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Gesundheit

Honig, Sirup & Co.: Sind alternative Süßungsmittel gesünder als herkömmlicher Zucker?

Zucker hat einen schlechten Ruf - und das auch häufig zu recht. Wer nicht auf Süße verzichten möchte, kann zu Alternativen greifen. Doch sind Sirup, Honig und Co. wirklich gesünder?
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Es gibt etliche Zuckervarianten - doch welche davon sind auch gesund? Symbolfoto: Aaron Lavinsky/dpa
Es gibt etliche Zuckervarianten - doch welche davon sind auch gesund? Symbolfoto: Aaron Lavinsky/dpa

Der weiße Haushaltszucker gilt als besonders ungesund. Trotzdem ist er in so gut wie jeder Küche zu finden. Karies und Übergewicht gehören zu den bekannten Symptomen, die durch einen zu hohen Zuckerkonsum ausgelöst werden können. Deswegen wird immer wieder nach neuen, alternativen Süßungsmitteln gesucht. Doch sind diese auch wirklich immer gesünder?

Süßungsmittel Zucker: Ist wirklich er wirklich ungesund?

Auch wenn man jetzt meinen könnte, dass Zucker der Ursprung allen Übels sei - das stimmt so nicht. Es gibt auch positive Nebenwirkungen, die das Süßungsmittel mit sich bringt:

Nach dem Konsum landet Zucker innerhalb von wenigen Minuten im Blut, dadurch wird dann die Produktion einer großen Menge Insulin angeregt. Im Gehirn aktiviert Insulin wiederum die Bildung des Stoffes "Serotonin" - welcher auch als "Glückshormon" bekannt ist. Man fühlt sich also kurzweilig besser, voller Energie und kann sich gut konzentrieren. Der Körper benötigt eine gewisse Menge an Zucker, um funktionieren zu können.

Leider kommt jedoch auch hier wieder ein "aber": Durch unseren generell viel zu hohen Zuckerkonsum kann es im Körper zu einem chronisch erhöhten Insulinspiegel kommen. Dies wirkt entzündungsfördernd und gleichzeitig beschleunigend auf die Entwicklung vieler chronischer Krankheiten.

Honig, Sirup, Agavendicksaft & Co.: Wie gesund sind die Zuckeralternativen wirklich?

Nun stellt sich die Frage: Wenn der Zucker so schlecht für uns ist, gibt es irgendeine Alternative, mit der der Joghurt am Morgen gesüßt werden kann, ohne den Körper zu schädigen?

Ahornsirup

Ahornsirup wird vor allem gerne über Pfannkuchen oder Waffeln verteilt. Wie der Name schon verrät, wird er aus dem, meist in Kanada heimischen, Ahornbaum gezapft. Der Grundstoff des Sirups ist Saccharose, welcher exakt genauso in herkömmlichen Zucker vorhanden ist. Während der Saccharoseanteil im Haushaltszucker aber bei 100 Prozent liegt, besteht der Ahornsirup nur aus circa 60 Prozent Saccharose.

An sich scheint der Ahornsirup also nicht viel gesünder. Ein Detail macht aber wenigstens einen weiteren, kleinen Unterschied: Die Glykämische Last (GL - sagt aus, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel steigen lässt - je höher die GL, desto schneller und höher steigt der Blutzuckerspiegel) liegt nur bei 43, während normaler Haushaltszucker eine GL von 70 aufweist.

Honig

Honig zählt wohl zu den beliebtesten Zuckeralternativen. Er besteht vor allem aus Fruktose und Glukose und weist einen relativ hohen Wassergehalt auf, weswegen er weniger Kalorien als Haushaltszucker beinhaltet. Laut der Apotheken Umschau hat er auch eine höhere Süßkraft. Für den gleichen Grad an Süße wird also weniger Honig als Zucker benötigt.

Trotzdem bleibt er ein Genussmittel und sollte nicht in zu großen Mengen verspeist werden. Auch viele der gesunden Inhaltsstoffe des Honigs (Kalium, Magnesium, Vitamin C etc.) sollten nicht als Anlass für einen übermäßigen Konsum genommen werden - der Anteil ist zu gering und trägt kaum etwas zum täglichen Bedarf des Menschen bei. Weiterhin bleibt Honig leicht an den Zähnen kleben und kann Karies auslösen.

Agavendicksaft

Auch der Agavendicksaft schmeckt deutlich süßer als herkömmlicher Zucker, weswegen weniger von ihm verwendet werden muss. Leider schadet auch die Fruktose im Agavendicksaft den Zähnen und kann zu Karies führen. Weiterhin beinhaltet der Dicksaft nur sehr wenig Nähr- und Vitalstoffe - die möglichen Schäden sind daher weitaus höher als die "Zufuhr" der gesunden Nähr- und Vitalstoffe. Fruktose ist außerdem dafür bekannt, bei größeren Mengen die Darmflora zu stören. Es kann zu Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall kommen.

Brauner Zucker

Ist brauner Zucker gesünder als weißer? Leider nein. Auch diese Illusion sollte Konsumenten schnell genommen werden. Brauner Zucker weist den gleichen Gehalt an Kohlenhydraten und Kalorien auf wie weißer Zucker. Beide Zuckersorten bestehen zu fast 99 Prozent aus Saccharose und gelten damit als ungesund. Beim braunen Zucker ist lediglich der Mineraliengehalt unwesentlich höher.

Ein ernüchterndes Fazit: Es gibt noch keine "gesunde" Zuckeralternative

Bei den überprüften Zuckervarianten ist leider keine dabei, die als gesund abgestempelt werden kann. Allgemein gilt: Man sollte jegliche Süßungsmittel nur in Maßen und sich nehmen. Auch die Varianten zum herkömmlichen Zucker können dem Körper Schäden zuführen. Wer gar nicht auf das Süßungsmittel verzichten möchte und keine Fruktoseunverträglichkeit oder ähnliches aufweist, kann aber trotzdem in kleinen Mengen unbesorgt auf die verschiedenen Säfte und Sirups zurückgreifen.

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