• Jod ist extrem wichtig für den menschlichen Körper
  • Die Schilddrüse kann ohne Jod nicht richtig funktionieren
  • Gerade bei Schwangeren und Kindern ist auf eine ausreichende Jodversorgung zu achten
  • Die WHO und andere Forscher fordern die aktive Bekämpfung von Jodmangel in der Bevölkerung
  • Studien weisen sinkenden Jodstatus bei Kindern nach

Das gängigste Lebensmittel, in dem Jod enthalten ist, ist das Jodsalz. Seit Mitte der 1980er Jahre hat sich die Jodversorgung in Deutschland durch den Einsatz von Jodsalz verbessert, doch dieser Trend ist stark rückläufig. In diesem Artikel erfahren Sie die Gründe und auch warum Jod so wichtig für uns und unsere Kinder ist - und was passieren kann, wenn man einen Mangel hat.

Jodmangel macht Kinder dick und dumm: Wesentliche Entwicklungsprozesse im Körper können nur gehemmt ablaufen

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, welches in der Natur vorkommt. Der Körper produziert es nicht von selbst, ist aber darauf angewiesen, um gesund zu bleiben. Es dient dem Aufbau der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Diese Hormone sind im Körper zuständig für wichtige Prozesse: das Wachstum, die Entwicklung des Gehirns und den Energiestoffwechsel. Ein Mangel kann eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge haben, die oft zu Übergewicht bei den Betroffenen führt.

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V (DGE) weist darauf hin, dass die richtige Tagesmenge an Jod vom Alter abhängt. Säuglinge sollten 40 bis 80 Mikrogramm zu sich nehmen, 200 Mikrogramm bei Jugendlichen und Erwachsenen. Frauen in der Schwangerschaft benötigen eine noch größere tägliche Jodzufuhr von 230 bis 260 Mikrogramm, um die gesunde Entwicklung ihres Fötus zu gewährleisten. Ein Jodmangel bei Kindern und daraus resultierende Schilddrüsenerkrankungen können also ihren Ursprung schon in der Ernährungsweise der Mutter während der Schwangerschaft haben. 

Forscher des EUthyroid-Forschungsprojekts, die sich für die Bekämpfung von Jodmangel einsetzen, haben am 18. April 2018 eine Erklärung abgegeben: die Krakauer Erklärung. Darin fordern die insgesamt 31 Partner aus 22 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und einige andere Wissenschaftler, dass die politischen Entscheidungsträger in ganz Europa Maßnahmen gegen den verbreiteten Jodmangel einleiten sollen. Diese Maßnahmen könnten die weit verbreiteten Schilddrüsenerkrankungen als eine Folge von Jodmangel eindämmen.

Wissenschaftler fordern eine gezielte Bekämpfung von Jodmangel

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht die Bevölkerung schon seit mehreren Jahren auf die schweren gesundheitlichen Folgen von Jodmangel, vor allem für Kindern aufmerksam. Die Unterversorgung kann beispielsweise eine chronische Schilddrüsenunterfunktion und somit Übergewicht oder einen Kropf zur Folge haben. Bereits seit Jahrzehnten fordert die WHO eine regelmäßige Kontrolle der Jodversorgung in der Bevölkerung, um den Jodmangel in Europa wissenschaftlich zu erfassen und somit zu beseitigen.

Der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) berichtet, dass ein Großteil werdender Mütter sich nicht über ihren Jodmangel und somit dem ihres Kindes im Klaren sind. Bis zu 50 Prozent aller Neugeborenen litten 2018 an einem leichten Jodmangel, obwohl es zu dieser Zeit schon Freiwilligenprogramme zur Jodanreicherung gegeben hat.

Dieser leichte Mangel reicht schon aus, geistige Entwicklungsstörungen bei den betroffenen Säuglingen hervorzurufen. Bereits ein Jodmangel bei der schwangeren Frau kann zu einer Beeinträchtigung des Gehirns führen und verringert somit den Intelligenzquotienten (IQ) des Kindes. Ein verminderter IQ kann für später auftretende Lernschwächen in der Schule verantwortlich sein.

Forscher warnen: Jodmangel kann zu Übergewicht und einen verminderten IQ führen

Zur Enttäuschung der Wissenschaftler ignorieren viele der politischen Entscheidungsträger die Präventionsprogramme für Jodmangelerkrankungen zu großen Teilen. Dies trifft bei den Experten auf Unverständnis, da Produkte, denen Jod zugesetzt wurde - so wie auch andere Nahrungsergänzungsmittel - eine profitable Einnahmequelle für die Lebensmittelindustrie darstellen.

Worin ist dieses lebenswichtige Jod nun eigentlich enthalten? Einem Artikel von t-online zufolge, ist es erstmal ein guter Schritt Jodsalz statt dem Produkt ohne zugesetzten Jod zu kaufen. Abgesehen davon, zählen Salzwasserfische und Meeresfrüchte zu besonders jodhaltigen Lebensmitteln. Beispielsweise würde der tägliche Verzehr von nur 50 Gramm Schellfisch ausreichen, um den Tagesbedarf des Mikronährstoffs eines Erwachsenen abzudecken. 

Aber auch Milchprodukte, Eier und Spinat enthalten das Spurenelement - allerdings in wesentlich kleineren Mengen als die Meereskost. Oft ist Jod aber auch in vielen anderen Lebensmitteln enthalten - gekennzeichnet ist dies auf der Produktverpackung.

Jodmenge in Lebensmitteln rückläufig: Hersteller dürfen selbst entscheiden

Laut dem BfR können Lebensmittelhersteller in Deutschland selbst entscheiden, ob sie jodiertes Salz für ihre Produkte benutzen. Eine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen weist darauf hin, dass in den letzten Jahren deutlich weniger Jodsalz für verarbeitete Lebensmittel verwendet wurde, insbesondere für Brot und Backwaren. Nur etwa 30 Prozent der industriell und handwerklich hergestellten Lebensmittel enthalten Jodsalz, besagt der aktuelle Stand.

Ein guter Tipp, um für eine dauerhaft gute Jodversorgung zu sorgen ist die Nutzung von Jodsalz zum Kochen und Nachsalzen. Desweiteren sollten abgepackte Lebensmittel und Fertiggerichte bevorzugt werden, in deren Zutatenliste "Jodsalz" oder "jodiertes" Salz zu finden ist. Beim Kauf von Gebäck oder Fleischwaren empfiehlt es sich, den Bäcker oder Metzger zu fragen, in welchen Produkten Jod verwendet wurde und diese gezielt zu kaufen. Milchprodukte sollten täglich und Meeresfisch ein- bis zweimal die Woche verzehrt werden, so eine Empfehlung des BfR.

In vielen Situationen gilt die Devise "Doppelt hält besser" - aber ist das auch bei Jod so oder kann man es überdosieren? Nun, überdosieren kann man in der Theorie schon. Allerdings wird die benötigte Menge von höchstens 500 Mikrogramm am Tag durch eine normale Ernährung nicht überschritten. Auch für Menschen, die empfindlich gegenüber einer Jodbelastung sind, habe diese Menge laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine negativen Auswirkungen auf den Körper.

Geologische Bedigungen: Natürliche Jodmenge kann aufgrund der Böden nicht gewährleistet werden

Die Ursache des Jodmangels in der deutschen Bevölkerung lasse sich unter anderem auf geologische Bedingungen zurückführen, so das BfR. Das Wasser und die Böden sind nur mit geringen Mengen Jod angereichert und somit können nur Kleinstmengen des Spurenelements in tierische und pflanzliche Agrarprodukte abgegeben werden. Damit zumindest den Milchprodukten eine entscheidende Menge Jod beigesetzt werden kann, wird schon das Futter, das die Tiere zu fressen bekommen, jodiert.

Um einem Jodmangel in der Bevölkerung systematisch entgegenzuwirken, werden Jodtabletten und andere jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel zum Verkauf angeboten. Sie sind auch nicht verschreibungspflichtig. Wann ist es eine gute Entscheidung, zur Jodtablette zu greifen und in welchen Mengen sollte man sie konsumieren? Experten des BfR empfehlen, etwa 100 Mikrogramm Jod in flüssiger oder fester Form zusätzlich zur täglichen Ernährung einzunehmen, wenn die normale Ernährung den Tagesbedarf des Spurenelements dauerhaft nicht deckt. 

Messen kann man den Jodstatus eines Menschen durch die Untersuchung einer Urinprobe. Dies wurde in der "Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland"  (KIGGS) des Robert-Koch-Instituts (RKI) 2007 überprüft. Die Daten dazu wurden laut BfR in den Jahren 2003 bis 2006 erhoben. Sie ergaben, dass die Jodversorgung von Kindern und Jugendlichen noch im unteren optimalen Bereich lag. 

Jodstatus bei Kindern rückläufig: Tendenz sinkend

Die DONALD-Studie von 2013 (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed) ergab durch die Analyse des Jodstatus bei Kindern im Grundschulalter, dass die tägliche Jodzufuhr unter dem Optimalbereich liege und die Tendenz sinkend sei.  Neuere Ergebnisse der DONALD Studie von 2020 über den Jodstatus in der generellen deutschen Bevölkerung ergaben, dass nur 42 Prozent der Deutschen ausreichend mit Jod versorgt waren. 

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Fazit: Jodmangel ist eine ernstzunehmende Problematik, vor allem für Schwangere und Kinder. Die Folgen eines Mangels können durch die Schädigung der Schilddrüse schwerwiegend sein: Kinder können - banal ausgedrückt - dumm und dick davon werden. 

Die heutigen geologischen Bedingungen in Deutschland machen es nicht leicht, den täglichen Jodbedarf langfristig zu decken. Die Agrarprodukte weisen daher einen geringeren Jodgehalt auf als noch vor einigen Jahrzehnten. Durch eine gezielte Nahrungsergänzung von Jod in Form von Tropfen, Kapseln oder Tabletten kann dem Mangel Abhilfe geschafft werden - dies sollte aber nur dann erfolgen, wenn der Tagesbedarf durch eine normale Ernährung nicht gedeckt werden kann.

Jodmangel kann körperliche und geistige Einschränkungen zur Folge haben

Zu jodhaltigen Lebensmitteln zählen vor allem Meeresfrüchte und Salzwasserfische, aber auch Milchprodukte und Spinat stellen eine gute Jodquelle dar.  Sie sollten in die tägliche Ernährung eingebunden werden.

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