In Deutschland hält sich eine Binsenweisheit bis heute: "Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und abends speisen wie ein Bettler". Dass diese Weisheit gar nicht so falsch ist, davon ist der Professor der Sporthochschule in Köln, Dr. Ingo Froböse, überzeugt. Denn: Der Experte schildert, dass es gerade beim Frühstück notwendig ist, die über die Nacht verbrauchte Energie wieder über die Nahrung aufzunehmen.

Froböse schildert: "Nachts läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Regenerationsprozesse sorgen dafür, dass sich Ihr Körper von einem anstrengenden Tag erholt, Zellen werden erneuert, Viren und Bakterien bekämpft. Das kostet den Organismus viel Energie." Aus diesem Grund sei es Notwendig in den ersten zwei Stunden nach dem Aufstehen den Körper mit neuer Energie zu versorgen.

"Frühstück ist essenziell für den Organismus", so der Experte

Außerdem würde man mit einem ausgelassenen und nährwertreichen Frühstück den Stoffwechselrhythmus anstoßen. Ergänzend dazu, rät der Experte auch den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. "In der Nacht verlieren wir Flüssigkeiten von rund 1,5 Litern. Deswegen sollte man noch bevor man etwas isst, ein lauwarmes Glas Wasser zum Auffüllen des Flüssigkeitsspeichers sowie zur Reinigung des Körpers trinken."

Leckeres Vollkornbrot selbst backen - hier gibt es das Rezept

Nach dem Klingeln des Weckers sind das Glückshormon "Serotonin" und das antriebssteigernde Hormon "Adrenalin" bereit, den Menschen für den Tag zu pushen. Mit einem kohlenhydratreichen Frühstück lassen sich diese Effekte weiter verstärken, weil die Hormone so mit den notwendigen Nährstoffen versorgt werden können. Lässt man demnach das Frühstück weg, etwa um Kalorien einzusparen, so kann das zu einem Mangel an Energie und auch zu Antriebslosigkeit führen. "Der Körper fährt dann auf Sparflamme herunter", erklärt Froböse in seinem Blog.

Der Bedarf an Energie ist gerade nach dem Aufstehen besonders hoch. Gehirn, Muskeln und Organe würden "Treibstoff" benötigen, um funktionieren zu können. "Ein gesundes und ausgewogenes Frühstück holt Ihren Stoffwechsel aus dem Keller und lässt Sie mit Elan in den Tag starten. Ihr Körper ist auf die nötige Energie eines Frühstücks angewiesen, verwehren Sie ihm diese Energie kann dies zu Heißhungerattacken führen oder auch zu vermehrter Lust auf ungesunde Snacks, noch bevor es Zeit für ein Mittagessen ist", erklärt der Experte.

Seine fünf besten Tipps für ein ausgewogenes Frühstück:

1. Vollkorn ist besser als Weißmehl. Vollkorn ist ein essenzieller Ballaststofflieferant, der sättigt und auch die Darmtätigkeit reguliert. Zusätzlich sind in Vollkorn-Produkten komplexe Kohlenhydrate. Das bedeutet: Sie haben einen geringen "glykämischen Index". Das beschert auf lange Sicht hin mehr Energie. Im Vergleich dazu sind Weißmehlprodukte reich an Kohlenhydraten, haben dementsprechend einen hohen "glykämischen Index". Daher gehen diese Produkte viel schneller ins Blut und versorgen den Körper nur für eine kurze Zeit mit Energie. Ist diese erste Phase abgeklungen, können vermehrt Heißhungerattacken kommen, weil Weißmehl nicht auf lange Sicht hin sättigend wirkt.

2. Müsli mit Obst. Diese Kombination versorgt den Körper und insbesondere das Gehirn und die Muskeln mit Energie steigert die Resistenz gegen Hektik und Stress im Alltag. Bei erhöhter Anspannung produziert die Leber mehr Zucker, womit das Aktivitätshormon Adrenalin mobilisiert werden soll. Das Müsli mit Obst würde diese Adrenalinausschüttung verringern und somit Stress und Hektik vorbeugen.

3. Gute Fette sind wichtig. Fette im Allgemeinen stimulieren die wichtigsten Stoffwechselaktivitäten im Organismus. Namentlich ist das der Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Besonders Nüsse oder auch ein wenig Butter beschleunigen die Fettverarbeitung über den ganzen Tag hinweg. Deswegen Froböses Empfehlung: "Decken Sie 30 Prozent des täglichen Fettbedarfs über das Frühstück ab!"

4. Eiweiß ist ein Muss. Für das Gehirn und die Muskulatur sind Proteine essenzielle Treibstofflieferanten. Wir bleiben also nur leistungsfähig, wenn wir genügend Eiweiße zu uns nehmen. Von Pulver rät der Experte aber entschieden ab. "Sie finden ausreichende Quellen auf einem aufgewogenen Speiseplan." Besonders gute Eiweiß-Lieferanten sind: Eier, Frischkäse, Quark, Milch oder Sojamilch, Joghurt und Nüsse. Von genügend Eiweiß profitiert nicht nur das Gehirn, sondern auch die Verdauung, Entgiftung und Zellreparatur. Etwa 15 Prozent des Tagesbedarfs sollten bereits mit dem Frühstück abgedeckt werden.

Gleich nachbacken: Leckere Low-Carb-Brötchen

5. Wasser trinken. Ein Glas Wasser, am besten direkt nach dem Aufstehen, hält der Experte für sinnvoll. Es sei besonders wichtig zum "Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher". Außerdem hat er auch einen Tipp für Menschen, denen das Wasser per se nicht so sehr schmeckt. "Sie können dem Getränk eine geschmackvolle Note verleihen, indem Sie etwas Ingwer oder Limette hinzufügen. Das kurbelt den Stoffwechsel zusätzlich an."