoria Swarovski neben Hartwich. 14 Prominente bewerben sich diesmal um den Titel "Dancing Star 2018". Im vergangenen Jahr gewann der Musiker Gil Ofarim.

 

 

 


Mittwoch, 14.03.2018: Engpässe bei Blutspenden
 

Leere Spenderliegen und knappe Vorräte: Die Grippewelle macht sich bundesweit auch bei den Blutspendediensten bemerkbar. An den Standorten des privaten Anbieters Haema seien in den vergangenen Wochen im Schnitt 17 Prozent weniger Spender erschienen, sagte Sprecherin Marion Junghans am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. So habe sich ein größeres Defizit summiert. "Die Vorräte in den Depots werden knapp. Die Lage ist sehr angespannt", so Junghans. Gerade mit Blick auf die Osterfeiertage gebe es Anlass zur Sorge. Die Versorgung der Krankenhäuser sei derzeit aber gesichert. Auch die Blutspendedienste des Deutsches Roten Kreuzes versuchen derzeit verstärkt, ihre Spender zu mobilisieren.

"In einigen Regionen, etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, sind derzeit Spendenrückgänge von bis zu 18 Prozent zu verzeichnen, was jedoch im Moment noch mit der aktuellen Bevorratung aufzufangen ist", berichtet die Sprecherin der DRK-Blutspendedienste, Kerstin Schweiger. Die Dienste tun laut Schweiger derzeit alles, um die stabile Versorgungslage aufrechtzuerhalten. An gesunde Spender appellierte sie, Spende-Termine zu nutzen.

 

 


Welche Blutgruppen werden benötigt?

Wer wissen will, welche Blutgruppen besonders gefragt sind, kann sich auf den Seiten der regionalen DRK-Blutspendedienste informieren. Dort zeigen Blutspenden-Barometer den aktuellen Bedarf an. Besonders gering sind die Vorräte in vielen Bundesländern derzeit bei der Blutgruppe A negativ.
In Deutschland sind in dieser Saison laut Robert Koch-Institut rund 165.500 Menschen nachweislich an Grippe erkrankt.

Dies sind nur aber die bekannten Fälle - in vielen Fällen wird nicht getestet. Die tatsächliche Zahl kann daher deutlich höher sein. Wer einen grippalen Infekt hat oder Antibiotika einnimmt, darf kein Blut spenden. Auch nach einer überstandenen Erkrankung müssen Spender pausieren. Da Blutpräparate nur 4 bis 49 Tage haltbar sind, können sich die Blutspendedienste nur bedingt auf Krankheitswellen und Feiertage vorbereiten.

 

 

 


Dienstag, 13.03.2018: 358 Grippe-Tote in Deutschland - Totenstau im Krematorium
 


Die Zahl der Grippeerkrankten in Deutschland ist weiterhin hoch. Inzwischen sind laut Robert-Koch-Institut bereits 358 Menschen in Deutschland in der aktuellen Grippewelle an Influenza gestorben. Die Dunkelziffer ist laut Robert-Koch-Institut aber womöglich deutlich höher. Gerade ältere Menschen könnten in Folge der Erkrankung sterben - auf ihrem Totenschein wird aber nur "Herzstillstand" vermerkt.

Die hohe Zahl der Grippetoten spüren jetzt auch Bestatter. Wie die Bildzeitung berichtet, stauen sich im Krematorium der Stadt Meißendie Toten. Dort ist man inzwischen zum Dreischichtbetrieb übergegangen, um der Zahl der Toten Herr zu werden.

Doch warum kommen so viele Tote ins Krematorium in Meißen? Wie die Bildzeitung weiter berichtet, ist das städtische Krematorium in Meißen besonders günstig, weswegen hier Tote aus der ganzen Republik ankommen. Normalerweise werden dort etwa 40 Einäscherungen pro Tag vorgenommen, in Zeiten der Grippewelle sind es derzeit bis zu 60. Die Kapazität des Krematoriums könne aber auf bis zu 84 Einäscherungen pro Tag erhöht werden, so Geschäftsführer Jörg Schaldach gegenüber Bild.de.



Freitag, 09.03.2018: Die Grippewelle hält in Bayern weiter an

In der neunten Kalenderwoche seien 4559 Menschen in Bayern an Influenza erkrankt, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit Verweis auf Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit. In der gesamten Saison stieg die Zahl der gemeldeten Fälle auf
22.392, in der Vorsaison waren es 17.018 Fälle. Bis zum 4. März wurden in Bayern zudem 37 Todesfälle aufgrund von Grippe registriert.
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Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) forderte Erkrankte auf, Notaufnahmen zu meiden. Sie sollten sich zunächst an ihren Hausarzt, den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns oder eine ambulante Bereitschaftspraxis wenden. "Die ambulante Notfallversorgung ist nicht Aufgabe der Krankenhäuser."

Bundesweit sind in dieser Saison nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza rund 165.500 Menschen nachweislich an Grippe erkrankt. Bei rund 27.000 von ihnen verlief die Erkrankung so schwer, dass sie ins Krankenhaus kamen. 358 Patienten starben im Zusammenhang mit einer Grippe-Infektion.

In Thüringen hat die Grippewelle bereits fünf Menschleben gefordert. Ein 54 Jahre alter Mann aus dem Saale-Holzland-Kreis, ein 78-Jähriger aus dem Altenburger Land sowie eine 91 Jahre alte Frau aus dem Unstrut-Hainich-Kreis starben in der letzten Februarwoche an den Folgen der Krankheit. In der Woche davor waren bereits zwei mit dem Influenza-Virus infizierte Frauen (66 und 93 Jahre) aus dem Kreis Gotha gestorben.



Donnerstag, 08.03.2018: Zahlen und Fakten- Anzahl der Grippefälle steigt
Die Grippe hat Deutschland weiter fest im Griff. In der neunten Kalenderwoche bis Anfang März stiegen die bestätigten Krankheitsfälle auf rund 42.400, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Damit blieben die Werte in allen Regionen stark erhöht. In der Woche davor waren rund 38.700 Grippefälle registriert worden.

- Insgesamt sind in dieser Saison rund 165.500 Menschen nachweislich an Grippe erkrankt
- Rund 27.000 Betroffene mussten sogar ins Krankenhaus
- 358 Patienten starben im Zusammenhang mit einer Grippe-Infektion, die große Mehrzahl von ihnen (84 Prozent) war älter als 60 Jahre.

In der laufenden Saison brach die Grippe nach der jüngsten Statistik auch 71 Mal in Krankenhäusern, 68 Mal in Kindergärten, 42 Mal in Schulen und 26 Mal in Alten- und Pflegeheimen aus.

Mittwoch, 07.03.2018: Ganz Deutschland schwer betroffen
Der Arbeitskreis Influenza des Robert-Koch-Instituts verfolgt schon seit Jahren die Ausmaße der Grippe-Welle in Deutschland. Jedes Jahr werden Karten veröffentlicht, um die Schwere der Infektionswelle abschätzen zu können. Die diesjährige Karte zeigt: Bis auf wenige Gebiete ist Deutschland schwer von der Grippe gebeutelt.

Die Karte stellt die sogenannte ARE-Aktivität (Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen) auf einer Skala von blau (normal) bis dunkelrot (stark erhöht) dar.

 



Die Karte zeigt die Krankheits-Aktivität in Deutschland in der Kalenderwoche 8. Quelle: Robert-Koch-Institut



Dienstag, 06.03.2018: Händewaschen schützt vor Infektionen
In einer Umfrage der BZgA zum Händewaschen hatten 87 Prozent der Menschen angegeben, sich wenn möglich die Hände mit Seife oder Waschlotion zu waschen. Aber nur 38 Prozent der Befragten halten sich an die Dauer von mindestens 20 Sekunden. "Wie wichtig die Schutzfunktion des Händewaschens ist, wird oft vergessen", sagte BZgA-Chefin Heidrun Thaiss dazu.

"Wer die Hände gewohnheitsmäßig 20 bis 30 Sekunden mit ausreichend Seife gründlich wäscht, kann sich und andere vor ansteckenden Infektionen des Magen-Darm-Traktes, der oberen und unteren Luftwege und der Haut schützen", meinte die Direktorin der Behörde in Köln. "Erkältungen, Grippe oder Brechdurchfall kann so vorgebeugt werden."

US-Forscher fanden übrigens heraus, dass Schilder die Hygiene erhöhen könnten. Sie brachten auf einer Herrentoilette vor einigen Jahren Schilder mit der Aufschrift an: "Vier von fünf Männern waschen sich ihre Hände." Daraufhin stieg die Zahl der Händewascher von 77 auf 86 Prozent, wie das Fachblatt "Human Communication Research" berichtete.

 

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