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Alten- und Krankenpflege

Finanzielle Unterstützung im Pflegefall

Leistungen wie das Pflegegeld können die finanzielle Situation von Betroffenen und Angehörigen verbessern.
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Foto: Fotolia/agenturfotografin
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Pflege kann mitunter ganz schön teuer werden. Viele Betroffene und Angehörige haben große Bedenken bezüglich der Kosten, die im Pflegefall auf sie zukommen könnten. Allerdings gibt es verschiedene finanzielle Unterstützungen wie das Pflegegeld, die den Betroffenen in der ohnehin schon schwierigen Situation der Pflegebedürftigkeit finanzielle Erleichterung verschaffen.

Um Pflegegeld zu erhalten, muss dieses zunächst einmal bei der zuständigen Pflegekasse beantragt werden. Ausschlaggebend für die Höhe der finanziellen Unterstützung ist der Pflegegrad. Die fünf Pflegegrade ersetzen seit Anfang 2017 die bis dato geltenden drei Pflegestufen. Diese berücksichtigten lediglich körperliche Beeinträchtigungen. Kognitive Einschränkungen hingegen, wie zum Beispiel Demenz, wurden nicht einbezogen. Das hat sich seit dem 1. Januar 2017 geändert, sodass nun sowohl körperliche als auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen beachtet werden. Welchem Pflegegrad die betroffene Person zugeordnet wird, das entscheidet die zuständige Pflegekasse, die einer Krankenkasse angegliedert ist.

Um das Pflegegeld zu beantragen, reicht zunächst ein Anruf oder ein formloses Schreiben an die Pflegekasse aus. Daraufhin erhält der Antragsteller per Post ein Formular, das er ausfüllen und zurücksenden muss. In der Regel wird sich im Anschluss daran ein Gutachter melden, um einen persönlichen Termin zu vereinbaren, im Rahmen dessen er sich ein genaues Bild von der Situation machen und ein Gutachten zur Einordnung des Pflegegrades erstellen kann. Von der Pflegekasse erhält der Antragsteller dann einen Bescheid, in dem er über den zugewiesenen Pflegegrad informiert wird. Sollte man Zweifel an der Richtigkeit der Einordnung haben, so kann man dagegen Widerspruch einlegen. In den meisten Fällen muss der Widerspruch innerhalb von vier Wochen eingehen, man sollte daher im Zweifel schnell handeln. In manchen Fällen ändert sich auch im Laufe der Zeit der Pflegegrad. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich das Krankheitsbild des Betroffenen verschlimmert. Dann kann man bei der Pflegekasse einen Antrag mit der Bitte um Höherstufung einreichen. Auch hierfür reicht in der Regel als erster Schritt ein formloser Brief. Ist man sich nicht sicher, an wen man sich genau bei der Pflegekasse wenden soll, so kann man sich diesbezüglich bei der eigenen Krankenkasse informieren, da die Pflegekassen den Krankenkassen angeschlossen sind.

Leistungen ab Pflegegrad 2

Wurde man mindestens in den Pflegegrad 2 eingestuft, so hat man einen Anspruch auf Pflegegeld. Diese finanzielle Unterstützung können Betroffene erhalten, die keine professionelle Pflege oder Dienstleistungen im Haushalt erhalten, sondern beispielsweise von Angehörigen betreut werden. Außerdem werden die nicht-professionellen Pflegekräfte durch Pflegedienste oder andere offizielle Stellen regelmäßig beraten, um die Qualität der Pflege sicherzustellen. Je nach Pflegegrad finden die Beratungen zwei bis vier Mal im Jahr statt. Auch die Höhe des Pflegegeldes variiert je nach Pflegegrad. Die größte finanzielle Unterstützung erhalten Betroffene des fünften Pflegegrades.

Neben dem Pflegegeld können ab dem Pflegegrad 2 auch Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein ambulanter Pflegedienst beauftragt wird. Auch hier richtet sich die Höhe der Unterstützung nach dem Pflegegrad. Pflegegeld und Pflegesachleistungen können in manchen Fällen kombiniert werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Pflege zwar generell von den Angehörigen übernommen, aber trotzdem für manche Aufgaben ein professioneller Pflegedienst beauftragt wird.

Unterstützung bei Pflegegrad 1

Bei Betroffenen, die in den Pflegegrad 1 eingeordnet wurden, gilt die Beeinträchtigung als gering. Dennoch können auch sie gewisse Leistungen in Anspruch nehmen. Dazu gehören zum Beispiel eine halbjährliche Beratung durch einen Pflegedienst, ein finanzieller Wohngruppenzuschlag oder bestimmte Summen, die für Pflegehilfsmittel oder wohnraumverbessernde Maßnahmen beantragt werden können. Außerdem können mitunter Schulungsangebote für pflegende Angehörige oder Aktivierungsangebote wie eine Gruppengymnastik genutzt werden.

Wenn das Geld nicht reicht

Die unterstützenden Leistungen aus der Pflegeversicherung können nicht in unbegrenzter Höhe in Anspruch genommen werden. So kann es vorkommen, dass die Kosten der Pflege die Leistungen der Pflegekasse deutlich überschreiten. In diesem Fall kann beim Sozialamt die sogenannte "Hilfe zur Pflege" beantragt wer den.

Allerdings wird eine solche Hilfe meist nur dann genehmigt, wenn sowohl die pflegebedürftige Person selbst, der Ehepartner und auch weitere mögliche unterhaltspflichtige Personen wie zum Beispiel Kinder nicht für die Pflegekosten einstehen können.

Anna Traut

Unsere Partner

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